08.06.2015, 14:09 Uhr | 0 |

Entwicklerkonferenz WWDC Branche erwartet Startschuss für Musikdienst Apple Beats

Montagabend startet Apples Entwicklerkonferenz WWDC: Der Konzern wird dabei vermutlich den Startschuss für seinen Musikdienst Apple Beats geben, mit dem er zum Angriff auf Spotify bläst. Die Branche erwartet außerdem News zur Apple Watch. 

Konferenzzentrum Moscone Center West in San Francisco
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Das Konferenzzentrum Moscone Center West in San Francisco ist Ort der Apple-Entwicklerkonferenz 2015. Apple will am Abend den Start seines Musik-Streamingdienstes bekannt geben.

Foto: Christoph Dernbach/dpa

Dass Apple in den Markt des Musikstreamings einsteigt, ist längst ein offenes Geheimnis: Zuletzt hat sich Doug Morris verplappert. Der Chef des Musiklabels Sony Music erzählte in einem Interview, dass Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco – Start ist 19 Uhr MESZ – den Musikstreaming-Dienst Apple Beats präsentiert.

Apple Beats soll es Usern ermöglichen, Millionen von Titeln im Stream zu hören. Anders als bei Spotify soll es allerdings keine kostenlose Variante mit Werbung geben, sondern nur einen kostenpflichtigen Aboservice. Kostenpunkt: Laut Gerüchten 10 US-Dollar pro Monat – umgerechnet 8,84 Euro und somit rund ein Euro günstiger als Spotify.

Apple Beats läuft angeblich nur auf iOS

Zweiter Unterschied zum schwedischen Anbieter: Apple Beats soll nur auf dem hauseigenen Betriebssystem iOS laufen und Googles Android außen vor lassen. „Da tobt seit Jahren ein interner Kampf bei Apple“, sagt ein Apple-Insider der Wirtschaftswoche. „Die iTunes-Leute wollen auf Android, weil sie sonst gut 80 Prozent des Marktes verschenken, aber die für iPads und iPhone zuständigen Manager mauern.“

Muss Spotifiy jetzt fürchten, überrannt zu werden? Zwar sei der neue Streamingservice eine ernste Konkurrenz, weil Apple mit dem Downloadmodell iTunes bereits Millionen Kundenkontakte generiert hat, sagt Morris: „Nun, sie haben 178 Milliarden US-Dollar in der Bank. Und sie haben 800 Millionen Kreditkarten bei iTunes.“ Doch gleichzeitig könnte Apples Markteintritt entscheidender Impuls für das Bezahlmodell sein und allen Booten Auftrieb geben, sagte Morris am Wochenende auf der Musikmesse Midem in Frankreich. Bislang ist nämlich bei Spotify nur etwa jeder Vierte von rund 60 Millionen Nutzern zahlender Abokunde.

Neue Funktionen für iOS, Siri und die Apple Watch?

Natürlich erwarten die 5000 anwesenden Entwickler heute Abend in San Francisco noch weitere Neuigkeiten aus dem Apple-Universum: Weit oben auf der Liste steht dabei die Apple Watch. Die Entwickler erwarten hier eine Softwareaktualisierung, die ihnen direkten Zugriff auf die Sensoren der Computeruhr gestattet.

 

Auch das mobile Betriebssystem iOS könnte mit Neuerungen aufwarten. Möglicherweise mit einem Splitscreen, der auf dem iPad die gleichzeitige Ausführung zweier Apps ermöglicht – wie es bei Googles Konkurrenzsystem Android schon möglich ist. Auch der digitale Assistent Siri könnte intelligenter werden und in Zukunft gemeinsam mit der Apple Homekit-Plattform Licht und Heizung im smarten Home steuern.

Neue Geräte wird es auf der Entwicklerkonferenz wahrscheinlich nicht zu sehen geben. Das nächste iPhone kommt erst im Herbst, die Vorstellung eines größeren iPads erwartet die Branche im nächsten Jahr. Und auch der Vorstoß in den Fernsehmarkt und die Aktualisierung der TV-Box von Apple sollen laut Medienberichten noch auf sich warten lassen. 

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Von Patrick Schroeder
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