25.04.2014, 14:16 Uhr | 0 |

Neue Funktion des Kartendienstes Google ermöglicht Usern eine Reise durch die Zeit

Google Maps hat an der Uhr gedreht: User können sich mit dem Kartendienst zukünftig sogar durch die Zeit bewegen. Möglich machen das Bilder der gleichen Gebäude, die zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen worden sind. So kann man an einer Timeline ziehen und beispielsweise beobachten, wie neue Hochhäuser in den Himmel wachsen. 

Der Freedom Tower in New York bei Google Maps
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Der Freedom Tower in New York bei Google Maps. Die neue Funktion macht es möglich, Zeitsprünge zwischen den Jahren 2007 und 2013 zu machen.  

Foto: Google

Wer schon immer von Reisen durch die Zeit geträumt habe, habe dazu nun die Möglichkeit, schwärmte der Produktdirektor von Google Street View, Vinay Shet, bei der Vorstellung der neuen Funktion. Was etwas weit gegriffen ist. Auch die Parallele in einem Blog-Beitrag des Konzerns zu dem Zeitreisenden Doc Brown aus der Filmtrilogie "Zurück in die Zukunft" ist überhöht. Aber spannend ist das neue Feature alle Male.

Bilder dokumentieren das Wachstum des Freedom-Towers

Die Zeitreise beginnt im Jahr 2007: Seitdem verfügt Google über Archivbilder. Damals ist das US-Unternehmen mit Street View in den USA gestartet. Nach und nach eroberte es die Welt. Das aktuellste Update des Kartendienstes bietet an, mitzuverfolgen, wie sich bestimmte Orte, Plätze und Gebäude verändert haben. Dazu gibt es eine Timeline von jüngeren und älteren Panoramabildern.

Als spektakuläre Beispiele zeigt der Konzern die Fortschritte beim Bau des Freedom-Towers in New York, der an Stelle der zerstörten Twintower entsteht, und des WM-Fußballstadions in Fortaleza in Brasilien. Auch Schäden durch den Tsunami in Japan im Jahr 2011 sind dokumentiert. Auf zwei bis drei Zeitpunkte soll man später überall einen Blick werfen können, in Metropolen sollen sogar über 20 verschiedene Punkte angeboten werden. 

In Deutschland macht der Datenschutz Google einen Strich durch die Rechnung

Dass es keine Zeitreise durch deutsche Städte und Regionen geben wird, hängt mit einer rechtlichen Sonderregelung für das Veröffentlichen der Street-View-Bilder zusammen. Hausbesitzer haben ein Mitspracherecht. Sie dürfen Widerspruch einlegen gegen die Aufnahmen. Deshalb sind etliche Häuser in der 360-Grad-Ansicht des Kartendienstes verpixelt.

Noch ist die Zeitreise nicht für jeden User verfügbar. Die neue Funktion wird schrittweise eingeführt. Zuerst wird sie  in der Desktop-Version von Google Maps freigeschaltet. Wenn oben links im Street-View-Bild ein Uhrensymbol erscheint, kann sie aktiviert werden.

Sieben Jahre zurück in die Geschichte sind heute zwar nicht die Welt, aber in Zukunft könnte das Update eine wesentlich größere Faszination ausüben, meint der Vizepräsident für Infrastruktur bei Google, Urs Hölzle: „Wenn Sie heute Kind sind, werden sie in 50 Jahren die Straßen des Viertels Ihrer Jugend wiederfinden können.“ 

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Von Lisa von Prondzinski
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