11.07.2014, 12:26 Uhr | 0 |

Selbstfahrendes Auto im Visier Deutscher Autozulieferer ZF plant Kauf des US-Konkurrenten TRW

Der größte Getriebehersteller der Welt, ZF aus Friedrichshafen am Bodensee, zeigt Kaufinteresse am US-Konkurrenten TRW. Am Ende des wahrscheinlich zweistelligen Milliardendeals stünde der zweitgrößte Autozulieferer der Welt – mit genügend Know-how und Technik für vollautomatisierte Fahrzeuge.

TRW präsentierte auf der IAA 2013 in Frankfurt ein Modellauto aus Acryl
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TRW präsentierte auf der IAA 2013 in Frankfurt ein Modellauto aus Acryl. Das Unternehmen will die Straßensicherheit mit automatisches Brems- und Lenksystemen erhöhen – Technologie, die für ZF sehr interessant ist. 

Foto: dpa

Auf dem Hockenheimring, dem Austragungsort des Formel-1-Spektakels „Großer Preis von Deutschland“, gab es kürzlich ein anderes, nicht minder spektakuläres Schauspiel: Der US-Autozulieferer TRW, der in Deutschland rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt, präsentierte den Notausweichassistenten Emergency Steering Assist (ESA) in einem Prototypfahrzeug. Er errechnet blitzschnell die besten Lenkbewegungen, um einem Hindernis auszuweichen. Der Fahrer muss zwar selber lenken, ESA greift aber korrigierend ein, wenn er nicht die optimale Route trifft. Das senkt die Schleudergefahr. 

Autonomes Fahren gehört zu den Unternehmenszielen von ZF

ZF Friedrichshafen, ein Weltmeister im Bau von Fahrzeuggetrieben, hat jetzt ein Auge auf TRW geworfen und sogar schon Gespräche über einen möglichen Kauf geführt, sagte ein ZF-Sprecher am Donnerstagabend.

ZF-Chef Stefan Sommer hat erst kürzlich angedeutet, dass autonomes Fahren ein Ziel seines Unternehmens sei. „Mit dem, was ZF und TRW jeweils mitbringen, hätten sie die notwendige Dynamik unter einem Dach, um ein voll automatisiertes Fahrzeug herzustellen“, sagt Analyst Richard Pilgert vom US-Analyseunternehmen Morningstar in einem Bericht der Tageszeitung Die elt. TRW hat auch noch mehr zu bieten, was die Sicherheit auf den Straßen erhöht. Unter anderem hat das Unternehmen eine Geschwindigkeitsregelung entwickelt, die Auffahrunfälle verhindert, und eine Notfallbremse.

Zusammenschluss würde zweitgrößten Autozulieferer der Welt hervorbringen

Der Zusammenschluss würde ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von knapp 30 Milliarden Euro hervorbringen, das in der Rangliste des Onlinemagazins Automotive News nach Bosch Platz zwei unter den weltweiten Autozulieferern einnehmen würde. Mit einem Umsatz von zuletzt 16,8 Milliarden Euro im Jahr 2013 wäre ZF der größere Partner. ZF bewertet den Wert des US-Unternehmens TRW auf elf bis zwölf Milliarden US-Dollar.

Das automatisch fahrende Auto ist Ziel einer Reihe von Unternehmen im In- und Ausland. Kürzlich präsentierte der Internetriese Google ein automatisch fahrendes Mini-Auto, das allerdings nicht für den Straßenverkehr zugelassen ist. Ebenso wenig wie ein Mercedes 500, den Daimler automatisch von Mannheim nach Pforzheim fahren ließ – exakt auf der Route, die Berta Benz vor 125 Jahren für die weltweit erste Langstreckenfahrt mit einem Auto wählte.

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Von Wolfgang Kempkens
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