16.09.2013, 07:03 Uhr | 0 |

Apple im neuen Look Apples Mobilbetriebssystem iOS 7 mit vielen neuen Features

Das neue Mobilbetriebssystem iOS 7 von Apple wird am 18. September ausgeliefert. Es glänzt mit vielen neuen Funktionen,  einem komplett überarbeiteten Design und kostenlosen Software-Dreingaben. Die Hunderte Millionen Over-The-Air-Updates (OTA) der iPhones und iPads in der nächsten Woche könnten die Bandbreite des Internets allerdings bis an seine Grenzen belasten.

Apple-Geräte mit dem Betriebssystem iOS7
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Apple-Geräte mit dem Betriebssystem iOS7: Apple bringt das neue, erheblich überarbeitete Betriebssystem am 18. September auf den Markt.

Foto: Apple

Zum ersten Mal seit der Einführung des iPhone im Jahr 2007 hat Apple seinem Mobilbetriebssystem iOS mit der bevorstehenden Version iOS 7 eine ganz neues Design verpasst, dessen offensichtlichstes Merkmal ein extrem „flacher“ Look ist.

Nach einer Phase mit schrittweisen grafischen Updates hat Apple jetzt mit dem radikalen Wechsel des Designs einen Meilenstein gesetzt. Nicht jedem gefällt das neue Aussehen. Einige Apple-Enthusiasten fremdeln nur mit dem Design, andere stört es, dass Apple auch die Bedienung in einigen Details umgestellt hat. Wer mit iOS 6 vertraut ist, muss sich an einige Änderungen gewöhnen, was aber bei einem so umfangreichen Update nicht anders zu erwarten war.

Einige Apple-Neuerungen erinnern an Android von Google

Manche der Neuerungen erinnern stark an das Mobilbetriebssystem Android von Google. Schon der Sperrbildschirm kommt daher wie ein Déjà-vu seines Pendants in Android.

Eine sehr beeindruckende Besonderheit des Designs sind die dynamischen Hintergrundbilder, neudeutsch Dynamic Wallpapers: ein echter Hingucker! Beim Kippen des iPhones um seine Achsen wird die Parallaxe so geschickt geändert, dass der Betrachter durch die Verschiebung des Bildes hinter den Icons einen täuschend echten 3D-Effekt sieht.

Technisch wird dieses beeindruckende Gimmick von den Daten des Beschleunigungsmessers und des Lagesensors gesteuert. Bei jeder Lageänderung des Gerätes wird das Hintergrundbild mit der Geschwindigkeit der auslösenden Änderung um den Betrag der Parallaxenänderung verschoben.

Auch die anderen 3D-Animationen des neuen iOS sind sehr sauber und fließend programmiert und auch eine Freude fürs Auge. Trotzdem muss man sie als Produktivitätsbremse bezeichnen, denn auch eine halbe Sekunde Verzögerung ist im Grunde verschenkte Zeit bis zur nächsten Geste, und diese Zeiten summieren sich ja auch auf. An dieser Stelle erschlägt das Design die Funktion.

iOS 7 wurde durch neue Funktionen aufgewertet

Das Betriebssystem bringt auch einiges an neuen Funktionen mit. Andere schon in iOS 6 vorhandene Programme und Funktionen wie die Sprachsteuerung Siri, der Apple-Browser Safari, der App Store, die Foto-App oder das Multitasking wurden deutlich überarbeitet und verbessert. Rechtzeitig zum Verkaufsstart des neuen iPhone 5S mit seinem 64 Bit-Prozessor ziehen mit iOS 7 auch die 64 Bit-Unterstützung und die Unterstützung für den Grafikstandard OpenGL ES 3.0 in Apples Mobilbetriebssystem ein.

Neu in iOS 7 ist das Control Center, das man mit einer Wischgeste von der unteren Kante des Bildschirms nach oben aufruft. Über das Control Center erreicht man schnell Einstellungen wie Helligkeit, WLAN, Bluetooth oder die Kamera App. Android lässt grüßen…

Das Benachrichtigungs-Center kann man jetzt schon vom Lockscreen aus sehen. Mit einem Wisch nach unten erscheint eine Übersicht aller Ereignisse des Tages auf dem Bildschirm.

Zu den neuen Funktionen gehört auch AirDrop, eine Funktion zum Teilen von Inhalten mit Kontakten, die sich gerade in der Nähe befinden. Alle Apps, die das Teilen von Inhalten erlauben, werden dabei um die Möglichkeit erweitert, das für gerade in der Nähe befindliche Kontakte zu tun. Die Daten werden dabei aus Sicherheitsgründen verschlüsselt übertragen.

Neues Betriebssystem läuft auch auf älteren Geräten

iOS 7 läuft nicht nur auf den soeben in Cupertino  angekündigten neuen iPhones 5S und 5C. Updatefähig sind alle iPhones ab Version 4, alle iPads ab Version 2, das iPad mini und das iPod touch der fünften Generation. Darüber hinaus gibt es zum neuen Betriebssystem auch ein paar hübsche Software-Zugaben vom Hersteller.

iTunes Radio, Apples werbefinanzierter Online-Radio-Dienst, gehört unter iOS 7 jetzt schon zum Betriebssystem. Die Nutzung ist kostenlos. Das lang erwartete iTunes Radio kommt beim Start schon mit 200 Radiosendern daher. Ein iTunes Match-Abo erlaubt es auch, das Online-Radio werbefrei nutzen.

Mit der Veröffentlichung von iOS 7 will Apple auch neue Versionen der Bürosoftware iWork für Mobilgeräte vorstellen. Die Anwendungen Pages, Numbers, Keynote und die Apps iMovie und iPhoto werden anders als heute dann bei neuen iOS-Geräten kostenlos sein. Mit diesen Dreingaben wertet Apple sein Mobilbetriebssystem deutlich auf.

Erfahrungsgemäß werden es allerdings alle Internetnutzer deutlich merken, wenn am 18. September die Over-The-Air (OTA)-Updates über die Mobilfunknetze starten. Keine andere Nutzung des Netzes hat es in den letzten Jahren so sehr an die Grenze seiner Übertragungskapazität gebracht wie die OTA-Updates des Apple-Mobilbetriebssystems.

Seit 2007 hat  Apple schon fast 700 Millionen iOS-Geräte auf den Markt gebracht – iPhones, iPads und iPods. Wenn auch nur ein Drittel dieser Geräte wie seinerzeit beim Update von iOS 5 auf iOS 6 über das Mobilfunknetz mit iOS 7 versorgt wird, dürfte es ein paar Tage lang eng werden bei den Mobilprovider.

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Von Klaus Ahrens
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