16.07.2013, 14:59 Uhr | 0 |

Pharma und Medizintechnik Süße Medizin für die deutsche Volkswirtschaft

Experten prophezeien deutschen Unternehmen der Branchen Pharma und Medizintechnik eine gute Zukunft. Nach DIHK-Angaben werden in Deutschland in der Gesundheitswirtschaft jährlich rund 100 000 Arbeitsplätze geschaffen.

Produktion von Dialysegeräten bei Fresenius Medical Care in Schweinfurt
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Die Branchen Medizintechnik und Pharma boomen in Deutschland. Das macht die Gesundheitswirtschaft zum Jobmotor: Jährlich entstehen dort rund 100 000 Arbeitsplätze. 

Foto: Fresenius

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nennt die Gesundheitsbranche einen der größten Wachstumstreiber der deutschen Volkswirtschaft. Er stützt sich dabei auf eine beim Forschungsinstitut Wifor in Auftrag gegebene Studie. Der zufolge wächst die Branche fast doppelt so stark wie die Gesamtwirtschaft.

Jeder Arbeitsplatz, der in diesem Sektor entsteht, erzeugt nach Einschätzung der Experten rund zweieinhalb Jobs in anderen Wirtschaftsbereichen, etwa bei den Zulieferern.

Der BDI prognostiziert dem deutschen Gesundheitsmarkt bis zum Jahr 2020 ein Umsatzwachstum von 3,3 % pro Jahr. Weltweit sollen es bis 2030 sogar fast 6 % sein.

Gesundheitsbranche beschäftigt in Deutschland knapp sechs Millionen Menschen

Insgesamt tummeln sich in der Gesundheitsbranche Deutschlands mehr als 230 000 Firmen und Betriebe. Inzwischen beschäftigt sie knapp 6 Mio. Menschen. Rechnet man den Fitness- und Wellnessbereich hinzu, arbeitet laut Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr inzwischen jeder siebte Erwerbstätige in der Gesundheitswirtschaft. In der Kfz-Branche ist hingegen nur etwa jeder 50. Erwerbstätige beschäftigt.

In der Medizintechnik reicht das Spektrum von Diagnostik-Systemen über lebenserhaltende Geräte für die Intensivmedizin bis hin zu Verbandsmaterialien und Hilfsmitteln aller Art. Nach Angaben des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) erzielten produzierende Medizintechnikunternehmen in Deutschland im Jahr 2012 weltweit einen Umsatz von 22,2 Mrd.€.

Die zweite wichtige Säule der Gesundheitswirtschaft in Deutschland bildet der Pharmasektor: Fast 1000 Unternehmen mit 110 000 Beschäftigten sind hier tätig und erwirtschaften einen weltweiten Jahresumsatz von 48 Mrd. €.

Zum Gesundheitssektor in Deutschland zählen außerdem mehr als 88 600 Arztpraxen und 342 000 Ärzte, 2000 Krankenhäuser, 21 200 Apotheken und 23 600 Pflegeeinrichtungen.

Pro Einwohner werden jährlich rund 3590 Euro in die Gesundheit investiert

Im Jahr 2011 summierten sich die Ausgaben der Deutschen für ihre Gesundheit auf die Rekordsumme von 294 Mrd. €, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Dies waren 5,5 Mrd. € mehr als im Jahr zuvor. Diese Ausgaben machen 11,3 % des Bruttoinlandsprodukts aus.

Der größte Batzen von 168,5 Mrd.  € wird über die 134 gesetzlichen Krankenkassen abgewickelt. Privathaushalte und private Organisationen tragen 14 % bei. 27,7 Mrd. € entfallen auf die 43 privaten Krankenversicherungen.

Bundesgesundheitsminister Bahr bescheinigt der Gesundheitswirtschaft denn auch eine erhebliche ökonomische Bedeutung für den Standort Deutschland. "Die Gesundheitswirtschaft hat zur Stabilisierung der deutschen Wirtschaft in den Krisenjahren beigetragen." Ungeachtet von Kostendämpfungsmaßnahmen habe sie sich als Beschäftigungs- wie auch als Wachstumsmotor erwiesen.

Laut Henning Vöpel vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut kommt das größte Wachstum vom "zweiten Gesundheitsmarkt" , der überwiegend privat finanzierte Leistungen umfasst. Im versicherungsfinanzierten Markt werde das Wachstum durch die Rationierung von Leistungen gehemmt. Wachstum bringen den Unternehmen vor allem die Ausfuhren: Rund drei Viertel der Produktion geht laut DIHK inzwischen ins Ausland.

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Von Rtr/Rudolf Schulze | Präsentiert von VDI Logo
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