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18.02.2014, 12:49 Uhr | 0 |

Mehr Internetsicherheit durch Ultraschall Akustische Signale statt Passwörter: Google kauft das Startup „SlickLogin"

Das israelische Startup-Unternehmen „SlickLogin“ verwendet Hochfrequenztöne, um die Anmeldung bei Webseiten und Internetdiensten einfacher und sicherer zu machen. Nur wenige Monate, nachdem die neue Technologie vorgestellt wurde, gehört SlickLogin nun zum Google-Imperium.

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Hoch hinaus: Google setzt seine Einkaufstour fort und schluckt das israelische Startup SlickLogin. In den letzten drei Jahren hat der Internet-Gigant insgesamt 127 Firmen übernommen oder Anteile an ihnen erworben.

Foto: dpa

Das passte offenbar genau ins Portfolio von Google. Nur wenige Monate, nachdem die drei Gründer von SlickLogin ihre Idee für eine sichere und einfache Authentifizierungs-Technologie auf der Konferenz TechCrunch Disrupt vorstellten, sehen sie sich nun als Teil des Google-Konzerns. Neben Or Zelig, Eran Galili und Ori Kabeli, die SlickLogin vor weniger als einem Jahr gründeten, gibt es keine weiteren Angestellten in dem Startup und ein fertiges Produkt können die drei auch noch nicht liefern. Aber das, was die drei in den vergangenen Jahren entwickelt haben, könnte in eine künftige Version von Googles eigener Identifikationstechnik integriert werden. Zur Kaufsumme gibt es keine offiziellen Angaben, Schätzungen gehen von mehreren Millionen Dollar aus.

Computer sendet unhörbares akustisches Signal über seine Lautsprecher

Mit der SlickLogin-Technologie wären lästige und oft unsichere Passwörter überflüssig. Mit dem neuen Verfahren generieren Websites für den Menschen unhörbare Töne, die über die Lautsprecher des Computers ausgegeben werden. Auf seinem Smartphone hat der Nutzer zuvor eine App installiert, auf der seine Zugangsdaten gespeichert wurden. Will er sich nun einloggen, wird zunächst die Position des Smartphones, zum Beispiel mit GPS, Bluetooth, W-LAN oder QR-Codes geprüft. Nur in einem bestimmten Areal um den Computer herum soll das Einloggen überhaupt freigeschaltet werden. Danach sendet der Computer das unhörbare Signal, das vom Smartphone empfangen wird. Das Smartphone bestätigt die Identität und gibt grünes Licht an den Server für den Login.

Was die Sicherheit der SlickLogin-Technologie angeht, so haben die drei Firmengründer offenbar ihre Hausaufgaben gemacht. Alle drei sind Absolventen einer Einheit der israelischen Streitkräfte, die sich auf Sicherheitsfragen spezialisiert hat. Alle Signale sind verschlüsselt und zudem wird bei jedem Login ein neues, einzigartiges Signal erstellt und gesendet. Allein der mögliche Diebstahl des Smartphones wäre eine gewisse Schwachstelle im System.

SlickLogin als Teil einer Zwei-Schritt-Authentifizierung

SlickLogin würde sich hervorragend dazu eignen, um als ein Teil einer sogenannten Zwei-Faktor oder Zwei-Schritt-Authentifizierung zu dienen. Anmeldevorgänge werden dadurch wesentlich sicherer. Der Zugang zu einer Seite oder einem Dienst hängt dabei nicht nur vom ausgedachten Passwort des Nutzers ab, sondern außerdem von einem zweiten Faktor. Neben einem Passwort, das man kennt, wird ein weiteres vom System generiert. Das kann eine minütlich generierte Zahlenfolge sein, wie es sie beispielsweise bereits für die Authenticator App von Google gibt. Bei SlickLogin wäre es das akustische Signal. Auch Banken nutzen das Zwei-Schritt-Verfahren, wenn sie für jede Transaktion, die der Kunde online unternimmt, eine eigene TAN per SMS auf dessen Handy senden.

Für Google ist die Neuerwerbung von SlickLogin der fünfte Kauf eines israelischen Unternehmens. 2006 übernahm es mit iRows den Entwickler einer Tabellenkalkulation und 2010 den App-Entwickler LabPixies. Ebenfalls 2010 kam die 3D Tour-Software Quicksee hinzu und im vergangenen Sommer zahlte es zudem fast eine Milliarde Dollar für die Social-Traffic-App Waze, deren Verkehrsinformationen inzwischen in Google Maps einfließen. Einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Statistik zufolge hat Google in den letzten drei Jahren insgesamt 127 Firmen gekauft oder Anteile an ihnen erworben.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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