21.04.2016, 00:13 Uhr | 0 |

Auch Nissan betroffen Mitsubishi hat Abgaswerte seiner Autos manipuliert

Der VW-Konzern ist doch nicht der einzige Autobauer, der Abgaswerte seiner Fahrzeuge manipuliert hat. Jetzt räumt auch der japanische Hersteller Mitsubishi Fehlverhalten ein. Betroffen sind über 600.000 Modelle von Mitsubishi und der Renault-Tochter Nissan.

Mitsubishi-Modelle vor der Unternehmenszentrale in Tokio
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Mitsubishi-Modelle vor der Unternehmenszentrale in Tokio: Die Verbrauchswerte von mehr als 600.000 Mitsubishi- und Nissan-Modellen wurden bei Testreihen bewusst manipuliert.

Foto: Franck Robichon/dpa

Mitsubishi-Chef Tetsuro Aikawa machte einen tiefen Diener, als er am Mittwoch um Entschuldigung dafür bat, dass sein Unternehmen die Abgaswerte mehrerer Kleinwagen bei offiziellen Tests mit Tricks manipuliert hat. Das Unternehmen werde nun eine Untersuchungskommission einsetzen, in der externe Experten arbeiten werden, um die Vorkommnisse aufzuklären.

Verbrauchswerte von 600.000 Autos von Mitsubishi und Nissan manipuliert

Betroffen sind mindestens 157.000 Mitsubishi- und 468.000 Nissan-Modelle, die aus der Mitsubishi-Produktion stammen. Alle Autos wurden ausschließlich für den japanischen Markt hergestellt. Die Produktion der Fahrzeuge wurde gestoppt. Ob auch Export-Modelle betroffen sind, lässt sich nicht mit Sicherheit ausschließen. Das werde nun geprüft.

Wie schon im Fall VW reagierten die Finanzmärkte erschrocken auf die Nachrichten. Die Mitsubishi-Aktie fiel teilweise um rund 15 Prozent. Damit verlor die Aktie an nur einem Tag 1,2 Milliarden $.

Nissan hatte auffällige Verbrauchswerte bemerkt

Aufgefallen sind die Manipulationen wie bei VW nicht durch eine interne Revision oder entsprechende Hinweise aus dem Unternehmen selbst. Die Hinweise kamen von außen. Nissan war aufgefallen, das die Verbrauchswerte seiner bei Mitsubishi produzierten Autos nicht stimmen.

dpatopbilder - epa05268232 Mitsubishi Motors Corp's President Tetsuro Aikawa (R) bows at the start of a press conference regarding irregular fuel efficiency tests by the carmaker at the Ministry of Land, Infrastructure, Transport and Tourism in Tokyo, Japan, 20 April 2016. Aikawa admitted the allegations and said that 625,000 vehicles are affected by the wrong doing. EPA/FRANCK ROBICHON +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Mit einem tiefen Diener bat Mitsubishi-Chef Tetsuro Aikawa um Entschuldigung wegen der bekannt gewordenen Abgasmanipulationen.

Foto: Franck Robichon/dpa

Wie sich herausgestellt hat, setzte Mitsubishi bei Verbrauchstests Fahrzeuge ein, die nicht den Serienmodellen entsprachen. So waren die Aerodynamik der Modelle optimiert und der Rollwiderstand durch unzulässig hohen Reifdruck reduziert. Durch diese Maßnahmen soll der Verbrauch um rund fünf bis zehn Prozent reduziert worden sein. Anders als bei VW hat Mitsubishi allerdings keine Manipulationssoftware eingesetzt.

Betroffen von den Manipulationen sind die Mitsubishi-Kleinwagen eK Wagon und eK Space sowie die Nissan-Modelle Dayz und Dayz Roox. Diese werden ausschließlich in Japan gefahren.

Hier lesen Sie alle Informationen zum VW-Dieselskandal.

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Von Axel Mörer-Funk
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