06.05.2013, 16:35 Uhr | 0 |

Automobil Neuheiten sollen Chinas Autofans begeistern

Europäische Autohersteller setzen derzeit große Hoffnungen in den chinesischen Markt. Auf der größten asiatischen Automesse in Shanghai zeigten sie eine Reihe Pkw-Modellneuheiten und seriennaher Studien. Darunter finden sich auffallend viele SUV, ein Segment, das in vielen Märkte noch Zuwachsraten verzeichnet.

VW-Chef Martin Winterkorn mit dem neuen Cross Blue Coupé
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Chefsache: In Shanghai stellte VW-Chef Winterkorn erstmals das Cross Blue Coupé des Konzerns der Öffentlichkeit vor.

Foto: Volkswagen

Die deutschen Premium-Hersteller legten sich auf der 15. "Auto Shanghai" Ende April mit echten Neuvorstellungen ins Zeug. Auf dem Messestand von Audi feierte die A3 Limousine Weltpremiere. Die Ingolstädter haben dem bisher als Zweitürer oder viertürigen Sportback erhältlichen Kompaktwagen ein schickes Stufenheck verpasst. Dadurch wirkt das Modell fast schon eine Klasse höher positioniert. Audi bietet das neue Modell mit den bewährten TFSI- und TDI-Motoren nicht nur auf dem "Limousinen-Markt" China an. Die Produktion wird in China und auch in Russland in der zweiten Jahreshälfte beginnen.

Auch BMW hielt sich bei den Premieren nicht zurück und präsentierte den X4. Das von vorn bullige Fahrzeug versteht sich als Coupé-Variante des erfolgreichen SUV X3. Die Länge von 4,65 m und ein Radstand von 2,81 m erlauben trotz des hinten heruntergezogenen Daches gute Raumverhältnisse. Insgesamt wirkt der X4 optisch harmonischer als der in Märkten wie China gefragte X6. Ab Juni 2014 soll der Neue, der weitgehend Technik und Motorenprogramm des BMW X3 übernimmt, ausgeliefert werden.

Die derzeitige SUV-Welle auf vielen Märkten führte auch Mercedes auf der China-Messe in Shanghai mit einer absoluten Neuheit fort. Noch ist der Mercedes GLA eine seriennahe Studie, aber die Serienversion soll schon auf der IAA im September in Frankfurt gezeigt und laut Vorstandschef Dieter Zetsche auch in China gebaut werden.

Auf den ersten Blick erinnert der GLA an eine hochgesetzte Version des viertürigen Coupés CLA auf Basis der A-Klasse. Zweifellos bietet der kompakte SUV mit ausgefallener Dachreling eine höhere Sitzposition. Als Antrieb des 4,38 m langen und 1,58 m hohen Concept-Car dient ein 2,0-l-Turbobenziner (155 kW). Wettbewerber des GLA sind Audi Q3 und BMW X1. Zudem bringt Mercedes die E-Klasse mit verlängertem Radstand sowie den Smart Electric Drive in die Ballungsräume des chinesischen Marktes.

VW-Konzern ist in China der erfolgreichste deutsche Hersteller

Ganz vorn auf der Zulassungsliste in China rangiert der Volkswagen-Konzern. Entsprechend stark war der Auftritt der Marke VW mit einem der größten Stände der Messe. Ins Scheinwerferlicht rollte das Cross Blue Coupé. Die 4,89 m lange, allradgetriebene SUV-Studie zeigt Elemente eines Coupés auf Touareg-Basis, dürfte aber in Tiguan-Dimensionen 2014 kommen und eine ganze Modellfamilie begründen. Im Ausstellungsstück arbeitet ein Plug-in-Hybrid mit 305 kW Leistung. Der Verbrauch soll bei nur 3 l/100 km im genormten Mix liegen und damit die zukünftig schärferen Emissionsvorschriften erfüllen. Neben dem V6 Turbo mit Hybridtechnik können dank des modularen Querbaukastens auch konventionelle Vierzylinderaggregate angeboten werden.

Porsche enthüllte vier Jahre nach der Weltpremiere des Panamera am gleichen Ort die um 15 cm verlängerte Executive-Variante des viertürigen Sportwagens. Zwei neue Motoren, ein V6-Biturbo anstelle des V8-Saugmotors und eine leistungsmäßig stärkere Hybridversion mit Plug-in-Technik ergänzen die Maßnahmen zur Modellpflege der Baureihe.

Seat präsentierte auf der Automesse den neuen Leon SC, ein zweitüriges, 4,23 m langes Coupé mit großer Heckklappe, das mit TSI- und TDI-Motoren erhältlich ist. Skoda, seit 2006 mit eigener Produktion in China präsent, baut die Angebotspalette aus und zeigt u. a. den überarbeiteten Skoda Superb.

Ford parkte eine unscheinbar wirkende Stufenhecklimousine mit dem Namen Escort auf dem Stand, konzipiert für asiatische Märkte. Opel war nach längerer Pause mit vier Modellen auf einem kleinen Stand vertreten. Auch PSA (Peugeot/Citroën), Renault und Fiat wollen die dramatischen Absatzrückgänge vor allem in südeuropäischen Ländern ausgleichen. Citroën setzt dabei verstärkt auf die eigenständige Design-Linie DS und enthüllte die 4,70 m lange SUV-Studie Wild Rubis. Viel Chrom und Lichteffekte sollten Hochwertigkeit widerspiegeln.

Mehr als 100 chinesische Anbieter – international kaum bekannt

Mehrere Messehallen waren traditionell von einheimischen Marken belegt. Insgesamt sollen sich rund 100 chinesische Anbieter in dem Riesenreich um die Kunden bemühen – in fast allen Segmenten. Ihre Bedeutung außerhalb des Landes ist gering, noch sind sie in Europa praktisch nicht präsent.

Der chinesische Markt wächst weiter, im ersten Quartal 2013 verbuchte er gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 25 % auf 3,9 Mio. Neuzulassungen, während in Westeuropa ein Minus von 9,7 % auf 3,1 Mio. das Ergebnis trübt. Entsprechend rechnen sich die Europäer in China große Chancen aus. Schwieriger wird es für die Premium-Hersteller, da die Aufnahmefähigkeit des Marktes in diesen Segmenten begrenzt ist und die Wachstumsraten künftig geringer ausfallen.

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Von Ingo Reuss | Präsentiert von VDI Logo
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