18.08.2016, 07:11 Uhr | 2 |

7.000 Dollar Kaufpreis Dieses Dreiradauto braucht nur 2,8 Liter auf 100 km

Braucht man mehr, um zur Arbeit oder zur Uni zu pendeln? Wem das Rad zu wenig und ein Auto zu viel ist, der soll künftig mit dem Dreirad Elio aus den USA sein Ziel erreichen. Und der Preis von 7000 US-Dollar für einen fahrbaren Untersatz dürfte deutschen Autoherstellern zu schaffen machen.

Elio, 2014 auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt, ist ein absoluter Gegenentwurf zu den Riesenschlitten, die viele Amerikaner sonst gerne so fahren. Das fängt bei der Optik an: Auf drei Rädern sieht das Gefährt aus wie eine Kreuzung aus Auto und Motorrad. Das Dreirad besitzt eine feste Kabine mit einer Seitentür. Das bedeutet: Auch im Elio sind die Fahrgäste vor Wind und Wetter geschützt.

Das kleine Auto ist immerhin 4,08 m lang, die vordere Spurweite beträgt 1,7 m und es ist 1,38 m hoch. Das alles ist groß genug für zwei Personen, die hintereinander Platz finden. Gepäck lässt sich allerdings kaum verstauen. Doch dieses kleine Etwas hat schon jetzt seine Fangemeinde.

Einstiegspreis von 7.000 Dollar für Frühbucher

Die Entwicklung des Vehikels hat Unternehmensgründer Paul Elio per Crowdfunding finanziert. Mittlerweile gibt es 56.000 Reservierungen. Und jetzt können die potenziellen Kunden Fakten schaffen, denn Elio Motors aus Phoenix in Arizona hat jetzt endlich entschieden, was das Auto kosten soll: Wer sich jetzt verpflichtet, zahlt 7000 US-Dollar.

Mit der verbindlichen Kaufzusage stellt Elio Motors sicher, dass der Kunde sich nicht doch kurzerhand anders entscheidet. Alle anderen, die eine nicht erstattungsfähige Anzahlung leisten, bezahlen einen Festpreis von 7.300 Dollar. Diese beiden Angebote gelten, bis 65.000 Bestellungen eingegangen sind. Danach könnte es teurer werden.

Deutscher Dreizylindermotor mit 55 PS

Doch was genau bekommt man für sein Geld? Attraktiv ist sicher nicht nur der niedrige Anschaffungspreis, sondern auch die Technik. Ein 55 PS starker Dreizylindermotor treibt das Elio-Dreirad an – entwickelt wurde der Motor von der Berliner Ingenieur-Gesellschaft IAV, an der VW die Hälfte der Anteile hält. Die restlichen Anteile besitzen die Automobilzulieferer Continental, Schaeffler, Freudenberg und Sabic.

Laut Hersteller beschleunigt das Auto in zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der niedrige Treibstoffverbrauch von rund 2,8 Litern auf 100 km dürfte vor allem für Berufspendler interessant sein, die längere Strecken zurücklegen. Mit einem 19-Liter-Tank kommt der Frontantriebler rein rechnerisch auf etwa 680 km.

Mit im Paket sind zudem eine Klimaanlage, Airbag, ABS, eine relativ anspruchsvolle Audio-Ausrüstung und eine Türschloss-Fernbedienung.

Auslieferung voraussichtlich im nächsten Jahr

In den USA ist der Elio bereits zugelassen. Wann die ersten Wagen jedoch über die Straßen rollen, steht trotzdem noch nicht fest: Der Hersteller hat sich zwar beim Preis festgelegt, aber noch nicht beim Auslieferungstermin. 2017 ist anvisiert.

Wenn Sie zwar ein Dreirad lieben, aber doch mehr PS unter der Haube wünschen, dann wäre vielleicht Black Mamba etwas für Sie. Der Flitzer wird Sie mit 810 PS in den Sitz drücken.

 

Der Gegenentwurf dazu ist „mö“. Dieses Dreirad gehorcht noch der Pedalkraft und leistet sich gerade einen kleinen Elektromotor zur Unterstützung. Aber die Entdeckung der Langsamkeit hat ja auch was für sich.

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Von Lisa von Prondzinski
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kommentare
25.08.2016, 16:32 Uhr Peter Müller
Der Elio ist lediglich eine Kopie der Elektro-Dreirades aus Biel/Schweiz, das ich mehrfach fuhr. Nachteil ist der grosse (Park-)Platzbedarf durch die aussenstehenden Räder, welche zu hohen Luftwiderstand erzeugen. Nur als Einplätzer verbraucht er wenig Treibstoff. Ist eine zweite Person und Gepäck an Board, wird bei Steigungen weit mehr verbraucht. Dann ist die Neigetechnik komplex und ohne diese kippt das Gefährt in Kurven und bei Seitenwind schnell.
Ich wette, mehr als ein paar Prototypen werden nie gebaut, denn die Serie ist teurer als angedacht.

25.08.2016, 16:40 Uhr Peter Müller
Das Projekt ging aus der Swatch-Gruppe hervor und hiess "Sam Cree". Danach gab es noch Sam II und ein Sam III wurde angekündigt...

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