21.05.2014, 08:40 Uhr | 0 |

Hommage an Messerschmitt Kabinenroller beschleunigt mit motorgestütztem Pedalantrieb auf 70 km/h

Wer schon als Kind gerne mit einem Dreirad durch die Gegend gedüst ist, kann diese alte Leidenschaft mit der Veloschmitt jetzt wiederbeleben: Der Kabinenroller ist optisch eine Hommage an den berühmten Messerschmitt aus den 1950er-Jahren. Gleichzeitig aber ist der neue Roller ein Hightech-Gefährt mit motorgestütztem Pedalantrieb und Vollverkleidung aus ultraleichtem, carbonfaserverstärktem Kunststoff. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 70 km/h. 

Der Roller Veloschmitt des slowenischen Herstellers Jetbuster
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Der Roller Veloschmitt des slowenischen Herstellers Jetbuster: Ein 250-Watt-Motor unterstützt den Pedalantrieb, so dass der Fahrer bequem auf bis zu 30 km/h beschleunigen kann.

Foto: Jetbuster

Geht man auf das himmelblaue Elektrodreirad mit Vollverkleidung zu, stellt sich zunächst die Frage, wie man einsteigt. Des Rätsels Lösung: Man klappt das mittlere Karosserieteil kurzerhand nach rechts weg. Als Nächstes klappt man die teleskopierbare Steuersäule nach vorn und nimmt im schalenförmigen Plastiksitz mit Karomuster Platz. Dieser ist übrigens so flach, dass dahinter noch ein Beifahrer Platz nehmen kann. Dann Steuersäule und mittlere Karosserie wieder runterklappen und es kann losgehen.

Permanentmagnetmotor ermöglicht Beschleunigung auf 70 km/h

Veloschmitt ist natürlich kein gewöhnliches Dreirad, sondern ein Hightech-Kabinenroller mit motorgestütztem Pedalantrieb. Ein 250-Watt-Motor unterstützt die Beinkraft des Fahrers. Durch Achtganggetriebe und Heckantrieb wird es möglich, das 60 Kilogramm schwere Gefährt auf bis zu 30 km/h zu beschleunigen. Laut slowenischem Hersteller Jetbuster lässt sich auf Wunsch sogar ein 1500-Watt-starker Permanentmagnetmotor einbauen – die Höchstgeschwindigkeit steigt dann auf bis zu 70 km/h.

Dann ist auch die Neigetechnik als Zusatzfeature angebracht, die den Kabinenroller in die Kurven legt. Der Motor ist außerdem rekuperationsfähig – er nutzt also die Bremsenergie, um den 36-Volt-Lithium-Eisen-Phosphat-Akku wieder aufzuladen.

Hommage an den berühmten Messerschmitt-Roller aus den 1950er Jahren

Rein optisch ist Veloschmitt eine Hommage an den Kabinenroller Messerschmitt, der in Deutschland im Jahr 1953 in Serienproduktion ging. Auch hier mussten die Passagiere zunächst die Haube nach rechts wegklappen und konnten dann hintereinander Platz nehmen. Sie mussten allerdings nicht in die Pedalen treten, sondern konnten sich auf einen Einzylindermotor mit 173 cm3 Hubraum und neun PS Leistung verlassen. Er beschleunigte die Messerschmitt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Einige Jahrzehnte nach der Hochzeit der Messerschmitt haben sich Designer Fred Zimmermann und Karosseriebauer Achim Adlfinger zwar an deren optischen Charakteristika gehalten: Die Veloschmitt hat riesige Kotflügel, relativ kleine Punktscheinwerfer und ein sympathisches Retro-Logo. Doch in puncto Material haben sie sich die Errungenschaften des 21. Jahrhunderts zu Nutze gemacht.

Die Karosserie besteht aus ultraleichtem, carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) und erreicht einen Strömungswiderstandskoeffizienten (CW-Wert) von 0,3. Das ist zwar deutlich weniger aerodynamisch als die Tragflächen eines Flugzeuges (0,08) oder die Körperform eines Pinguins (0,03), aber aerodynamischer als das Vorbild Messerschmitt.

Einfachstes Modell der Veloschmitt kostet 5200 Euro

Beim Preis werden sich die Gemüter wahrscheinlich scheiden: Als Einsitzer kostet die Veloschmitt 5200 Euro, als Zweisitzer 6250 Euro. Obendrauf kommen 450 Euro Transportkosten nach Deutschland. Und wenn man den Kabinenroller mit stärkerem Motor auf bis zu 70 km/h beschleunigt, ist natürlich eine Straßenverkehrszulassung nötig. 

Allerdings ist die slowenische Firma nicht die Einzige, die die Konstruktion des Messerschmitt Kabinenrollers für ein modernes Fahrzeug nutzt. Dieses Jahr erst hat die US-Firma Elio Motors einen ungewöhnlichen Kleinwagen auf drei Rädern vorgestellt, der entfernt an den Messerschmitt erinnert und Anfang 2015 in Serie gehen soll.

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Von Patrick Schroeder
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