09.09.2013, 15:35 Uhr | 0 |

Billiger im EU-Ausland telefonieren EU-Kommissarin Kroes will Roaming-Gebühren ganz abschaffen

Das Telefonieren im europäischen Ausland mit dem Mobiltelefon ist seit dem 1. Juli 2013 günstiger geworden. Bis spätestens Juli 2016 sollen die Roaming-Gebühren komplett wegfallen, fordert die EU-Kommissarin für digitale Fragen, Neelie Kroes, nun in ihrem Verordnungsentwurf. 

Mobil im europäischen Ausland telefonieren soll noch günstiger werden.
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Keine bösen Überraschungen mehr: Das mobile Telefonieren im europäischen Ausland soll nach EU-Plänen transparenter und vor allem deutlich günstiger werden. 

Foto: dpa/E-Plus Gruppe

Auslandszuschläge für das Telefonieren mit dem Mobiltelefon sind derzeit noch gang und gäbe. Aber nicht mehr lange: Schrittweise sollen diese Roaming-Gebühren wie schon im Juli 2012 angekündigt nun eingestellt werden. Ein entsprechender Vertrag soll noch im September 2013 vorgestellt werden.

Schrittweise Senkungen auf freiwilliger Basis

Zunächst sollen die derzeit existierenden Gebühren im Jahr 2014 erneut sinken. Für eingehende Gespräche entfallen diese Gebühren komplett. Die Mobilfunkanbieter sollen in einem „freiwilligen Mechanismus“ die Auslandsgebühren beenden, heißt es in dem Entwurf. „Die Konsumenten werden in Zukunft frei sein, ihren Roaming-Partner – also das entsprechende örtliche Telefonunternehmen – frei zu wählen, wenn sie ins Ausland reisen“, so Kroes.

Die Konkurrenzfirmen haben die Möglichkeit, dem Kunden ein Angebot per SMS zu unterbreiten, sobald diese die Grenze überschreiten und ins europäische Ausland einreisen. Kurzzeitverträge mit Inlandstarifen des entsprechenden Landes sind dann also möglich.

Die Mobilfunkunternehmen sollten sich also genau überlegen, ob sie weiterhin die Auslandszuschläge für ihre Kunden berechnen. Sie könnten sie ansonsten während des Auslandsaufenthaltes verlieren. Mobilfunkanbieter könnten aber zum Ausgleich Allianzen mit anderen Anbietern in den EU-Staaten eingehen.

Verlässliche Informationen für den Kunden gefordert

Weitere Verbesserungen für den Mobilfunkkunden soll es in der Vertragsbindung geben. Neben einer Erstvertragsbindung von 24 Monaten soll der Kunde auch die Möglichkeit haben, einen Einjahresvertrag einzugehen. Längere Vertragsbindungen wird es dann nicht mehr geben.

Auch Festnetz-Verbindungen zwischen den EU-Staaten sollen künftig nicht teurer sein als Fernverbindungen im eigenen Land.

Weiterhin sollen die Anbieter zuverlässigere Angaben über ihr Leistungsangebot machen. Der Kunde soll transparente Informationen über tatsächlich zu erreichende Geschwindigkeit und Datenvolumen des Internet-Providers erhalten.

Seit Juli 2013 ist es günstiger im Ausland sein Laptop zu benutzen oder zu telefonieren. Kunden zahlen nur noch 24 Cent pro Minute für Anrufe ins europäische Ausland. Bisher waren es noch 29 Cent pro Minute. Einen Anruf annehmen ist mit 8,3 Cent pro Minute ebenfalls deutlich günstiger geworden. Früher wurden 9,5 Cent pro Minute berechnet. Bereits zum 1. Juli 2012 waren die Kosten für Handy-Telefonate im Ausland auf Druck der EU gefallen.

Auch Preisobergrenze für das mobile Internet

Auch die Kosten für das Herunterladen von Daten im Ausland sind seither gesunken. Waren es im Juli 2012 noch 83 Cent pro Megabyte, sind es seit Juli 2013 nur noch maximal 53,5 Cent pro Megabyte Datenvolumen. Der Endpreis für eine SMS ist jetzt nur noch 9,5 statt bislang 10,7 Cent. Ankommende SMS sind für den Kunden kostenlos. Für das mobile Internet gibt es ein Limit von 50 Euro. Hat ein Kunde etwa 80 Prozent seines Limits erreicht, muss er vom Anbieter rechtzeitig gewarnt werden. Danach muss die Verbindung gekappt werden. Der Kunde kann dieses Limit jedoch nach Bedarf erweitern oder senken, wenn er mehr oder weniger im Internet surfen will.

Und ab Juli 2014 werden die Telefonkosten im Ausland weiter sinken: Denn das Telefonieren im EU-Ausland soll künftig nicht teurer sein als zuhause, fordert die EU-Kommission und bereitet das Ende der Roaming-Gebühren vor. Damit sollen die erheblichen Unterschiede zwischen den Inlands- und Roamingpreisen aufgehoben werden und ein Binnenmarkt für Telekommunikationsdienste geschaffen werden.

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Von Petra Funk
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