26.02.2014, 09:42 Uhr | 0 |

Japan verdrängt McKinsey: Deutschland wird zum wichtigsten E-Autohersteller der Welt

Hinkte Deutschland in den vergangenen Jahren als Hersteller von Elektroautos hinter den USA und Japan hinterher, hat die deutsche Autoindustrie diesen Rückstand aufgeholt. Wie aus dem aktuellen Electric Vehicle Index (EVI) der Unternehmensberatung Mc Kinsey & Company hervorgeht, liegt Deutschland inzwischen auf Rang 2, hat Japan überholt und könnte bis 2018 die USA vom 1. Platz verdrängen.

E-Up von Volkswagen
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In diesem Jahren sind volumenstarke Elektroautos wie der E-Up von Volkswagen auf den Markt gekommen. Im Bild: Einer von acht E-Ups, die die Landeshauptstadt Hannover gekauft hat und in ihrem Fuhrpark einsetzt.

Foto: Stadt Hannover

Der wesentliche Grund dafür, dass der langzeitige Spitzenreiter Japan 2013 um zwei Plätze abrutschte, sind die verschlechterten Absatzprognosen für Plugin-Hybridautos. Dabei zeichnet sich zunehmend ab, dass das reine Elektroauto im Vergleich zum Plugin-Hybrid zunehmend im Vorteil ist, weil die Verbraucher inzwischen rein batterieelektrische Fahrzeuge vorzuziehen scheinen.

Doch gerade Plugin-Hybride, bei der ein Elektromotor mit einem Verbrennungsmotor sowie mit einer an der Steckdose aufladbaren Batterie kombiniert wird, ist traditionell die Stärke japanische Hersteller. 

Auch wenn sich große sportliche Geländewagen und Pick-Ups in den Vereinigten Staaten nach wie vor einer enormen Nachfrage erfreuen, wächst parallel auch der Absatz von Elektroautos dank attraktiver Modelle wie dem Sportwagen Tesla. Das geht soweit, dass sich die USA inzwischen weltweit als wichtigster Markt für Elektrofahrzeuge etablieren. „Der wichtigste Grund für den erneuten Schub ist die anziehende Verkaufsdynamik bei E-Fahrzeugen“, erklärt Christian Malorny, Experte für Elektromobilität bei McKinsey in Berlin.

In den USA nimmt die Nachfrage nach E-Autos stark zu

Mit über 130.000 verkauften E-Autos (Stand September 2013) sind die USA mit Abstand der größte Markt weltweit. Dabei wird sowohl eine zunehmende Nachfrage als auch eine stabile Zunahme auf der Angebotsseite registriert. In fünf Jahren wird ein jährliches Produktionsvolumen von 290.000 E-Fahrzeugen in den Vereinigtten Staaten erwartet.

Doch McKinsey traut Deutschland zu, in einigen Jahren zum größten Elektroautohersteller der Welt aufzusteigen. „Das liegt an der kontinuierlich steigenden Produktionsprognose für Deutschland“, so Malorny. Gerade in diesem Jahr kommen mit dem E-Up und dem Elektro-Golf von Volkswagen, dem i3 von BMW und dem Elektro-Smart volumenstarke Modelle auf den Markt, die die Absatzzahlen von Elektroautos kräftig nach oben treiben könnten.

McKinsey rechnet 2018 mit einer Produktion von 460.000 Elektroautos in Deutschland, das würde Deutschland zu Japan aufschließen lassen.

Dass Deutschland Japan einholen könnte, liegt daran, dass die in Nippon produzierten Plug-In Hybride sich nicht mehr einer so starken Nachfrage erfreuen. Reine Hybridfahrzeuge dagegen verkaufen sich nach wie vor ausgesprochen gut.

Entwicklung der Elektromobilität

Der Electric Vehicle Index (EVI) von McKinsey illustriert alle drei Monate, wie weit sich die Märkte für Elektromobilität in einzelnen Ländern entwickeln. Der Index untersucht seit 2010 jedes Quartal zwölf Länder und beleuchtet, wo diese Nationen jeweils stehen. Bei den zwölf Nationen handelt es sich um China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Portugal, Spanien, Südkorea und die Vereinigten Staaten. 

Top 5 im Electric Vehicle Index

  1. USA
  2. Deutschland
  3. Japan
  4. Frankreich
  5. England

In dem Index werden Angebots- und Nachfrageseite gleichermaßen berücksichtigt. Auf der Nachfrageseite werden die Verfügbarkeit und der Marktanteil von Elektroautos, die Kostenersparnis aus Nutzerperspektive im Vergleich zu konventionellen Autos sowie staatliche Kauf- oder Nutzungsprämien untersucht. Auf der Anbieterseite geht es um die Fünf-Jahres-Prognose für die  Elektrofahrzeugproduktion, die Zahl der vorgestellten Prototypen nationaler Hersteller und die staatliche Förderung bei der Forschung und Entwicklung sowie beim Ausbau der Infrastruktur.

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Von Peter Odrich
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