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05.07.2013, 13:36 Uhr | 0 |

Weltgrößter Offshore-Windpark Strom für eine halbe Million Haushalte aus der Nordsee

Großbritannien hat den größten Offshore-Windpark der Welt eingeweiht. „London Array“ wird eine halbe Million Haushalte mit Strom versorgen. Das Windkraftwerk in der Themse-Mündung soll in jedem Jahr rund 900.000 Tonnen CO2 einsparen – so viel wie 300.000 Autos erzeugen. Die Technik des Windparks kommt aus Deutschland.

Windpark London Array
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20 Kilometer vor der Mündung der Themse in die Nordsee liegt der größte Windpark der Welt, den Premier David Cameron und Siemens-Chef Peter Löscher am Donnerstag eingeweiht haben. Er wird eine halbe Million Haushalte mit Strom versorgen. Im Bild die Installation der letzten der 175 Siemens-Turbinen.

Foto: Siemens

London Array liegt rund 20 Kilometer vor der Küste von Kent und Essex in der Flussmündung der Themse. Damit liegt der Windpark, der eine Fläche von 100 Quadratkilometern umfasst, mitten in einer viel befahrenen Wasserstraße. Zudem befinden sich einige Turbinen in bis zu 25 Meter tiefem Wasser, andere liegen bei Ebbe trocken.

Der Windpark hat 630 Megawatt Leistung. Die Investitionskosten liegen bei 1,75 Milliarden Euro. Die 175 Turbinen lieferte Siemens. Jedes einzelne Windrad erreicht mit einem Rotordurchmesser von 120 Metern eine Leistung von 3,6 Megawatt.

Der erste Strom floss bereits im April. Bei der offiziellen Einweihung in der südenglischen Stadt Margate sagte der britische Premierminister David Cameron, das Großprojekt zeige, dass Großbritannien in Sachen Ökostrom ein klares, berechenbares Investitionsklima besitze. Großbritannien festigt mit dem Windpark seine Stellung als eins der führenden Länder für die Erzeugung von Strom auf See.

Großbritannien setzt bei der Energiewende auf die Windkraft

London Array ist Teil ehrgeiziger Pläne für die Energiewende. Schon heute spielt Offshore-Windenergie eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung in Nordeuropa. Deutschland und Großbritannien sind dabei die größten Märkte. Beide Länder wollen die Windenergie schnell und umfassend ausbauen. Bis 2020 sollen deutsche Windkraftwerke zehn Gigawatt Strom erzeugen. Großbritannien will  in diesem Zeitraum Anlagen für bis zu 18 Gigawatt auf See installieren. Damit würde die Windkraft etwa ein Fünftel des britischen Strombedarfs decken.

Siemens lieferte für den Windpark nicht nur die Turbinen, sondern hat die Anlagen auch an das Stromnetz angeschlossen. Dafür zwei Offshore-Umspannstationen in der Nordsee und ein Umspannwerk auf dem Festland errichtet. Der von den Windturbinen erzeugte Strom wird zunächst in einer der Umspannstationen auf See gebündelt und dann mit Hochspannungsseekabeln an die Küste transportiert. Vier jeweils rund 50 Kilometer lange Kabel verbinden die einzelnen Windturbinen mit der Umspannstation.

Siemens lieferte zwei Drittel seiner Windturbinen nach England

Der Windpark gehört den Konzernen Dong Energy, E.On und Masdar, dem Ökoenergiekonzern des Emirats Abu Dhabi. Gemeinsam mit Dong Energy wird Siemens den Service für das Windkraftwerk übernehmen. „London Array ist der weltweit größte Offshore-Windpark und markiert einen Meilenstein in der Entwicklung der Windenergie auf dem Meer“, sagte Siemens-Chef Peter Löscher bei der Einweihung.

Wie wichtig Großbritannien für die Siemens-Windsparte ist, zeigen aktuelle Zahlen des Unternehmens. Danach hat Siemens zwei Drittel seiner bisher weltweit ausgelieferten rund 1.100 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 3,4 GW an Großbritannien geliefert.

Deutlich höher ist der aktuelle Auftragsbestand. Demnach liegen Siemens Aufträge für Offshore-Projekte mit einer Leistung von rund 4,6 GW vor.

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Von Andrea Ziech
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