17.01.2014, 15:41 Uhr | 0 |

Umzug nach München Ex-Manager von Apple und Bang & Olufsen retten Loewe

Der insolvente Fernsehhersteller Loewe ist gerettet: Münchner Familienunternehmen und frühere Manager von Bang & Olufsen sind mit einer Investorengruppe zur Hilfe geeilt. Ex-Apple-Europachef Jan Gesmar-Larsen soll das Unternehmen nun strategisch neu ausrichten. 

Die neue Loewe GmbH will sich komplett neu ausrichten
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Bislang sind der Übernahme 120 Jobs zum Opfer gefallen. Das Schicksal von weiteren 160 Angestellten der Tochter Loewe Opta bleibt ungewiss. Noch hat sich die neue GmbH nicht entschieden, ob sie diesen Unternehmensteil übernimmt. 

Foto: dpa

Der deutsche Fernsehgeräte-Hersteller Loewe bleibt in deutscher Hand. Zur Investorengruppe Panthera GmbH gehören nach Loewe-Angaben unter anderem die Münchner Familienunternehmen Constantin Sepmeier und Stefan Kalmund sowie frühere Manager des Unternehmens Bang & Olufsen. Eine wichtige Rolle wird zukünftig der frühere Apple-Europachef Jan Gesmar-Larsen übernehmen. Er soll als Beiratsvorsitzender die strategische Neuausrichtung des Unternehmens verantworten – gemeinsam mit dem bisherigen Vorstandschef Matthias Harsch.

Im vergangenen Herbst musste Loewe Insolvenz anmelden, da sich die Premiumfernseher des Unternehmens immer schlechter verkauften. Der Grund dafür war neben dem Preisverfall auf dem TV-Markt auch die Konkurrenz aus Fernost.

120 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Die Zentrale des Unternehmens soll nach München umziehen. Zentrale Unternehmensfunktionen bleiben aber ebenso im fränkischen Kronach wie ein großer Teil der Produktion.

Drei Viertel der Arbeitsplätze bleiben erhalten. Von derzeit rund 550 Mitarbeitern übernimmt die neue Loewe Gmbh 270 direkt, weitere 160 bleiben zunächst in der Loewe Opta GmbH, die unter anderem die Produktentwicklung verantwortet – so lange, bis entschieden ist, ob die Investorengruppe auch diesen Unternehmensteil übernimmt. Die übrigen 120 Mitarbeiter werden nicht übernommen, sondern in eine Transfergesellschaft überführt. Dort werden sie laut Loewe mit Qualifizierungsmaßnahmen für die Jobsuche unterstützt. 

Die Marke Loewe bleibt damit erhalten. Ihre neuen Besitzer wollen sie in Zukunft für eine breitere, jüngere sowie design- und technikaffine Zielgruppe interessant machen – in Europa, Russland und China. Mit Designqualität, Benutzerfreundlichkeit und Technologie wolle man Kunden überzeugen und sich mit wirelessvernetzten TV- und Soundgeräten breiter aufstellen, erklären die Verantwortlichen.

Loewe ist eins der letzten deutschen Traditionsunternehmen seiner Sparte

Im Frühjahr 2012 hatte es erstmals Gerüchte gegeben, Apple wolle den angeschlagenen Hersteller übernehmen und dessen Know-how für seinen eigenen Fernseher nutzen. Damals dementierten das sowohl Loewe als auch Apple. Im Oktober 2013 musste Loewe schließlich Insolvenz anmelden. Die 1923 in Berlin gegründete Traditionsfirma ist neben Metz und TechniSat der letzte von einst 30 deutschen Unterhaltungselektronikherstellern. 

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Von Andrea Ziech
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