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21.08.2013, 16:49 Uhr | 0 |

Elektroindustrie Elektromobilität und Photovoltaik im Verbund

Die neue Photovoltaikanlage an der Fassade des Firmensitzes von RWE Effizienz in Dortmund soll mit ihrem Strom die Elektrofahrzeuge des Leuchtturmprojekts "metropol-E" versorgen. Das Projekt liefert praktische Erfahrung für die Vernetzung der Sektoren Verkehr und Energieversorgung.

Leuchtturmprojekt "metropol-E"
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Leuchtturmprojekt "metropol-E": Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Ingo Alphéus (re.) Vorsitzender der Geschäftsführung RWE Effizienz bei der Fahrzeugübergabe.  

Foto: Stadt Dortmund

Die Voraussetzung seitens des Wetters konnte idealer kaum sein. Bei strahlendem Sonnenschein nahmen RWE und die Stadt Dortmund Mitte Juli eine neue Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 42 kWp in Betrieb. Die Anlage am Firmensitz von RWE Effizienz erstreckt sich über acht Etagen der Gebäudefassade. Damit verbunden ist ein Batteriespeichersystem von 200 kWh Speicherkapazität im Keller. Ladestationen vor dem Gebäude bieten die Möglichkeit, Elektrofahrzeuge mit Wechselstrom oder Gleichstrom zu laden.

"Energiewende zum Anfassen"

So findet der Solarstrom Einsatz in dem Leuchtturmprojekt "metropol-E". Hierbei geht es um Entwicklung und Test eines Lade- und Flottenmanagementsystems für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in einer kommunalen Flotte. "Wir haben hier Energiewende zum Anfassen", unterstrich Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender von RWE Deutschland. Zum einen sei die E-Mobilität ein wichtiges Element der Energiewende, besonders in Bezug auf eine sinnvolle Verwendung von überschüssigem Strom. Zum anderen beweise das Projekt, dass es möglich ist, Elektromobilität zu 100 % auf regenerativem Strom aufzubauen.

"Die Verknüpfung der Elektromobilität mit der dezentralen Energieerzeugung wird immer wichtiger", betonte Neuhaus. Was sich in der Theorie einfach anhöre, werde hier in der Praxis realisiert – die Vernetzung von dezentral regenerativ erzeugtem Strom mit einer Stromspeicherlösung und einer Ladeinfrastruktur über ein Energiemanagementsystem.

Dies funktioniere in Dortmund so: Fordern Fahrzeuge an der Ladeinfrastruktur Energie an, wird dieser Bedarf zuerst aus der Photovoltaikanlage gedeckt. Produziert die Anlage mehr Energie, wird der Sonnenstrom in den Stromspeicher bei RWE eingespeist. Laden die E-Mobile, wenn keine Sonne scheint, wird diese Anfrage aus dem Speicher bedient. Dies funktioniere mit Erfolg, betonte Neuhaus. "Seit dem Testbetrieb der Photovoltaikanlage, der Mitte Mai startete, wurde noch keine Kilowattstunde in das örtliche Verteilnetz eingespeist." Die gesamte Energieproduktion sei für die Elektromobilitätsflotte und für firmeneigene Verbraucher genutzt worden.

Dezentraler Manager integrierter Energiesysteme

"Diese Innovation fördert die Energieautarkie und entlastet durch maximalen lokalen Ökostromverbrauch das Verteilnetz", erläuterte Neuhaus. Herausforderung und Chance für einen Energieversorger sei die Vernetzung zum klassischen Geschäft. "Wir müssen das Elektromobilitätsthema in Zukunft in ein bestehendes Energienetz integrieren – in Deutschland und Europa." Es gelte, die dezentrale, fluktuierende Stromerzeugung mit Anwendungen vor Ort zu vernetzen. Deshalb wandle sich die Rolle des einstigen reinen Stromlieferanten hin zum dezentralen Manager integrierter Energiesysteme. "Jemand muss sicherstellen, dass Angebot und Nachfrage auch dezentral zusammenpassen."

In Dortmund erprobe man dazu ein intelligentes Energie- und Flottenmanagement, ergänzte Norbert Verweyen, Geschäftsführer von RWE Effizienz. Rund 130 Ladepunkte seien bereits aufgebaut worden. Darunter befinden sich auch drei Schnellladestationen. Eine steht am Firmensitz von RWE Effizienz, die beiden anderen wurden Anfang August an der B 1 (kurz vor der Autobahn A 40) sowie am Dortmunder Hauptbahnhof in Betrieb genommen.

Standardmäßig stehen Ladestationen mit Wechselstrom zur Verfügung (infrastrukturseitig mit Steckertyp 2). Hier können alle aktuellen Elektrofahrzeugtypen laden. Bei 22 kW Ladeleistung reicht laut RWE zumeist schon eine Stunde Ladezeit. Die drei Schnellladestationen hingegen arbeiten mit 50 kW Gleichstrom (mit Steckertyp Chademo). Hier würden denn auch geeignete Elektrofahrzeuge, wie der Nissan Leaf, Citroën C-Zero, Peugeot iOn oder Mitsubishi i-MiEV, in nur 30 min aufgeladen.

Projekt "metropol-E" startete im Januar 2012

Das Projekt "metropol-E" startete im Januar 2012. "Wir sind mit dem Zwischenstand sehr zufrieden", berichtete Oberbürgermeister Ullrich Sierau über positive Erfahrungen. Zeigte man sich früher noch eher zurückhaltend, so sei es mittlerweile "schick und hipp", ein Elektrofahrzeug in der Flotte zu haben.

Die Technik werde akzeptiert, so Sierau. Die praktische Anwendung belege, dass dies eine "wunderbare Möglichkeit ist, sich in der Stadt zu bewegen" – auch in der Kombination mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Als eine "Spaßbremse" für künftige Neuanschaffungen bezeichnete der Oberbürgermeister jedoch den noch hohen Preis der Elektromobilität.     

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Von Robert Donnerbauer | Präsentiert von VDI Logo
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