29.09.2014, 09:23 Uhr | 0 |

Akute Crashgefahr Opel ruft 8000 Neuwagen wegen Problemen mit der Lenkung in die Werkstatt

Vorsicht, Lebensgefahr: Die Fahrer von 8000 neuen Opel Adam und Corsa dürfen ihre Autos nicht mehr bewegen. Aufgrund von Problemen mit der Lenkung müssen die Autos unverzüglich in die Werkstatt.

Produktion des Opel Adam im Werk Eisenach
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Produktion des Opel Adam im Werk Eisenach: Bei Qualitätskontrollen hat das Unternehmen entdeckt, das bei Tausenden Autos die Lenkzwischenwelle nicht den Spezifikationen entsprach.

Foto: Opel

Betroffen sind 8000 Autos der Modellreihen Adam und Corsa, die Opel seit Mai 2014 ausgeliefert hat. Sie sollen schnellstmöglich in die Werkstatt, weil sie mit einem Teil des Lenkungssystems hergestellt worden seien, das „nicht den Spezifikationen entsprach“, schreibt der Rüsselsheimer Autobauer auf seiner Website. Auf das Problem sei man bei Routinekontrollen in den Produktionsstätten aufmerksam geworden. „Um jedes Risiko zu vermeiden, sollten diese Autos erst nach einer Überprüfung wieder gefahren werden.“ Unfälle oder Verletzung habe es bislang nicht gegeben.

Lenkzwischenwelle scheint Ursache des Rückrufs

Mittlerweile scheint auch bekannt, um welches Bauteil es sich handelt: die Lenkzwischenwelle. Ein Bruch könne schreckliche Folgen haben, da das Fahrzeug nicht mehr auf Lenkmanöver reagiert. Opel hat deswegen eine Hotline eingerichtet und ruft die Besitzer der betroffenen Autos an.

Mit einer Anleitung auf der Homepage des Unternehmens können besorgte Autofahrer zudem selbst herausfinden, ob ihr Wagen betroffen ist. Falls ja, werde der Händler das Auto abholen, sagte ein Opel-Sprecher der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Grundsätzlich könne das Bauteil in einer Werkstatt innerhalb von 30 Minuten ausgetauscht werden, schreibt die Autozeitung. Bei Wartezeiten kümmere sich Opel um Ersatz.

Rückruf ist weiterer Rückschlag für General Motors

Für den Opel-Mutterkonzern General Motors ist dieser Rückruf ein weiterer Rückschlag in puncto Image – wenn auch ein klitzekleiner im Vergleich zur Misere, die den Konzern seit Monaten beschäftigt: In den USA und Kanada mussten mittlerweile mehrere Millionen Fahrzeuge der Marken Chevrolet, Pontiac, Buick, Cadillac und Saturn zurück in die Werkstatt, weil der Schlüssel während der Fahrt in die Ausgangsposition zurückspringen und die Bordelektronik ausschalten kann. Über 13 Unfälle mit Todesopfern sollen seit Februar 2014 mit diesem Fehler in Verbindung stehen.

Auch andere Autobauer geraten ins Schleudern

In Nordamerika rief der Autobauer Ford vergangenen Freitag 850.000 Wagen der Marken C-Max, Fusion, Escape und Lincoln MKZ aus den Modelljahren 2013 und 2014 zurück. Der Grund: fehleranfällige Steuerungseinheiten, die Kurzschlüsse verursachen können, sodass Airbags bei einem Crash versagen. Das Unternehmen hatte erst Ende Mai eine Million Auto wegen möglicher Probleme mit der Lenkung zurückgerufen.

Und auch der drittgrößte amerikanische Autobauer, Chrysler, zitiert seit letzter Woche 350.000 Jeep-Geländewagen und Dodge-Limousinen des Modelljahrs 2008 in die Werkstatt. Ähnlich wie bei GM kann der Zündschlüssel während der Fahrt zurückspringen. 

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Von Patrick Schroeder
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