04.10.2013, 16:07 Uhr | 3 |

Frühwarnsystem hat funktioniert Brennender Tesla lässt den Börsenwert um 3 Mrd. Dollar einbrechen

Ein Amateurfilm auf Youtube mit einem brennenden Tesla-Modell sorgt für starke Unruhe an der Börse: Das ausgebrannte Auto ließ den Börsenwert des Elektroautoherstellers Tesla um etwa drei Milliarden Dollar fallen. Der schwere Unfall hat die Frage nach der Sicherheit von Elektroautos neu aufgeworfen.

Brennender Tesla S
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In den USA ist nach einem Zusammenprall mit einem Metallstück ein Tesla S ausgebrannt. Der Unfall wurde zufällig von einem vorbeifahrenden Autofahrer gefilmt. Das 30-Sekunden-Filmchen wurde seit Mittwoch 3 Millionen Mal angeklickt und sorgte dafür, dass der Wert des Elektroautoherstellers an der Börse um drei Milliarden Dollas gesunken ist.

Foto: Youtube/Screenshot ingenieur.de

Sind Lithium-Ionen-Batterien in Autos und Flugzeugen wirklich sicher? Diese Frage stellt sich erneut nach dem Vorfall am Dienstag, als eine 70 000 Dollar teure Limousine des Elektroautoherstellers Tesla an einem Straßenrand im US-Bundesstaat Washington Feuer fing und ausbrannte.

Der Fahrer konnte sich zwar unverletzt retten. Doch der Vorfall wurde von einem Amateurfilmer auf Youtube gestellt, was dazu führte, dass schon ein Tag später das Unternehmen Tesla einen Kurseinbruch von bis zu 13 Prozent an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq hinnehmen musste, der Unternehmenswert brach damit um drei Milliarden Dollar ein. US-Journalisten nennen es den „Teslas Alptraum“.

Warnsystem zeigte Schaden an und rettete den Fahrer

Der Brand an dem Fahrzeug des Vorzeigeherstellers für Elektroautos war nur schwer zu löschen. Nachdem die Feuerwehr bereits davon ausging, die Situation gerettet zu haben, brach das Feuer erneut aus. Erst nachdem Löcher in den Vorderwagen geschnitten wurden, kamen de Feuerwehrleute an den Herd des Feuers: die beiden Lithium-Ionen-Akkus. Der Brand an den beiden Akkus war deshalb schwer zu beheben, da sich diese in der Mitte des Fahrzeugs unterhalb der Fahrgastzelle befinden.

Der Unfall wurde offenbar durch den Einschlag eines großen Metallstücks ausgelöst, das sich auf der Fahrbahn befand, bestätigte das Unternehmen. Dank des funktionierenden Warnsystems wurde der Fahrer rechtzeitig zum Anhalten aufgefordert, sodass er aussteigen konnte und niemand zu Schaden kam.

Tesla-Zwischenfall kommt nur sehr selten vor

Dieser Vorfall lässt neue Zweifel hinsichtlich der Sicherheit bei Elektroautos aufkommen. Denn trotz der guten Ergebnisse der Tesla-Modelle bei Crashtests zeigen sich im echten Verkehr Probleme, mit denen im Testlabor nicht zu rechnen ist. „Die Erforschung der Sicherheit von Elektroautos ist erst in einer frühen Phase", sagte Karl Brauer. Er ist Analyst bei der Bewertungsfirma für Autos Kelley Blue Book.

Tesla ist nicht der erste Hersteller, der Probleme mit Lithium-Ionen-Akkus hat. Ähnliche Vorfälle gab es zu Jahresbeginn mit zwei Batteriebränden an Boeings Dreamliner. Daraufhin wurde ein Flugverbot verhängt. Boeing musste die Akkus im Dreamliner modifizieren, um die Brandgefahr zu reduzieren.

Nun fürchten die Anleger, dass es zu ähnlichen Konsequenzen mit Tesla kommen könnte. Das Modell Tesla S verkauft sich trotz des hohen Preisen zwar gut. Der jetzige Vorfall könnte aber Kunden abschrecken.

Hype um brennendes Tesla-Fahrzeug

Tesla wurde 2003 in Kalifornien als Startup vom US-Ingenieur Martin Eberhard und dem Milliardär Elon Musk gegründet. Jetzt muss die offizielle Untersuchung zur genauen Brandursache abgewartet werden. Immerhin hat Tesla bewiesen, dass seine Frühwarnsysteme funktionieren und so der Fahrer unbeschadet das Auto verlassen konnte. Vielleicht hat der Brand auch gar nichts mit dem Elektroantrieb zu tun: Schließlich brennen auch Autos mit Verbrennungsmotoren aus, ohne auf Youtube zu landen.

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Von Petra Funk
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kommentare
05.10.2013, 17:24 Uhr alois
hallo,

ich denke es ist besser, die abklärungen abzuwarten, bevor man sich eine meinung bildet. es ist ärgerlich, wenn aus so wenigen informationen eine riesen story gemacht wird...

tesla hat informiert, dass ein metallstück die bodenplatte beschädigt und ein ca.10cm grosses loch verursacht hat. daraufhin ist es in einer der 16 sektionen zum brand gekommen, die sektionen sind untereinander durch feuerschotts abgetrennt, die ein ausbreiten des brandes unterbinden! erst durch das einschlagen von weiteren löchern in die batterie durch die feuerwehr, griff der brand schliesslich auf den frontbereich über - konnte dann aber durch den einsatz des richtigen löschmittels schnell unter kontrolle gebracht werden!

ein vergleich mit dem vorfall bei boeing finde ich völlig unpassend, da dieser spontan und ohne gewalteinwirkung stattgefunden hat, das ist wirklich eine gänzlich andere situation!!

auf deutschlands strassen brennen fast täglich autos und lkw's aus und es wird kaum darüber berichtet, ich finde es schade, dass durch sensationsberichte solche interessanten projekte beschädigt werden.

sollte man nicht erst alle fakten sammeln und dann berichten - ganz, wie es von uns ingenieuren erwartet wird?

05.10.2013, 19:37 Uhr alois
hallo nochmal,

hier für alle, die es interessiert, noch die offizielle darstellung von tesla:

http://www.teslamotors.com/blog/model-s-fire

schlussendlich wird die auswertung der berichte der feuerwehr und aller sachverständigen die fakten an's licht bringen - ob's dann noch von interesse ist, bleibt abzuwarten...

09.10.2013, 00:06 Uhr a.moerer-funk
Herr Alois,

vielen Dank für Ihre Anregungen. Ich finde allerdings nicht, dass wir erst so lange warten sollten, bis alle Details geklärt sind. Denn Sie erwarten doch von ingenieur.de, dass wir solch ein Thema aufgreifen – und zwar sofort, und nicht erst ein paar Tage später. Aber natürlich dürfen Sie eine tiefere Recherche erwarten. Deshalb finden Sie am Mittwoch einen weiteren Bericht, was denn genau passiert ist. Und das Ganze so detailliert, wie kaum woanders.

Es grüßt Ihr
Axel Mörer-Funk

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