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05.09.2014, 09:59 Uhr | 0 |

VERSTÄRKTER AUSBAU IN STÄDTEN Kabel Deutschland bietet 200 Mbit/s fürs Internet

Drei Millionen Kunden sollen in etwa einem Jahr schon mit 200 Mbit/s im Internet surfen können. Für die schnellen Anschlüsse will Netzbetreiber Kabel Deutschland sorgen. Das Angebot gilt allerdings nur in Städten – die flächendeckende Breitbandversorgung, die die Bundesregierung in ihrer „Digitalen Agenda“ anstrebt, bleibt noch weit entfernt.

Kabel Deutschland
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Kabel Deutschland treibt den Breitbandausbau voran: 200 Mbit pro Sekunde im Download sollen bis Ende März nächsten Jahres schon für 1,8 Millionen Kunden verfügbar sein. Für Herbst 2015 peilt der Netzbetreiber die Drei-Millionen-Marke an.

Foto: Kabel Deutschland

50 Mbit pro Sekunde als Downloadgeschwindigkeit gelten als brauchbarer Standard, für Privathaushalte wie für Unternehmen. Das doppelte Tempo bieten schon einige Netzbetreiber, jetzt legt der größte Anbieter in Deutschland noch eins drauf: 200 Mbit pro Sekunde im Download sollen bis Ende März nächsten Jahres schon für 1,8 Millionen Kunden verfügbar sein. Für Herbst 2015 peilt Kabel Deutschland die Drei-Millionen-Marke an.

Das Unternehmen treibt den Ausbau der Infrastruktur dafür voran. Städte wie Koblenz, Saarbrücken und Wilhelmshaven sollen im kommenden November zu den ersten gehören, in denen der extraschnelle Anschluss gebucht werden kann. Er koste etwa 20 Euro mehr als das 100 Mbit/s-Angebot, das potenziell heute bereits mehr als 14 Millionen Kunden in Deutschland nutzen könnten: Das wäre rund 35 Euro monatlich zum Einstieg, später 45 Euro. Die Uploadgeschwindigkeit werde bei 12 Mbit/s liegen, heißt es.

Konter gegen Vectoring der Telekom

Kabel Deutschland sieht sich damit als Vorreiter des dringend notwendigen Breitbandausbaus und kontert so die Vectoring-Strategie der Telekom. Das Bonner Unternehmen ist mit dieser Technik in der Lage, die Leistung von 50-Mbit-Anschlüssen zu verdoppeln. Beim Vectoring werden elektromagnetische Störungen zwischen den Leitungen ausgeglichen, dadurch sind höhere Bandbreiten möglich. Das funktioniert aber nur, wenn alleine ein Betreiber alle Leitungen kontrolliert. Weil andere Anbieter damit nicht an diese Netze andocken können, zielt die Telekom-Strategie indirekt eben auch gegen die Konkurrenz.

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Die Umstellung auf 200 Mbit im Netz bietet Kabel Deutschland zunächst nur in Städten an.

Foto: Kabel Deutschland/Ulrich Perrey

Im Rahmen eines Pilotprojektes konnten Kunden in Mainz bereits seit Ende vergangenen Jahres 200 Mbit/s buchen. Die Erfahrungen damit seien so positiv gewesen, dass man dieses Angebot nun massiv ausweiten wolle, erklärte Kabel Deutschland. Die Vodafone-Tochter betreibt eigene Kabelnetze in 13 Bundesländern und versorgt damit derzeit rund 8,3 Millionen Haushalte.

Der ländliche Raum bleibt abgeklemmt

Kabel Deutschland will das superschnelle Angebot vor allem über direkte technische Aufrüstung der Netze erreichen. Vectoring soll dort genutzt werden, wo der Austausch der Kabel nicht möglich sei – was tatsächlich bedeuten dürfte, dass sie vielerorts wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Für einen flächendeckenden Ausbau des Breitbandnetzes in ganz Deutschland fordern die Betreiber Milliardenhilfe vom Bund. Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme hatte im August vorgerechnet, dass 25 Milliarden Euro öffentliche Zuschüsse notwendig seien, um jeden Haushalt mit mindestens 50 Mbit/s zu versorgen.

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Von Werner Grosch
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