05.11.2013, 11:28 Uhr | 0 |

Neuer Funkstandard Super WiFi In zwei Jahren will Singapur Super-Wlan haben

Was den Internet-Zugang betrifft, gilt Singapur schon heute als einer der am weitesten entwickelten Märkte in der Welt. Aber auch hier sind die mobilen Datennetze inzwischen stark überlastet – die Kapazitäten reichen für die enorme Nachfrage nicht  mehr aus. Im südostasiatischen Stadtstaat läuft jetzt ein Pilotprojekt mit dem neuen Funkstandard Super WiFi. 

Supertrees in Singapurs Garden by the Bay
Á

In Singapurs Gardens by the Bay leuchten nachts Super Trees. Das sind pflanzenbewachsene Stahlgerüste mit Höhen zwischen 25 und 50 Metern. Singapurs Regierung hat den Ehrgeiz, die Stadt nicht nur zu einer der schönsten sondern zugleich auch einer der technisch am höchsten entwickelten in Asien zu machen. In den Gardens at the Bay startete vor wenigen Wochen das Pilotprojekt für das sogenannte Super WiFi White Space Programm.

Foto: Wikipedia/flickR

Die Regulierungsbehörde „The Infocomm Development Authority of Singapore (IDA)“ hofft über die Technik in zwei Jahren landesweit drahtlose Breitbandleistungen anbieten zu können und so den derzeitigen Druck auf die 3G Mobilnetze zu mindern.

Alte Rundfunkfrequenzen nutzen 

Super WiFi nutzt alte Rundfunkfrequenzen, auch „White Space“ genannt, die nicht mehr für Radio und Fernsehen benötigt werden. Diese ungenutzten Rundfunkfrequenzen versprechen nach Angaben der Beteiligten ein enormes Potenzial und sollen vor allem der mobilen Internet-Anbindung von Smartphones und Tablet-PCs dienen. Super WiFi unterscheidet sich dabei technisch von dem Mobilfunkstandard LTE durch die Art der drahtlosen Verbindung. Während es sich bei LTE um einen Mobilfunkstandard handelt, der eine Verbindung auch dann ermöglicht, wenn sich das empfangende Gerät bewegt, versorgt Super WiFi vor allem relativ stationäre Empfänger, die sich nur innerhalb eines begrenzten Umfelds bewegen.

Große Kostenvorteile des Super-Wifi

Der große Vorteil von Super WiFi liegt dabei vor allem in den Kosten für die Betreiber, denn die genutzten Frequenzen sind im Gegensatz zu Mobilfunkfrequenzen kostenfrei. Super WiFi erfordert auch weniger Funkstationen als ein Mobilfunknetz, das für jede Empfangszelle einen oder mehrere Sendemasten benötigt. Super WiFi arbeitet mit einer niedrigeren Radiofrequenz als traditionelle WiFi-Signale. Das ermöglicht vor allem eine kostengünstige Datenübermittlung über größere Distanzen. Experten sprechen von „Wlan auf Steroiden“.

Zunächst 300 bis 400 Basis-Stationen

In den futuristisch anmutenden „Gardens at the Bay“ in Singapur, die auf künstlich gewonnenem Land vor wenigen Jahren mit Betonung auf Design und Nachhaltigkeit entstanden, startete vor wenigen Wochen das Pilotprojekt für das sogenannte Super WiFi White Space Programm. Dabei handelt es sich um das erste asiatische Land, das mit Feldversuchen dieser Technik beginnt. Die Nutzer müssen sich allerdings vorher für den Dienst registrieren. Dahinter steht ein Konsortium von Microsoft, dem lokalen Telekommunikationsanbieter Starhub und dem staatlichen Institute for Infocomm Research. „Zunächst planen wir 300 bis 400 WiFi-Basisstationen für die gesamte Insel,“ erläutert Dr. Ser Wah Oh, Leiter des TV White Space Programms des Institute for Infocomm Research in Singapur. Sollten allerdings mehr Kapazitäten in bestimmten Gebieten notwendig  werden, wird an den Aufbau zusätzlicher Basisstationen gedacht. Singapur verfügt derzeit über elf ungenutzte Rundfunkfrequenzen mit einer Bandbreite  von acht Megahertz, die Daten mit einer Geschwindigkeit von 14 Megabit pro Sekunde übermitteln können.

Feldversuche in Cambridge

Neben Singapur laufen auch in Großbritannien Versuche mit Super WiFi. Unternommen werden sie gemeinsam mit dem Pay-TV-Anbieter SKY, British Telecom sowie der staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt BBC seit Mitte 2011 in Cambridge. Es geht als Zielsetzung dabei vornehmlich darum, unterversorgte Städte und abgelegene Landstriche versorgen zu können, ohne aufwendig Kabel verlegen zu müssen. Ziel ist es beispielsweise im Norden von Schottland Breitbandinternet-Leistungen anbieten zu können.

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Von Peter Odrich
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