04.07.2017, 08:03 Uhr | 1 |

Erneuerbare Energien Indischer Kohlegigant steigt auf Solarenergie um

Der größte Kohleproduzent der Welt, India Coal Limited, macht in den nächsten Monaten 37 Minen dicht. Stattdessen schwenkt er auf erneuerbare Energien um. Die Gründe sind vielfältig.

Kohletagebau Schaufelrad
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Indien reduziert die Fördermengen von Kohle zugunsten von Erneuerbaren Energieträgern.

Foto: Arno Burgi/dpa

Das indische Staatsunternehmen Coal India Limited ist der größte Kohleproduzent der Welt. Noch vor den chinesischen Herausforderern. Doch nun beginnt die Zeitenwende im Land des Ganges. Der Kohleriese verabschiedet sich bis März 2018 von rund 10% seiner Fördermenge, was die Schließung von insgesamt 37 Kohleminen in ganz Indien bedeutet.

Preisverfall als größter Beweggrund

Die Entscheidung von Coal India Ltd darf man also als strategische Zukunftsinvestition betrachten angesichts zahlreicher Pleiten größerer und kleinerer Wettbewerber. Erst im vergangenen Jahr etwa musste der größte private Kohleproduzent, das US-Unternehmen Peabody, Insolvenz anmelden. Die Kosten für die Gewinnung von Energie aus Kohle sind in den vergangenen Jahren derart explodiert, dass es sich schlicht und ergreifend immer weniger lohnt.

Hinzu kommt, dass die Preise für andere Energiequellen fallen. „Zum ersten Mal ist Solarenergie günstiger als Kohle in Indien und das hat tiefgreifende Implikationen für die Transformation des globalen Energiemarktes“, kommentiert Tim Buckley vom US-Institut für Energiewirtschaft und Finanzanalyse (IEEFA). Mit der Devise ‘weg vom endlichen Rohstoff Kohle und hin zur allzeit verfügbaren Solarenergie‘ fügt sich Coal India nicht zuletzt den Plänen des indischen Premierministers Narendra Modi, der das Klimaabkommen von Paris mit einem ehrgeizigen nationalen Aktionsplan unterstützt.

Auch die Umwelt fordert diese Energiewende ein

Dieser Schritt ist nicht nur aus politischer Sicht dringend geboten. Denn wie ein Bericht der New York Times Anfang des Jahres offenlegte, steht Indien der chinesischen Volksrepublik in Sachen Luftverschmutzung kaum nach. Rund 1,1 Millionen Inder sterben demnach jedes Jahr an den Folgen der verheerenden Luftverschmutzung.

Nun hat das Land den Bau neuer Kohlekraftwerke untersagt, die eine Leistung von 14 GW bringen sollten. Indiens Energieminister Piyush Goyal gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass das Land, das noch im vergangenen Jahr von der Internationalen Energieagentur zum nächsten Drehkreuz der Kohle ausgelobt wurde, stattdessen auf erneuerbare Energien setze.

Abschalten und Neubauten untersagen ist allerdings nicht die Lösung. Schon heute kann das Land den Energiebedarf seiner 1,31 Milliarden Einwohner kaum noch decken. Eine Alternative muss her.

Erneuerbare Energien sollen den Energiebedarf decken

Der Energieminister gab bekannt, dass Coal India bereits in diesem Jahr 1 GW „saubere Energie“ aus Erneuerbaren produzieren werde. Ab 2020 soll dann keine einzige Kilowattstunde mehr aus der Verbrennung von Kohle stammen.

Trotz ehrgeiziger Klimaziele, die auch die ausschließliche Neuzulassung von Elektroautos ab dem Jahr 2030 vorsehen, ist nach wie vor Indiens nördlicher Nachbar China Vorreiter im Ausbau erneuerbarer Energien. Dazu trägt seit jüngstem das weltgrößte schwimmende Solarkraftwerk bei, das im Mai 2017 mit einer Leistung von 40 Millionen Watt ans Netz gegangen ist. Übrigens auf dem Gelände eines ehemaligen Kohletagebaus.

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Von Lisa Schneider
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kommentare
04.07.2017, 17:21 Uhr Progetti
Aufgelassene Kohle- Bergwerke könnte man vielleicht in Energie- Zwischen- Speicher für Solar- Energie in Form von Pump- Speicher- Kraftwerken umbauen, wenn von der Geologie her nichts dagegenspricht.
Oder man stattet die unterirdischen Räume mit einer großen Anzahl von Super- oder Ultra- Kondensatoren aus, weil sie langlebig sind und für solche Energiespeicher wenig Wartung erforderlich ist.

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