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11.06.2013, 10:45 Uhr | 0 |

Anga Com Kabelnetze geben bei Breitband den Takt an

Kabel- und Telekommunikationsunternehmen waren sich auf der Fachmesse Anga Com einig: Die Pläne der Bundesregierung für die breitbandigen Anschlüsse deutscher Haushalte ans Internet sind nur schwer zu erreichen.

Breitbandgipfel auf der Anga Com.
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Kabel- und Telekommunikationsunternehmen waren sich auf der Anga Com einig: Die Pläne der Bundesregierung für die breitbandigen Anschlüsse deutscher Haushalte ans Internet sind nur schwer zu erreichen.

Foto: Anga Com

Für Kabelnetzbetreiber à la Unitymedia, Kabel Deutschland & Co. war die Messe Anga Com (4. bis 6. Juni 2013) in Köln wieder ein Heimspiel, in dem sie zur Höchstform aufliefen. Lutz Schüler, Chef von Unitymedia, zeigte sich sichtlich zufrieden: "Drei von vier Kunden entscheiden sich für uns." Über 50 % aller deutschen Kabelkunden seien mit 100 Mbit/s und mehr versorgt. Schließlich habe und werde man man 30 % des Umsatzes in den Ausbau der Netze investieren.

"Im Kabel erreichen wir schon heute die Ziele der Deutschen Breitbandinitiative", rühmte auch Christoph Clement, Mitglied der Geschäftsführung bei Kabel Deutschland, die eigene Branche. Allerdings macht das Breitbandkabel aktuell nur rund 16 % aller Breitbandkunden aus.

Bis 2014 sollen drei Viertel aller deutschen Haushalte schnelles Internet haben

Geht es nach den gesetzten Plänen der Bundesregierung, dann sollen 2014 drei Viertel aller deutschen Haushalte mit 50 Mbit/s und mehr ins Internet gehen können. Eine Quote, die auch bei allem Technikmix – von DSL und Glasfaser über Kabel bis hin zu LTE-Mobilfunk – kaum zu schaffen sein dürfte.

Darin waren sich auf der Anga Com Kabelnetzbetreiber, Telekommunikationsunternehmen und Netzausstatter einig. "Das wird auf jeden Fall eng und ambitioniert", erklärte Marcus Isermann, Regulierungsexperte der Deutschen Telekom. Doch der Konzern gab sich in Köln selten entspannt – allen Debatten über Drosselung, Netzneutralität und sinkenden DSL-Kundenzahlen zum Trotz.

20 000 km an Glasfaserstrecken baut der Konzern aktuell pro Jahr aus. Doch überall werde sich das nicht rechnen. Auch das ein Grund, warum die Bonner in den nächsten Jahren 6 Mrd. € in die Vectoring-Technik investieren werden. Eine Technologie, über die DSL-Anbieter mit den Bandbreiten der Kabelnetze gleichziehen können.

Vectoring-Technik als Übergang

Mehr noch: Die Technik, die letztlich eine Art Fehlerkorrektur der DSL-Technik ist, verspricht satte Upload-Geschwindigkeiten von 40 Mbit/s. Ganz im Sinne vom Cloud-Computing also.

Vectoring, das erklärte auch Wilhelm Dresselhaus, Chef der Alcatel-Lucent Deutschland, sei auf dem Weg zu Glasfasernetzen eine Übergangstechnik – "vielleicht für die nächsten zehn Jahre". Zudem sei es eine wirtschaftliche Alternative, die zusätzlich Hunger auf Bandbreite wecken könnte.

Unity-Chef Schüler sieht das anders: Die Telekom verzögere mit Vectoring den notwendigen Glasfaseraufbau. "Sie pimpen damit ein altes Netz auf", wetterte Schüler. "Wir werden alles dafür tun, dass die Kunden die Wahrheit erfahren."

Eine Warnung, die auch auf der Anga Com keinen Widerhall fand. Schließlich wissen auch die regional agierenden Kabelnetzbetreiber, die zudem nicht wie die Telekom der Regulierung unterliegen, wie teuer der Netzaufbau ist. Der flächendeckende Ersatz der Kupferleitungen durch Glasfaser-Hausanschlüsse in ganz Deutschland würde bis zu 80 Mrd. € verschlingen.   

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Von Regine Bönsch | Präsentiert von VDI Logo
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