09.09.2013, 11:30 Uhr | 0 |

IFA Berlin: Vernetztes Auto Ford Konzeptfahrzeug: Fahrersitz überwacht das Herz

Autos sollen zu mobilen Endgeräten werden, so die Vision von Ford-Chef Alan Mulally. Zudem sind elektronische Assistenten geplant, die das Fahren sicherer machen. Auf der Funkausstellung IFA In Berlin präsentierte Ford dazu ein Konzeptfahrzeug.

Ford S-Max
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Ford-Chef Alan Mulally präsentierte in Berlin auf der Funkausstellung IFA einen über und über vernetzten Ford S-Max.

Foto: dpa

Natürlich kann man mit einem Smartphone telefonieren. Doch das ist längst nicht mehr die Hauptanwendung. Fotografieren, Terminkalender führen und vor allem die Nutzung des Internets stehen im Vordergrund. Ähnlich soll es in naher Zukunft beim Auto sein. Lenken, bremsen, beschleunigen und auf Hindernisse achten: das erledigen künftig elektronische Assistenten, zumindest teilweise. Der Fahrer genießt stattdessen ein Konzert, schreibt E-Mails, lässt sich eingehende Botschaften und die aktuellen Kurse seiner Aktien vorlesen, und erfährt ganz nebenbei noch, welche Sehenswürdigkeiten er gerade passiert.

Während in Oberklassefahrzeugen bereits elektronische Assistenten Dienst tun und etwa Auffahrunfälle durch automatisches Bremsen verhindern, wenn der Abstand zu gering ist, müssen die Fahrer von kleineren Fahrzeugen noch alles selbst machen. Das will Ford ändern. Internet, elektronische Assistenten und Sprachsteuerung sollen zur Serienausstattung der Autos mit dem Pflaumenlogo werden. Folgerichtig reiste Ford-Chef Alan Mulally zur Internationalen Funkausstellung nach Berlin statt zur Automobilmesse in Frankfurt am Main, um seinen Traum vom Auto der Zukunft vorzustellen, in dem Kommunikation mindestens ebenso wichtig ist wie das Fahren selbst.

Apps halten Einzug ins Auto

„Klar, das ist eine Botschaft“, sagte er der Tageszeitung „Die Welt“. Er glaube, dass Autos schon bald mit anderen Systemen und untereinander vernetzt sind. Apps, also kleine Programme, die das Leben einfacher machen oder auch nur zur Unterhaltung beitragen, halten Einzug ins Auto, AskWiki beispielsweise. In Frankfurt präsentierte er deshalb einen über und über vernetzten Ford S-Max. Mit von der Partie sind der Navihersteller TomTom, der Automobilclub ADAC, der Musikdienst Spotify und die Deutsche Telekom, die sogar strategischer Partner der Amerikaner ist.

Mulally will in naher Zukunft sogar einen Diagnosesitz anbieten. Der misst unter anderem den Herzrhythmus. Wenn die Auswertesoftware bedenkliche Werte registriert warnt sie den Fahrer, oder schickt den besorgniserregenden Befund gleich dem Hausarzt. Auf jeden Fall verhindert der Bordcomputer dann zusätzliche Aufregung für den Fahrer und lässt beispielsweise kein aufwühlendes Techno-Gewummer mehr zu.

Dank Sprachsteuerung, die es bereits heute ermöglicht, Gesprächspartner ans Telefon zu holen, den Sender zu wechseln oder den iPod auf ein bestimmtes Lied springen zu lassen, kann der Fahrer seine Hände am Steuer lassen und seine Augen auf die Straße richten, auch wenn er seine Lieblingsapps aktiviert.

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Von Wolfgang Kempkens
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