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Ausgewählte Ausgabe: 9-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Neue Wärmezentrale für das Kernkraftwerk Biblis

WÄRMEVERSORGUNG | Solange das Kernkraftwerk Biblis betrieben wurde, stand genügend Wärme zum Heizen der Gebäude zur Verfügung. Dazu wurde die Abwärme der Dampfturbinen des Kraftwerks genutzt. Als das Kraftwerk nach den politischen Entscheidungen infolge der Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011 abgeschaltet wurde, änderte sich diese Situation jedoch schlagartig. Als Übergangslösung mussten Hilfsdampfkessel mit externem Strom beheizt werden. Das war weder ökonomisch noch ökologisch optimal. Der Betreiber RWE entschied sich daher, eine neue, besonders energieeffiziente Heizzentrale zu bauen.


Die neue Heizzentrale wird mit Erdgas betrieben. Eigens dafür wurde eine neue Gasleitung zum Kraftwerk verlegt. In den kommenden 25 Jahren, in denen das Kraftwerk zurückgebaut werden soll, stellt die neue Heizanlage nun die Wärmeversorgung sicher. Die moderne Brennwertanlage ist unabhängig vom Kraftwerk und steht somit auch dessen geplantem Rückbau nicht im Weg.
Die Firma Helmut Herbert GmbH & Co aus Bensheim hat die Technik für die neue Heizzentrale realisiert. Anfang Juni 2016 wurde sie erfolgreich in Betrieb genommen.
Außerhalb des Sperrbereichs wurde dafür eine neue Halle als Kesselhaus errichtet. Mit Hilfe moderner 3-D-CAD-Werkzeuge für die TGA-Planung erarbeiteten die Planer im Detail die Installationsschemata und den Aufstellungsplan.

Unimat UT-L Heizkessel der Bosch Industriekessel GmbH aus Gunzenhausen.

Unimat UT-L Heizkessel der Bosch Industriekessel GmbH aus Gunzenhausen.

Digital gesteuerte Energieeffizienz

Drei Brennwertkessel von Bosch stellen in der neuen Heizzentrale eine Gesamtwärmeleistung von 8 000 kW bereit. Hocheffiziente Brennwertwärmeaustauscher nutzen dabei zusätzlich die Abgasabwärme und erhöhen den Wirkungsgrad. Die Anlage wurde so ausgelegt, dass bis zu einer Außentemperatur von − 12 °C alle noch genutzten Räume und Büros des Kraftwerks beheizt werden können.
Die eingesetzten Multiflam-Monoblockbrenner der Firma Weishaupt verfügen über ein digitales Feuerungsmanagement. Moderne Mikroprozessortechnik hält den Restsauerstoffgehalt im Abgas konstant und sorgt so für Brennstoffeinsparungen. Störeinflüsse, wie zum Beispiel Änderungen der Lufttemperatur, des Luftdrucks und des Brennstoffheizwertes, werden auch kompensiert.

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