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20.06.2013, 13:09 Uhr | 0 |

Dünnstes Smartphone vorgestellt Huawei aus China will Apple und Samsung angreifen

Ja, sie werden wieder dünner, die eckigen Klötze, die wir alle in der Hand halten, um zu telefonieren, zu fotografieren, um zu kommunizieren. Jetzt hat der chinesische Hersteller Huawei es vorgestellt: das derzeit dünnste Smartphone der Welt. Und es ist gar nicht mal schlecht.

Das Smartphone Ascend P6 von Huawei.
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Edel kommt das dünnste Smartphone der Welt daher.

Foto: Huawei

Es kommt im Juli in Schwarz und in Weiß und im August in Pink auf den Markt, besticht von hinten durch gebürstetes Aluminium und ist dünn, extrem dünn. Es misst exakt nur 6,18 Millimeter. Der chinesische Hersteller möchte mit seiner Vision eines zeitgemäßen Smartphones vor allem Samsung mit dem Galaxy S4 und Apple mit seinem iPhone 5 angreifen. Dabei spielt das Gerät zwar nicht in der Smartphone-Oberliga, aber definitiv auch nicht im Smartphone-Unterhaus.

6,18 Millimeter sind jetzt das neue Gardemaß

Ascend P6 heißt das in Anspielung auf die 6,18 Millimeter Gehäusemaß am 18. Juni in London vorstellte superdünne Smartphone. Der Abstand zur Konkurrenz ist durchaus erwähnenswert: Das iPhone 5 hat 7,6 Millimeter, das Galaxy S4 gar 7,9 Millimeter. Die exakten Maße des selbsternannten Konkurrenten der beiden Smartphone-Platzhirsche: 132,65 x 65,5 x 6,18 Millimeter.

Zierlich wirkt es dann auch, das Ascend P6, das nur 120 Gramm auf die Feinwaage bringt. Trotzdem ist der Bildschirm immerhin 4,7 Zoll groß, was am Gesamteindruck aber nichts ändert. Bei der Auflösung dieses Bildschirmes allerdings beginnen auch schon die technischen Kompromisse. Statt der technisch möglichen Full-HD-Auflösung von 1.080 x 1920 Pixel hat man sich bei Huawei für einfaches HD mit 720 x 1280 Pixeln entschieden. Das stört aber nur den Pixeljäger, denn sichtbar ist dieser Unterschied allenfalls im direkten Vergleich zum Beispiel mit dem Galaxy S4, was selbstverständlich in Full-HD-Auflösung daherkommt. Dafür glänzt der Huawei-Bildschirm mit schönen Farben, knackigen Kontrasten und gut einsehbaren Betrachtungswinkel. Der Touchscreen lässt sich auch mit Handschuhen bedienen, man denke an den nächsten Winter, der so sicher kommen wird, wie das Amen in der Kirche.

Frontkamera hat fünf Megapixel

Für eine Überraschung sorgt das Ascend P6 mit seiner Frontkamera. Dort zeichnet die Optik mit fünf Megapixeln auf, für Selbstportraits ergibt das ordentliche Bilder in HD-Qualität. Ein besonderes Gimmick ist die Beautyshot-Funktion: Mit einem Schieberegler kann man einstellen, um wie viel Jahre man auf seinen mit dem Ascend P6 geschossenen Portraits jünger aussehen will. Das erledigt dann die integrierte Software. Die Kamera auf der Rückseite ist mit acht Megapixeln nicht wirklich High-End, aber brauchbar. Auch hier ein Vergleich mit den Konkurrenten: Das Samsung-Schlachtschiff hat eine 13 Megapixel-Kamera an Bord, das iPhone 5 wartet allerdings auch nur mit einer acht Megapixel-Kamera auf.

Wer viel mit seinem smarten Telefon fotografiert, der braucht viel Speicherplatz für seine Fotos. Da schwächelt das P6 und stellt intern nur zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und acht Gigabyte Flashspeicher zur Verfügung. Dafür können in den eingebauten microSD-Slot an der Gehäuseseite Speicherkarten bis 32 Gigabyte eingesteckt werden. Da man diese Speicherkarten ohne jedes Problem in beinahe jedem Elektronikgeschäft unserer modernen Welt zu kaufen bekommt, sollte auch auf Reisen mit dem P6 als Hauptkamera die Speicherplatz-Problematik gelöst sein.

