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Ausgewählte Ausgabe: 9-2017 Ansicht: Modernes Layout
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BoB mit „Fernaufsicht“

INDUSTRIELLE NETZWERKTECHNIK | Um bei den Anwendern einen reibungslosen Betrieb ohne Beaufsichtigung (BoB) seiner Abwärmeverstromungsanlagen zu gewährleisten, setzt die DeVeTec GmbH aus Saarbrücken auf performante Industrie-Router und eine neue Managementplattform für den Aufbau, die Verwaltung und den Fernzugriff über gesicherte Tunnelverbindungen (VPN). So verstromt auch ein deutscher Stahl-Verarbeiter effizient und sicher die Abwärme aus automatischen Haubenglühen – ohne selbst die Anlage überwachen zu müssen.


Das ORC-Abwärmekraftwerk von DeVeTec erzeugt aus der Abwärme beim Haubenglühen im Betrieb ohne Beaufsichtigung (BoB) hocheffizient Strom und Nutzwärme.

Das ORC-Abwärmekraftwerk von DeVeTec erzeugt aus der Abwärme beim Haubenglühen im Betrieb ohne Beaufsichtigung (BoB) hocheffizient Strom und Nutzwärme.

DeVeTec hat sich der Verstromung von Abwärme aus unterschiedlichsten industriellen Prozessen verschrieben. Mit seinem ORC (Organic Rankine Cycle)-Dampfexpansionsmotor (Aufmacher) hat das Unternehmen ein weltweit einzigartiges, in Teilen patentiertes Abwärmekraftwerk entwickelt, das aus Prozessabwärme direkt verwertbaren Strom und Nutzwärme erzeugt. Anders als Turbinen, ist der drehzahlunabhängig arbeitende Motor variabel einsetzbar und auch bei diskontinuierlichen Abwärmeströmen, schwankenden Temperaturen (250 bis 700 °C) und mit verschiedenen ORC-Medien sehr effizient.
Davon profitiert seit Ende 2014 auch die Bilstein GmbH & Co. KG. Der Kaltbandhersteller betreibt in Hagen eine modifizierte Anlage von DeVeTec, um die Abwärme aus dem Kühlprozess der weltweit ersten vollautomatischen Haubenglühen innovativ – und daher gefördert durch das Umweltinnovationsprogramm (UIP) des Bundesumweltministeriums – zu nutzen. Anders als bei der Standardlösung mit Rauchgasverdampfer wird hier die Abwärme über ein Thermalölsystem auf das ORC-Fluid Bioethanol übertragen. Das Fluid wird mittels Speisepumpe verdichtet und im Kreis gefördert. In einem Wärmeaustauscher wird Energie aus der Abwärmequelle auf das Fluid übertragen, wodurch dieses verdampft und überhitzt. Im Motor wird die thermodynamische Energie des Dampfs in mechanische Rotationsenergie umgewandelt und im Generator Strom erzeugt. Der entspannte Dampf strömt in einen Kondensator, wo er abkühlt und verflüssigt. Dabei wird die Restwärme entzogen und in Nutzwärme umgewandelt. Das in einem Container untergebrachte System läuft nach dem Erreichen der Einschalt-Betriebsbedingungen in Stufen automatisch an und speist nach der Synchronisierung mit dem Netz in dieses ein.

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Autoren

 Daniel Roß

 Process Industries and Drives, Siemens AG, Mannheim
www.devetec.de, www.bilstein-kaltband.de

 Jaques Franz

Division Digital Factory, Siemens AG, Saarbrücken
www.devetec.de, www.bilstein-kaltband.de

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