28.11.2014, 11:50 Uhr | 0 |

Markt wächst zusammen GoPro lässt seine Kameras bald an eigenen Drohnen schweben

Der US-amerikanische Kamerahersteller GoPro will ein zweites Standbein aufbauen und sein Kerngeschäft mit kleinen robusten Outdoor-Videokameras um den Vertrieb von Drohnen erweitern. Damit springt GoPro auf ein Geschäft auf, das gerade erst Fahrt aufgenommen hat.

Am Skihelm befestigte GoPro-Kamera
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Eine am Skihelm befestigte GoPro-Kamera: Künftig will der Kamera-Hersteller auch ins Drohne-geschäft einsteigen und Ende 2015 einen eigenen Multirotoren-Helikopter mit Kamera auf den Markt bringen.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die US-amerikanische Firma GoPro mit Sitz in San Mateo in Kalifornien ist heute vor allem Menschen ein Begriff, die qualitativ hochwertige Videobilder von Outdoor-Aktivitäten wie Surfen oder Gleitschirmfliegen herstellen möchten. Firmengründer Nick Woodman erkannte vor zwölf Jahren die Marktlücke, als er selbst hochwertige Fotos vom Surfen brauchte, aber feststellen musste, dass es dafür gar keine geeigneten Kameras zu erschwinglichen Preisen gab.

Also machte er sich ans Werk und gründete GoPro – die Abkürzung für Go Professional, übersetzt etwa „werde professionell“. Vor zehn Jahren lieferte Woodman und brachte das hochauflösende und wasserdichte Modell Hero 35mm heraus, eine robuste Kamera, die Fotos auf 35-Millimeter Kleinbildfilm bannte. Inzwischen bietet GoPro längst robuste kleine Kameras mit einer Video-Auflösung von HD oder gar 4K an.

Ende des nächsten Jahres einen eigenen Multirotoren-Helikopter im Angebot

Diese leichten Kameras verkauft GoPro auch an verschiedene Drohnenhersteller, die diese mit Stativhalterungen unterstützen. Jetzt will GoPro zum Ende des nächsten Jahres einen eigenen Multirotoren-Helikopter mit Kamera auf den Markt bringen. Das Ziel dahinter: Die Kalifornier wollen wieder unabhängiger werden.

Denn einige Drohnenhersteller, wie zum Beispiel der weltweit größte Hersteller von Drohnen für die zivile Nutzung, die chinesische SZ DJI Technology, verkaufen Fluggeräte, die mit einer im eigenen Unternehmen hergestellten Kamera bestückt sind. Der einst so schön getrennte Markt wächst zusammen. Und dem will GoPro sich nicht schutzlos ausliefern.

Preise bis 1.000 Dollar angestrebt

Nach Informationen des Wall Street Journals strebt der Hersteller Preise für diese filmenden Drohnen zwischen 500 und 1000 Dollar an. Für Marktbeobachter ist das ein überfälliger Schritt. Analyst Charles Anderson von Dougherty and Co hatte laut ZDnet bereits zuvor bemängelt, der Kamerahersteller verpasse eine naheliegende Gelegenheit. „Sie machen das Geld mit GoPro, aber holen sich nicht den Wert der Drohne“, sagte er. Dazu kommt: Drohnen bieten nicht nur eine Gewinnchance für GoPro. Vielmehr könne das Unternehmen beweisen, dass es nicht nur von einer Produktkategorie abhängig ist. Denn schon seit einiger Zeit hat GoPro in seinem Segment Konkurrenz bekommen. Sony bietet aktuell eine Actioncam an, die nur 63 Gramm wiegt.

Seit Juni an der Börse

Die zehn Jahre alte Firma GoPro hat sich erst im Juni dieses Jahres auf das Börsenparkett gewagt. Die Geschäfte laufen gut: In den ersten neun Monaten des Jahres 2014 verkaufte GoPro nahezu 2,8 Millionen Geräte. Das war ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem gesamten Vorjahr. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum auf 763 Millionen Dollar, von 624 Millionen Dollar im Jahr 2013. Seit dem Börsengang an der Nasdaq im Juni ist der GoPro-Kurs um 138 Prozent in die Höhe geschnellt.

„Ich wäre glücklich, wenn GoPro weiter gute Kameras produziert und wir weiterhin gute Drohnen“, sagte Colin Guinn, Senior Vize President bei der kalifornischen Firma 3D Robotics. Das Unternehmen rüstet heute alle seine Drohnen mit GoPro-Kameras aus. Jetzt wird der Lieferant zum Konkurrenten.

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Von Detlef Stoller
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