18.04.2013, 15:29 Uhr | 0 |

General Motors schließt Standort Opel baut ab 2015 in Bochum keine Autos mehr

Was sich bereits abgezeichnet hatte, ist nun Gewissheit: Das Opel-Werk in Bochum, in dem 3.000 Menschen arbeiten, wird Ende 2014 geschlossen. Nachdem der Betriebsrat die Sanierungspläne des Managements abgelehnt hatte, beschloss der Aufsichtsrat auf Vorschlag des Vorstandes das Aus für den Standort. Unklar ist noch, wer die Produktion des Zafira übernimmt.

Protest-Transparent in Bochum an der Fassade des Opel-Werkes.
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Protest-Transparente hängen in Bochum an der Fassade des Opel-Werkes. Die Autoproduktion am Standort Bochum wird Ende 2014 eingestellt.

Foto: dpa

Das Ende des 50 Jahre alten Opelwerkes in Bochum war erwartet worden, nachdem die in der IG-Metall organisierten Beschäftigten dem Sanierungsplan ihre Zustimmung verweigert hatten. Die US-Konzernmutter General Motors (GM) hatte Opel 2009 ursprünglich verkaufen wollen, entschied sich dann aber doch für eine Sanierung des krisengeschüttelten Autobauers.

Am Bochumer Standort war eine teilweise Schließung erst Ende 2016 vorgesehen, wobei GM angeboten hatte, ein knappes Drittel der über 3000 Arbeitsplätze im Lager und in der Komponentenfertigung zu erhalten. Allerdings waren auch Einschnitte angekündigt worden. Die Belegschaft müsse auch einen Beitrag zur Sanierung des Werkes leisten, hatte Opel-Aufsichtsratschef Stephen J. Girsky noch zu Beginn des Jahres gefordert. Der Betriebsrat, der den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen über 2016 hinaus gefordert hatte, lehnte das Konzept ab.

Betriebsratschef Einenkel fordert Solidarität

Wohin jetzt die Produktion des Familienautos Zafira, das bisher in Bochum gebaut wurde, wandern soll, sei noch nicht entscheiden, teilte Opel mit.

Man habe mehrere Optionen. Die Belegschaften an den anderen deutschen Standorten hatten dem von der IG Metall ausgehandelten Sanierungsplan zugestimmt.

Rainer Einenkel, Betriebsratschef des Bochumer Werks, hatte über die Presse Belegschaften von anderen Standorten aufgefordert, die Übernahme der Zafira-Fertigung zu verweigern. Der Rheinischen Post sagte er: „Ich erwarte, dass die Belegschaften der anderen Opel-Werke die Übernahme unserer Produktion ablehnen.“

Im Deutschlandfunk sagte Einenkel zudem, seiner Ansicht nach hätten ohne Bochum auch die anderen Opel-Fabriken keine Zukunft. „Und wir haben es im Clinch mit der Geschäftsleitung immer wieder gezeigt und immer wieder aufgezeigt, dass man auf Bochum eigentlich überhaupt nicht verzichten kann.“ In Nordrhein-Westfalen seien mehr als 40.000 Menschen vom Opel-Werk abhängig.

Sanierung von Opel soll weitergehen

Opel kündigte an, für die Beschäftigten in Bochum und in der Region nach Anschlusslösungen zu suchen. Insgesamt erneuerte die GM-Spitze bei einem Besuch in Deutschland ihr Bekenntnis zu Opel. Die Sanierung soll weitergehen. Vier Milliarden Euro will die Konzernmutter in das Europageschäft stecken und neue Modelle entwickeln. Die Gewinnschwelle soll bis Mitte des Jahrzehnts erreicht werden. Allerdings geht es, zumindest auf dem europäischen Auto-Absatzmarkt, zunächst weiter bergab. Im März schrumpfte die Zahl der Neuzulassungen den 18. Monat in Folge.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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