04.04.2013, 15:15 Uhr | 0 |

Weniger Neuzulassungen Pkw-Verkäufe in Deutschland sind eingebrochen

Die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland ist im März 2013 stark eingebrochen. Auch die Nachfrage aus dem Ausland ist zurückgegangen. Die Aussichten der deutschen Autohersteller auf das gesamte Jahr sind nun eher zurückhaltend.

Smart-Fahrzeuge
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Smart ist eine der wenigen Marken, die im 1. Quartal 2013 mehr verkaufen konnten. Die meisten Hersteller leiden unter deutlichen Einbrüchen.

Foto: dpa/Stefan Puchner

Die Nachfrage nach Neuwagen ist in Deutschland stärker eingebrochen als in anderen europäischen Ländern. Mit 281 000 verkauften Neuwagen ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,1 Prozent zurückgegangen, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg mit. Auf das erste Quartal bezogen gingen die Neuzulassungen um rund 13 Prozent auf 674 000 Personenwagen zurück. Auch die Auslandsmärkte bleiben schwach: Die Franzosen kauften im März 16,4 Prozent weniger Neuwagen, die Spanier 14 Prozent und die Italiener etwa fünf Prozent weniger neue Pkw.

Volkswagen mit dem stärksten Absatzminus

Am stärksten betroffen von den Umsatzrückgängen ist der Volkswagen-Konzern mit einem Absatzminus von 21,2 Prozent im März 2013. Seine Klein- und Kompaktwagen wurden speziell in Südeuropa weniger nachgefragt. Auch die anderen großen Hersteller verkauften in den ersten drei Monaten des Jahres weniger Fahrzeuge in Deutschland. Bei Opel betrug das Minus rund 16 Prozent, gefolgt von Audi (- 6,0), Mercedes (- 3,6) und BMW (-2,7). Lediglich der Hersteller des Kleinstwagens Smart konnte einen Zuwachs von 3,3 Prozent erreichen. Bei den Importmarken lagen Seat mit einem Plus von 21,7 Prozent und Land Rover mit 16,1 Prozent an der Spitze.

Absatz nach Segmenten: Kompaktklasse im Plus

Fahrzeuge der Kompaktklasse wurden mit einem Plus von 25,3 Prozent am stärksten verkauft, gefolgt von den Minis, die einen Zuwachs von 7,5 Prozent hatten. In allen anderen Segmenten gingen die Absatzzahlen deutlich nach unten. Den stärksten Einbruch hatten Modelle der oberen Mittelklasse mit -25,2 Prozent und die Kleinwagen mit -21,1 Prozent hatten die höchsten Einbußen.

Volkswagen behauptet trotz der Verluste den größten Marktanteil mit 21,3 Prozent im ersten Quartal, gefolgt von Mercedes mit 9,3 Prozent sowie Audi und BMW mit jeweils 8,2 Prozent.

Weniger Arbeitstage im März

Einen Grund für den Rückgang der Pkw-Verkäufe sieht Matthias Wissmann, Präsident des Autoverbandes VDA, in der geringeren Zahl von Arbeitstagen im März.  Aufgrund der Osterfeiertage hätten im Vergleich zum Vorjahresmonat zwei Arbeitstage gefehlt.

„Die zusätzlichen Arbeitstage im April könnten zwar zu einem verbesserten Ergebnis beitragen, doch insgesamt wird 2013 für die Kfz-Industrie ein Jahr mit vielen Herausforderungen bleiben“, meinte hingegen Volker Lange, Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK).  „Den schwachen Markt in Europa spüren wir vor allem in unseren Inlandswerken“, bemerkte Wissmann. Hersteller wie BMW hatten zuletzt mit extrem hohen Auslastungen von 120 Prozent geglänzt.

Die Pkw-Verkäufe in den USA laufen hingegen gut für die deutschen Autobauer. Nach Angaben des VDA wurden in den USA 8,3 Prozent mehr Pkw und Kleinlaster verkauft. Volkswagen verkaufte mit 37 704 Fahrzeugen drei Prozent mehr als im Vorjahr und legte insgesamt sogar die stärksten März-Zahlen seit 40 Jahren vor.

Öffentliche Verkehrsmittel in Deutschland erreichten hingegen einen neuen Rekordwert. Busse und Bahnen beförderten über elf Milliarden Menschen und konnten einen Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr feststellen. Staus, fehlende Parkplätze und hohe Benzinpreise seien die Hauptgründe für die vermehrte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, meinen Experten. Das Umweltbewusstsein stehe hierbei eher an hinterer Stelle. "Vorher kommt immer der Geldbeutel", so Heidi Tischmann vom ökologischen Verkehrsclub VCD.

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Von Petra Funk
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