02.10.2013, 13:56 Uhr | 0 |

Nachfolge von CEO Ballmer Aktionäre wollen Microsoft-Gründer Bill Gates entmachten

Microsoft-Aktionäre wollen offenbar Unternehmensgründer Bill Gates aus dem Verwaltungsrat hinausdrängen. Hintergrund ist die Suche nach einem Nachfolger für den aktuellen Chef Steve Ballmer, der seinen Rückzug angekündigt hat.

Bill Gates (l.) und Steve Ballmer
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Microsoft-Gründer Bill Gates (l.) und CEO Steve Ballmer wollen Aktionäre offenbar gemeinsam aus dem Unternehmen drängen. Die Aktionäre glauben, dass Gates, der noch dem einflussreichen Verwaltungsrat vorsitzt, dem Umbau des Konzerns im Wege steht.

Foto: Microsoft

Eigentlich kann sich das niemand vorstellen. Microsoft ohne Bill Gates? Der Gründer, der Mastermind und clevere Geschäftsmann ohne jede Funktion bei dem Software-Giganten? Die Ankündigung von Ende August, dass sich Steve Ballmer nach 13 Jahren an der Spitze zurückziehen werde, musste natürlich Spekulationen nach sich ziehen. Die Agentur Reuters weiß nun zu berichten, dass Anteilseigner die Gelegenheit nutzen wollen, um auch Gates loszuwerden. Der sitzt im Verwaltungsrat und hat ein Wort mitzureden beim neuen Chief Executive Officer: Gates sitzt auch in dem Gremium, dass den neuen CEO auswählt.

Eine Gruppe von Investoren, die rund fünf Prozent der Microsoft-Anteile halte, wolle den Unternehmensgründer aus dem Gremium hinausdrängen, berichten nun Medien in aller Welt. Das ist bedeutsamer, als es zunächst scheint, denn Microsoft hat im Gegensatz zu vielen anderen US-Unternehmen eine Führungsstruktur, die deutschen Firmen ähnelt: Ballmer ist eine Art Vorstandschef, der operativ agiert, und der Verwaltungsrat hat eine Kontrollfunktion wie hier zu Lande der Aufsichtsrat.

Gates hat sich weitreichenden Einfluss gesichert

Diese Konstruktion gilt seit Gates´ Rückzug von der Unternehmensspitze im Jahr 2000. Damit hatte sich der Multimilliardär weiterhin starken Einfluss gesichert. Genau dieser Einfluss aber macht den Anteilseignern offenbar Sorgen. Zum einen erschwere er die Nachfolgersuche, weil der Schatten des Gründers allzu groß ist. Zum anderen wird Gates als Bremsklotz beim notwendigen Umbau des Konzerns gesehen. Ballmer hatte bereits das Ziel ausgegeben, dass Microsoft vom Software-Spezialisten zum Generalisten werden und verstärkt auch Hardware anbieten müsse. Der Grund: Vom Trend zu Tablet-Computern und Smartphone hat Microsoft kaum profitiert.

Mehrere Kandidaten im Gespräch

Ballmer selbst hatte seinen Rückzug damit begründet, dass es Zeit für einen Wechsel sei. Für den Umbau zu einem Gerätehersteller und Dienstleister brauche es einen neuen Chef, sagte Ballmer, der spätestens im Sommer 2014 abtreten wird.

Wer sein Nachfolger wird, ist noch völlig unklar. Auch darüber wird natürlich munter spekuliert. Im Gespräch waren bisher Ford-Chef Alan Mulally, Nokia-Chef Stephen Elop und der frühere Skype-Chef Tony Bates, der seit der Übernahme von Skype durch Microsoft dessen Vizepräsident ist.

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Von Werner Grosch
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