23.09.2013, 13:01 Uhr | 0 |

Reaktion auf Probleme in den USA Huawei drängt nach Europa und will 5500 neue Arbeitsplätze schaffen

Der chinesische Telekommunikationsausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei will in Europa expandieren und 5500 neue Arbeitsplätze einrichten. Damit reagiert das Unternehmen auf die Schwierigkeiten in den USA, wo ein neues Gesetz Behörden den Kauf chinesischer IT verbietet. 

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Der chinesische Telekommunikationsriese Huawei hat angekündigt, sein Europageschäft auszubauen und will 5500 neue Stellen schaffen. 

Foto: dpa

In Europa will Huawei dafür seine Belegschaft fast verdoppeln. Die Arbeitsplätze sollen insbesondere in den Ländern geschaffen werden, wo die Arbeitslosenrate durchschnittlich über zehn Prozent liegt. Das erklärte Patrick Zhang, President Marketing und Solutions der Huawei Enterprise Business Group, gegenüber der staatlichen Zeitung China Daily. Das Geschäft mit IT-Angeboten für europäische Firmen solle in den nächsten drei bis fünf Jahren einen Umsatz von einer Milliarde Dollar abwerfen.

Mit der Expansion in Europa reagiert Huawei auf die Zugangsprobleme zum US-Markt. „Unser Expansionsprozess in Europa unterscheidet sich von dem in den USA, wo wir auf Zugangsschwierigkeiten gestoßen sind wegen unhaltbarer Begründungen der amerikanischen Seite", erklärte Zhang. Die USA werfen dem chinesischen Unternehmen vor, Informationen zu ausländischen Telekommunikationsanlagen, an denen sie mitwirken, an die heimische Regierung auszuliefern. Huawei wird in  den USA als Bedrohung für die Sicherheit des Landes gesehen.

EU-Kommission prüft Huawei

Auch in Europa steht der weltweit Branchenzweite in der Kritik: Derzeit prüft die EU-Kommission, ob sie gegen Huawei und dessen heimischen Konkurrenten ZTE wegen unzulässiger Staatshilfen Ermittlungen einleiten muss.

Der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone hingegen hält die Vorwürfe an Huawei und ZTE für unbegründet. "Wenn aktuell Huawei und ZTE in den USA als Technologiepartner infrage gestellt werden, dann darf man auch über handfeste Wirtschaftsinteressen der USA nachdenken", erklärte Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum den VDI nachrichten im Januar 2013. Vodafone arbeitet mit beiden Unternehmen zusammen. „Bislang hatten wir nichts zu bemängeln. Beide bemühen sich enorm, mehr Offenheit und Transparenz zu bieten. In England findet ein offizielles Screening von Huawei-Technik durch ein staatliches Sicherheitszentrum statt – unterstützt mit Mitteln von Huawei. Vielleicht erhöht so etwas auch das Vertrauen in Deutschland, wenn etwas Ähnliches entwickelt wird“, so Schulte-Bockum.

Seit 2003 ist Huawei auf dem europäischen Markt präsent und konnte im letzten Jahr 4,17 Milliarden Dollar Einnahmen verzeichnen. Derzeit beschäftigten die Chinesen bereits 7500 Mitarbeiter in Europa. Huawei ist mit insgesamt 13  Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Schweden und Großbritannien vertreten. Dazu kommen Dutzende gemeinsamer Innovationszentren mit lokalen Telekom- und Informations- sowie Kommunikationstechnologiepartnern. „Abgesehen von Forschung und Entwicklung ist Lokalisierung unser Schlüssel zum Erfolg", erklärt Huawei-Manager Patrick Zhang. "Europa hat viele Unternehmen, und wenn es uns gelingt, dort erfolgreich zu sein, können wir global mehr erreichen", so Zhang.

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Von Petra Funk
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