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20.01.2014, 13:10 Uhr | 0 |

Zu schwach bei Mobilprozessoren Chiphersteller Intel baut noch dieses Jahr 5000 Stellen ab

Der amerikanische Chipkonzern Intel will noch in diesem Jahr weltweit 5000 Arbeitsplätze abbauen. Grund ist die schon lange abflauende Nachfrage nach Mikroprozessoren für klassische PCs. Dem Konzern ist es nicht gelungen, die sinkenden Absätze durch Zuwächse im boomenden Markt für Low-Power-Chips für Tablets und Smartphones auszugleichen.

Intel-Filiale
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Intel-Filiale in Deutschland: Der Chip-Konzern will auf dem Markt für Smartphones und Tablets aufholen. Hier hat bislang die Konkurrenz die Nase vorn. Doch noch dieses Jahr soll sich der Absatz mobiler Low-Power-Chips vervierfachen.

Foto: Intel

Weil immer mehr Menschen auf Smartphones und Tablets setzen, schrumpfte der PC-Markt im Jahr 2013 um zehn Prozent. Eine kritische Entwicklung für den unangefochtenen Marktführer Intel, der bei PC-Mikroprozessoren einen weltweiten Anteil von rund 80 Prozent hält. Umso stärker ist Intel von dem schrumpfenden Absatz der Tischcomputer betroffen. 5000 Stellen will Intel deshalb abbauen, bestätigte inzwischen der Konzern. Einige Mitarbeiter gehen in den Ruhestand, andere sollen an einem freiwilligen Ausscheiderprogramm teilnehmen. Noch beschäftigt Intel 107.000 Menschen beschäftigt.

Neue Produktionsstätte Fab 42 wird zum Milliardengrab

Der Stellenabbau zeigt, dass es Intel nicht gelungen ist, eine ähnliche Dominanz im wachsenden Markt für Low-Power-Chips aufzubauen, die in mobilen Geräten genutzt werden. Hier haben bislang die Konkurrenten Qualcomm und Samsung Electronics die Nase vor. Intel hat nun angekündigt, sich stärker auf diesen Markt zu konzentrieren.

Gleichzeitig wird Intel seine neue Produktionsstätte Fab 42 nicht mehr fertigstellen. Hier wollte der Chipkonzern eigentlich moderne PC-Chips mit 14-Nanometer-Struktur herstellen. Doch offenbar glaubt das Unternehmen nicht mehr an diesen Markt und stellt die Bauarbeiten ein. Die Fabrik ist nun ein Fünf-Milliarden-Dollar-Grab.

Auch die Produktionsstätte Fab 17 wird noch dieses Jahr die Tore schließen. Findet Intel keinen Käufer, der in Massachusetts weiterhin Halbleiterchips produzieren will, verlieren dort über 700 Mitarbeiter ihre Jobs.

Umsatz ist nur leicht zurück gegangen 

Ganz ohnmächtig stand Intel dem schrumpfenden PC-Markt allerdings nicht gegenüber. Im vierten Quartal 2013 konzentrierte sich der Konzern auf das Geschäft mit Chips für Rechenzentren. Scheinbar mit Erfolg, wie die kürzlich veröffentlichten Quartalszahlen belegen. „Wir hatten ein solides viertes Quartal mit Zeichen eines sich stabilisierenden PC-Segments und finanzielles Wachstum im Vergleich zum Vorjahr“, erklärt Geschäftsführer Brian Krzanich.

Auch die Jahresbilanz stagniert auf hohem Niveau: 2013 fiel der Umsatz lediglich um ein Prozent auf 52,7 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie sank hingegen um 11 Prozent auf 1,89 US-Dollar. Für 2014 erwartet Intel einen gleichbleibenden Umsatz.

Absatz der Mobil-Chips für Tablets und Smartphones soll sich vervierfachen

Zu den wichtigsten Zielen Intels zählt es nun, den Markt der Smartphones und Tablets zu erobern und den Konkurrenten Qualcomm und Samsung Electronics Kunden abzujagen. Die Ziele von Krzanich sind sportlich: Er will den Absatz mobiler Low-Power-Chips dieses Jahr auf 40 Millionen Stück vervierfachen. Laut einem Bericht von heise.de will das Unternehmen zudem den Einbau seiner Mobil-Chips bei den Tablet- und Smartphone-Herstellern subventionieren und einen Teil der Entwicklungs- und Herstellungskosten übernehmen. Dadurch soll die Gewinnspanne dieses Jahr um 1,5 Prozent schmelzen. 

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Von Patrick Schroeder
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