Wer dann seine Reisefotos der Familie oder den tausend Freunden auf Facebook zeigen will und möglicherweise auch noch darüber sprechen möchte, muss Abstriche machen. Denn an der Bestückung des P6 mit drahtlosen Technologien hat Huawei, nun ja, gegeizt. Mobilfunknetze lassen sich nur mit 3G-Technologie und mit maximal 21,6 Mbit/s nutzen. Long Term Evolution (LTE) mit immerhin bis zu 300 Megabit pro Sekunde ist mit dem P6 nicht möglich. Beide Konkurrenten sind dagegen mit der schnellen LTE-Technik ausgestattet. Huawei-CEO Richard Yu versprach aber bei der Vorstellung des P6, LTE im vierten Quartal des Jahres nachzureichen. Auch beim Bluetooth-Standard schwächelt Huawei mit dem P6 und setzt auf die stromintensive Version 3.0, statt die stromsparende Version 4.0 zu verwenden. Auch hier gilt: Samsung und Apple setzen beide auf den neuesten Bluetooth-Standard.

Bei der Akkuleistung kann das magersüchtige Smartphone allerdings punkten. Es bietet eine Akkukapazität von 2000 mAh an. Damit kann man sicherlich keine Woche durchtelefonieren, aber ein wesentlich dickeres ansonsten aber vergleichbares Smartphone wie das Nexus 4 von Google hat auch nur 100 mAh mehr. Wechseln allerdings lässt sich der Akku auch beim P6 nicht, das riecht schwer nach der sogenannten geplanten Obsoleszenz. Wie bei den berüchtigten elektrischen Zahnbürsten, ist das ganze schöne teure Produkt nur noch Elektroschrott, sobald der Akku aufgibt. Das kann man nachhaltiger lösen. Samsung hat dies mit dem Galaxy S4 vorgemacht.

Android-Betriebssystem ist aktuell und bietet viele Neuheiten

Äußerst aktuell ist hingegen das Betriebssystem. Hier hat Huawei das aktuelle Android 4.2 Jelly Bean vorinstalliert. Darauf gesattelt haben die Chinesen ihr eigenes Emotion UI in der Version 1.6, welches dem Android-System Beine machen soll. Dazu kommen um die 300 Neuerungen. So gibt es jetzt ein zentrales Widget, welches sich ganz individuell den eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpassen und auch platzieren lässt.

Das Sicherheits-Tool „Permission Manager“ zum Beispiel sorgt dafür, dass private Daten vor neugierigen Blicken geschützt sind und es entlarvt Apps, die im Hintergrund Daten ziehen. Und das werden ja bekanntlich immer mehr. Huawei stellt über 1000 Themes für das P6 als Download zur Verfügung, drei davon sind auf dem Ascend 6 immerhin schon vorinstalliert.

Design erinnert stark an Apples iPhone

Das Design des P6 erinnert in seiner Kantigkeit durchaus an die neueren iPhone-Modelle 4 und 5. Allerdings setzt sich das P6 mit einer abgerundeten unteren Kante von Apple ab. Auch die eckigen Schalter sollen die eigene Designleistung unterstreichen.  Richard Yu, der CEO von Huawei, leugnet auch nicht, sich bei der Entwicklung des P6 an den Design-Künsten von Apple orientiert zu haben. Er betont aber, dass der zuständige Designer von Huawei, Wu7 Guoping, sehr viele eigene Ideen im P6 umgesetzt hat. So ist ein runder Knopf im Rahmen, der scheinbar ohne Funktion ist, dann in der Tat die Abdeckung der Kopfhörerbuchse und gleichzeitig der Auswerfer für den SIM- und den microSD-Karten-Halter ist.

Schön ist beim Ascend P6 der Kontrast zwischen dem harten, glatten Rahmen, in dem – wie beim iPhone – die Antennen untergebracht sind, und der Rückseite aus gebürstetem Aluminium. Und die wirklich sehr superschlanke Bauweise bewirkt, dass auch der Daumen bei etwas kleineren Händen auf dem Bildschirm immer auch die entfernter liegendenBereiche erreicht. Das sorgt für einen sehr geschmeidigen Bedienungskomfort.

Der Preis entscheidet über den Erfolg des Ascend P6

So dürfte es letztlich wohl der Preis sein, der über Erfolg oder Scheitern entscheidet. Huawei hat mehrere große Mobilfunkunternehmen und Handelsketten von seinem Ascend P6 überzeugt. Es wird aller Voraussicht nach in Deutschland verkauft von Saturn, Media Markt, Vodafon und der Telekom. Die unverbindliche Preisempfehlung der Chinesen liegt bei 449 Euro. Diese Preisempfehlung ist bekanntlich unverbindlich. Und so wird der Samsung- und Apple-Angreifer hierzulande wohl für 350 Euro zu haben sein. Zum Vergleich: Das Galaxy S4 ist bei Amazon für etwa 550 Euro zu haben, das iPhone 5 kostet noch rund 100 Euro mehr. Gute Chancen also für das magersüchtige elegante Smartphone Ascend P6 aus China, den beiden Platzhirschen ernsthafte Konkurrenz zu machen. 

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Von Detlef Stoller
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