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08.10.2013, 14:50 Uhr | 0 |

Harte Zeiten für Netzausrüster 15 000 Arbeitsplätze bei Alcatel-Lucent in Gefahr

Es wird immer schwieriger, mit Bau und Erhaltung von Netzen für den Mobilfunk sowie Telekommunikationsgeräten Geld zu verdienen. Alcatel-Lucent muss jetzt die Reißleine ziehen.

Alcatel-Lucent auf dem World Mobile Congress 2013
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Alcatel-Lucent auf dem World Mobile Congress 2013: Nach Medienberichten will sich das kriselnde Unternehmen gesundschrumpfen. In Deutschland drohen 900 Arbeitsplätze wegzufallen.

Foto: Alcatel-Lucent/Bernard Lachaud

Mobilfunknetze werden immer schneller. Ihr Aufbau und die nachfolgende Pflege sind dennoch nicht das große Geschäft. Siemens hat sich daraus schon verabschiedet und das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks verlassen. Nokia dachte anschließend daran, sich mit dem französisch-amerikanischen Ausrüster Alcatel-Lucent zusammenzutun. Doch der muss sich erst einmal gesundschrumpfen. Bis zu 15 000 der weltweit gut 70 000 Stellen sollen gestrichen werden, darunter 900 der 3400 in Deutschland. Der Hauptsitz des deutschen Unternehmensteils befindet sich in Stuttgart. In Frankreich sollen rund zehn Prozent der 9500 Stellen gestrichen werden. Die Standorte Toulouse und Rennes könnten komplett geschlossen werden.

Gleichzeitig plant das kriselnde Unternehmen die Schaffung von 5000 neuen Arbeitsplätzen im Bereich Zukunftstechnologien. Dazu gehört die Verbesserung der Internetserver und des zugehörigen Netzes. Diese Zahlen nennen die französischen Zeitungen „Les Echos“ und „Le Figaro“ sowie das amerikanische „Wallstreet Journal“.

Alcatel-Lucent will vor allem in Technologiebereichen kürzer treten, die das Netz für Mobilfunkgeräte der zweiten und dritten Generation betreffen, die zwar noch weit verbreitet sind, aber zunehmend durch schnellere Geräte abgelöst werden.

Alcatel-Lucent hat zuletzt einen Verlust von rund 1,4 Milliarden Euro eingefahren. Über die Jahre hat das Unternehmen ein Minus von 9,5 Milliarden Euro aufgehäuft. Seit 2006, dem Jahr des Zusammenschlusses von Alcatel und Lucent, gab es nur 2011 einen Gewinn.

Jährlich soll eine Milliarde Euro eingespart werden

Der Abbau von Arbeitsplätzen ist Teil eines Sparprogramms, mit dem Konzernchef Michel Combe dem Unternehmen Kosten von jährlich einer Milliarde Euro ersparen will. Außerdem will er Konzernvermögen im Wert von einer Milliarde Euro verkaufen. 2015 soll die Gewinnzone wieder erreicht werden.

Alcatel-Lucent konkurriert mit dem chinesischen Ausrüster Huawei, Ericsson aus Schweden und dem Fusionsaspiranten Nokia, der nach dem Verkauf seiner Mobilfunksparte an Microsoft fast nur noch als Netzausrüster fungiert. Alcatel-Lucent  ist aus dem wenig erfolgreichen, vom französischen Staat aber jahrelang gehätschelten Telekommunikationskonzern Alcatel und Lucent hervorgegangen. Lucent war bis zur Zerschlagung des US-Giganten AT&T dessen Netzsparte.

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Von Wolfgang Kempkens
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