21.01.2014, 14:15 Uhr | 1 |

TV-Marke lebt weiter Philips gibt sein TV-Geschäft nach China ab

Nachdem Philips schon vor drei Jahren die Mehrheit an seiner TV-Sparte an die chinesische TPV Technology aus Hongkong abgegeben hatte, verkaufen die Niederländer jetzt auch ihren letzten Anteil von 30 Prozent an die Chinesen. Damit hält TPV jetzt 100 Prozent am ehemaligen Fernsehgeschäft des Philips-Konzerns – und eine Ära geht zu Ende.

Philips-Stand auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) im September 2013 in Berlin
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Philips-Stand auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) im September 2013 in Berlin: Jetzt hat der niederländische Konzern mitgeteilt, sich ganz vom Geschäft mit TV-Geräten zu verabschieden. 

Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Schon Anfang 2012 hatte der niederländische Elektrokonzern Philips 70 Prozent seines Fernsehgeschäftes an die Firma TPV Technology in Hongkong abgegeben, einen der größten Fernseher-Auftragsfertiger der Welt. Von da an war das Gemeinschaftsunternehmen TP Vision für die Produktion und den Vertrieb der Philips-Fernsehgeräte zuständig.

Seitdem konzentriert sich Philips stärker auf Medizintechnik, Licht und kleinere Haushaltsgeräte wie Elektrorasierer oder elektrische Zahnbürsten.

Diese Umstellung vor gut zwei Jahren hat sich schon bezahlt gemacht: Im dritten Quartal 2013 stieg der Netto-Gewinn des Konzerns auf 281 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es erst 105 Millionen Euro.

Auch der Rest des TV-Geschäftes wird jetzt abgestoßen

Jetzt gibt Philips auch seinen Restanteil von 30 Prozent an TP Vision an die TPV Technology ab und verabschiedet sich damit von seiner einst starken Sparte TV-Geschäft. Die Geräte sollen weiter unter der Marke Philips verkauft werden, wofür die Niederländer 2,2 Prozent des Erlöses, mindestens aber 40 Millionen Euro pro Jahr, erhalten. Darüber hinaus bekommt Philips noch den eigentlichen Kaufpreis für die abgegebenen Anteile. Diese Zahlung von TPV Technology erfolgt allerdings erst im Jahr 2018.

Im Gegenzug musste Philips vor der Übergabe an die Chinesen noch einmalig 50 Millionen Euro investieren, um die Ausgangsposition auf dem sehr dynamischen und heiß umkämpften TV-Markt zu verbessern.

Loewe geht einen anderen Weg

Philips hat eine ähnliche Geschichte erlebt wie der deutsche Fernsehgerätehersteller Loewe, der ebenfalls stark unter der Konkurrenz insbesondere aus Asien gelitten hat und im vergangenen Herbst vor dem Ende stand. Erst vor wenigen Tagen sind neue Investoren bei Loewe eingestiegen. Jetzt hofft der Hersteller auf Besserung, nachdem ehemalige Manager von Apple und Bang & Olufsen die Führung des Unternehmens übernommen haben.

Dominiert wird der TV-Markt aktuell von den beiden südkoreanischen Unternehmen Samsung und LG. Samsungs Marktanteil liegt inzwischen schon bei rund 50 Prozent, während die früheren Big Player des Geschäftes mit Fernsehgeräten wie Sony, Sharp und Panasonic unter weiter sinkenden Marktanteilen leiden.

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Von Klaus Ahrens
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kommentare
15.12.2014, 01:27 Uhr andromeda
Phillips hat anscheinend noch mehr als das TV Geschäft abgegeben, hatte dort einen Entsafter für fast 80 Euro bestellt, es gab noch nichtmal eine Bestellbestätigung. Beim ersten Test ging gleich die rechte Halterung kaputt und das wars dann. Danke für Made in China - nie wieder Phillips! Hätte ich das gewusst hätte ich dort nichts bestellt. Muss man sich also heutzutage erst immer schlau machen, wer wo produzieren lässt.
Gibt es auch noch deutsche Firmen die in Deutschland QUALITÄT wie früher herstellen?
Ich finde eine Frechheit das alles sonstwohin ausgelagert wird und hier in Deutschland von Fachkräftemangel gelabert wird.

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