01.08.2014, 14:01 Uhr | 1 |

Tropenmediziner geben Entwarnung Ebola-Virus wird kaum bis Deutschland gelangen

Tropenmediziner sehen keine Gefahr, dass sich das gefährliche Ebola-Virus in Deutschland verbreitet. Wer engen Körperkontakt vermeide und auf Affenfleisch verzichte, sei selbst im Ebola-Gebiet sicher vor einer Ansteckung.

Eine Krankenschwester trägt Desinfektionsmittel zu einem Krankenhaus in Liberia
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Eine Krankenschwester trägt Desinfektionsmittel zu einem Krankenhaus in Liberia. Seit dem Ausbruch des Ebola-Virus sind über 670 Menschen in Westafrika gestorben. Das Land hat die meisten Grenzübergänge bereits geschlossen, um die Verbreitung aufzuhalten. 

Foto: dpa

In Westafrika wächst die Bedrohung durch das Ebola-Virus. Mehr als 1200 Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bereits infiziert, 670 starben. Medikamente dagegen gibt es nicht, ebenso wenig ein Impfserum. Der Körper der Infizierten muss mit dem Angriff selbst fertig werden.

Wird das Virus auch weit entfernte Länder befallen, etwa Deutschland? So, wie im Jahr 2002 bei der SARS-Pandemie, als das gefährliche Virus weltweit durch Flugreisende übertragen wurde? Professor Stephan Günther vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin winkt ab: „Es ist zwar möglich, dass das Virus mit einem Infizierten nach Europa importiert wird, aber es wird sich hier nicht weiter verbreiten.“ Ein Infizierter, der Kranke in Westafrika behandelt hat, ist aber bereits in die Universitätsklinik der Hansestadt eingeliefert worden. Er wird gemeinsam mit Experten des Bernhard-Nocht-Instituts behandelt.

Ansteckung setzt engsten Körperkontakt voraus

Dass die Ausbreitung der Epidemie in Deutschland unwahrscheinlich ist, liegt am Ansteckungsweg: Das bösartige Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen, erfordert also engsten Kontakt zu Erkrankten oder Menschen, die an Ebola gestorben sind. Die zweite Infektionsquelle ist der Verzehr des Fleischs infizierter Tiere, vor allem Affen. Beides dürfte in Deutschland ausgeschlossen sein.

Wenn man Kontakte vermeide und kein Affenfleisch esse, „kann einem in Afrika nichts passieren“, so Günther. Von Ebola betroffen sind derzeit Guinea, Liberia und Sierra Leone. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen warnt vor einem Übergreifen auf die Nachbarländer.

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Eine Krankenschwester desinfiziert den Wartebereich des ELWA-Krankenhauses in Liberia. Eine Ansteckung ist aber eigentlich nur bei engem Körperkontakt mit bereits Erkrankten möglich. 

Foto: dpa

Die Möglichkeit, das Virus durch Flugreisende einzuschleppen, ist relativ gering, denn in Deutschland gibt es keine Direktverbindung zu westafrikanischen Flughäfen. Diese lassen sich nur über ausländische Airports erreichen, etwa Brüssel oder Paris. Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine ruft bereits zu äußerster Wachsamkeit auf, auch wenn sie es für unwahrscheinlich hält, dass Ebola eingeschleppt wird.

Infizierte sind erst nach Ausbruch der Krankheit ansteckend

Das Deutschland nicht absolut sicher ist, liegt daran, dass eine Infektion manchmal nicht sofort entdeckt wird, denn die Inkubationszeit liegt zwischen zwei Tagen und drei Wochen – exakt ermittelt wurde sie bisher nicht. Ansteckend sind Betroffene erst nach Ausbruch der Erkrankung, die mit hohem Fieber beginnt. Wenig später werden innere Organe wie Nieren und Leber angegriffen und es kommt zu inneren Blutungen. Bis zu 90 Prozent der Erkrankten sterben.

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Von Wolfgang Kempkens
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kommentare
21.08.2014, 02:09 Uhr Progetti
Das Ebola- Virus könnte sich auch über Stechmücken ausbreiten, denn die Ebola- Opfer waren sicher nicht alle in Bezug auf engen Körperkontakt schlampig und unkonzentriert! Deshalb sollten Fliegengitter und Stechmückenbekämpfung bei der Quarantäne- Isolierung der Patienten miteingeplant werden!

Das gleiche gilt natürlich auch als vorbeugende Maßnahme in betroffenen Gebieten oder in den von dort kommenden Flugzeugen!

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