27.11.2014, 13:41 Uhr | 1 |

Bitkom Trendkongress 2014 Deutsche stehen Digitalisierung gelassen gegenüber

Der Bitkom Trendkongress in Berlin hatte eine klare Botschaft: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht der fortschreitenden Digitalisierung gelassen gegenüber und sieht sogar mehr Chancen als Risiken. Einen Preis gewonnen hat die Berliner Firma Auticon für ihre Integration von Autisten und die Firma Talwerk für ihren intelligenten Blumentopf. 

Bitkom Trendkongress in Berlin
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Beim Bitkom Trendkongress in Berlin trafen sich Vertreter aus Wirtschaft, Politik, junge Unternehmer und Vordenker des digitalen Zeitalters. 82 Prozent der Bundesbürger sind laut Bitkom-Studie der Ansicht, dass die Digitalisierung Wirtschaft und Gesellschaft mindestens so stark veränderte wie die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert.

Foto: Bitkom

Der Trendkongress des Hightech-Verbands Bitkom in Berlin ist eine Art Brennglas: In der Station Berlin am Gleisdreieck liefen am 25. November jetzt schon zum dritten Mal über 1400 Macher aus allen möglichen digitalen Bereichen zusammen. Es trafen sich Vertreter aus Wirtschaft, Politik, junge Unternehmer und Vordenker des digitalen Zeitalters. Auf drei Bühnen ging es einen ganzen Tag um die digitale Zukunft. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) kündigte für März 2015 ein Forschungsprogramm zur Arbeit der Zukunft an.

Denn alle wissen: Die Digitalisierung greift immer mehr in die tiefsten und intimsten Sphären der Menschen ein. Trendforscher Nick Sohnemann ist sich sicher, dass wir uns in Zukunft vom Aufstehen bis zum ins Bett fallen durch eine digitale Welt bewegen. Vor allem die rasant wachsende Hardware sieht der Trendforscher als entscheidenden Faktor: Das reicht von der Drohne, die uns die Post bringt, über die Datenbrille, mit der wir unsere Mails abrufen bis zum selbstfahrenden Auto, das uns wie von Geisterhand zur Arbeit bringt.

Tenor der Bundesbürger: Digitalisierung bietet mehr Chancen als Risiken

Eine aktuelle Bitkom-Studie zur Wahrnehmung der Digitalisierung in der Bevölkerung hat ergeben, dass 82 Prozent der Bundesbürger der Ansicht sind, dass die Digitalisierung Wirtschaft und Gesellschaft mindestens so stark verändere wie die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert. 1006 Personen ab 14 Jahren wurden für diese Studie befragt.

Beruhigend: 65 Prozent der Befragten sehen in der Digitalisierung mehr Chancen als Risiken. Zwar sind drei Viertel der Ansicht, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze in traditionellen Branchen gefährdet. Gleichzeitig sind mit 71 Prozent aber fast ebenso viele Bürger der Meinung, durch die Digitalisierung würden viele neue Jobs entstehen. „Im Großen und Ganzen halten die allermeisten Menschen das Internet für eine große Errungenschaft“, betonte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. „Es gibt keine digitale Euphorie, aber eine positive Grundstimmung.“

Auticon bietet 40 Autisten einen IT-Arbeitsplatz

Die Firma Auticon aus Berlin hat den Alltag von 40 Autisten verändert. Sie arbeiten bei Geschäftsführer Kurt Schöffer als IT-Consultans, analysieren und testen dank ihrer besonderen Begabung in Logik und Mustererkennung Softwaresysteme. „Aus Sozialhilfeempfängern werden so Steuerzahler“, sagt Schöffer. Mit dieser Idee und vor allem der Umsetzung hat Auticon den Bitcom Innovators Pitch für Geschäftskunden gewonnen, einen Gründerpreis des IT-Verbandes, der in diesem Jahr zum neunten Mal vergeben wurde. Trotz des sozialen Aspekts betont Schöffer vor allem den wirtschaftlichen Nutzen seiner Idee. „Wir sind ja keine Behindertenwerkstatt.“

Intelligenter Blumentopf FlowerNanny gewinnt Innovators Pitch

Der Innovators Pitch für Privatkunden ging an die Wuppertaler Firma Talwerk für einen intelligenten Blumentopf, der dank Wasserspeicher, Sensoren und Solarmodul automatisch das lästige Blumengießen übernimmt. Der Blumentopf informiert den Blumenfreund per Smartphone-App, wann es Zeit ist, den Wasserspeicher nachzufüllen.

Die intelligenten Blumentöpfe sollen im kommenden Jahr auf den Markt kommen, der Preis soll zwischen 29 und 49 Euro liegen. Das Gefäß hört übrigens auf den Namen FlowerNanny. 

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Von Detlef Stoller
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kommentare
27.11.2014, 20:53 Uhr Dortmunder
Ich bin sehr gespannt in wie weit Deutschland es schafft Arbeitsplätze von niedrig qualifizierten Arbeitnehmern die durch die Digitalisierung gefärdet sind dadurch auszugleichen das man mehr hochqualifiziertes Personal ausbildet...

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