27.03.2015, 14:47 Uhr | 1 |

Entwicklung von Opel Autofahrer lenken Scheinwerfer mit den Augen

Opel- und Vauxhall-Fahrer lenken künftig die Scheinwerfer mit den Augen: Sehen sie einen verdächtigen Schatten auf der rechten Seite, folgt das Licht ihrem Blick. So werden Fußgänger selbst dann sichtbar, wenn sie dunkel gekleidet sind und im Regen stehen.

Scheinwerfer mit den Augen lenken
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Opel-Ingenieure und Darmstädter Wissenschaftler haben ein Eye-Tracking-System entwickelt, das es Autofahrern künftig ermöglicht ihre Scheinwerfer mit den Augen zu lenken. 

Foto: GM Company

Die Ingenieure des Autobauers Opel haben das Eye-Tracking-System gemeinsam mit dem Fachgebiet Lichttechnik der Technischen Universität Darmstadt entwickelt.

Infrarotkamera beobachtet Augen und Nase

Die Blickrichtung der Augen beobachtet eine Infrarotkamera. 50 Mal pro Sekunde erfasst sie die Pupillen und zur besseren Orientierung auch die Bewegungen der Nasenspitze. Nach einer Bildauswertung veranlasst der Bordcomputer eine entsprechende Verlagerung des Lichtkegels.

Eine Verzögerungsschaltung verhindert, dass die Stellmotoren die Scheinwerfer hektisch hin und her bewegen, wenn der Fahrer schnelle Augenbewegungen macht. Es sind stets fließende Bewegungen, die das Licht beispielsweise auch in eine Kurve lenken. Schaut der Fahrer allerdings auf das Tachometer, leuchten die Scheinwerfer weiterhin nach vorn.

Zwei Jahre lang haben die Lichtingenieure an dem Projekt gearbeitet. Das Team um Professor Tran Quoc Khanh von der TU Darmstadt hat das Eye-Tracking-System in einem Fahrzeug bereits getestet. „Je besser wir die Vorteile des Systems verstanden haben, desto intensiver haben wir das Entwicklungsprojekt vorangetrieben“, sagt Ingolf Schneider, Direktor in Opels Lichttechnikbereich. Das System kalibriere sich eigenständig. „Das System arbeitet perfekt, egal wer hinter dem Steuer sitzt.“

Weitere Entwicklung: LED-Scheinwerfer blenden selbstständig ab

Während sich das Eye-Tracking-System noch in der Entwicklungsphase befindet, ist eine weitere Innovation bei Scheinwerfern schon serienreif: Eine Frontkamera erfasst ständig entgegenkommende Fahrzeuge. Damit deren Fahrer nicht geblendet werden, schalten sich einige Scheinwerfer-LEDs automatisch ab. Zudem wird die Reichweite an die jeweilige Geschwindigkeit angepasst.

Und natürlich blinzeln die Scheinwerfer bei Kurvenfahrten um die Ecke. Das System ist bereits für die Modelle Mokka, Cascada und Zafira Tourer sowie für die Astra- und Insignia-Familien erhältlich. Ford hingegen hat ein Kamerasystem entwickelt, das Autofahrer vor Radarfallen schützt.

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Von Wolfgang Kempkens
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kommentare
06.04.2015, 11:11 Uhr Progetti
Die Scheinwerferauslenkung könnte auch über Drucksensoren im Lenkrad gesteuert werden: überwiegt der Griffdruck rechts, dann lenkt ein Teil der LED' s das Licht nach rechts und entsprechend beim überwiegenden Griffdruck links. Das müsste nach kurzer Probe gelingen.

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