Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 9-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 1

Badisch-saarländische Energieallianz bündelt dezentrale Anlagen

VIRTUELLE KRAFTWERKE | Die Mittelbadische Energiegenossenschaft (MEG), Baden-Baden, und der saarländische Energieversorger VSE, Saarbrücken, bündeln in dem Energienetz Südwest ihre Erfahrung beim technischen Anlagenbetrieb und der Energievermarktung. Mit ihren Dienstleistungen, zum Beispiel einem virtuellen Kraftwerk, sorgen MEG und VSE darüber hinaus für Mehrerlöse der Betreiber dezentraler Stromerzeugungsanlagen und niedrigere Kosten.


Im Zuge der Energiewende ist der Energiemarkt komplexer und unübersichtlicher geworden. Mit ihrer Energieallianz bieten die beiden Energieversorger MEG und VSE eine zukunftsorientierte Lösung in den Bereichen Stromerzeugung, Verteilung, Vertrieb und Verbrauch. Dazu gehört auch, dass viele kleine und auch größere Anlagen zur Energieerzeugung im Energienetz Südwest gebündelt werden. Technisch realisiert wird dies von einem virtuellen Kraftwerk der MEG, einer von Siemens und dem Energieversorger gemeinsam erarbeiteten datenbankbasierten Leittechniklösung. Diese bündelt und steuert die angeschlossen dezentralen Anlagen wie Blockheizkraftwerke, Solaranlagen, Stromspeicher oder Kälteanlagen, die über das virtuelle Kraftwerk kommunikations- und informationstechnisch miteinander verbunden sind. Mehrere Rechner verknüpfen die erzeugte Leistung der einzelnen Anlagen und speisen den Strom gebündelt ins Netz ein.
Die Vorteile für die beteiligten Energieerzeuger liegen im Erwirtschaften von höheren Erlösen mit ihren Anlagen sowie in der Reduzierung von Kosten, die sich hauptsächlich aus Einsparungen bei der Verwaltung und dem Betrieb der Anlagen ergibt. Denn die Anlagen, die bisher noch nicht an dem virtuellen Kraftwerksverbund teilnehmen, laufen für sich allein, sind nicht an den Energiemarkt gekoppelt und werden nicht betriebsoptimiert. Darüber hinaus erhalten die Betreiber der dezentralen Anlagen, die am virtuellen Kraftwerksverbund teilnehmen, die Chance, den von ihnen erzeugten Strom überhaupt erst vermarkten zu können.

Strom optimal ins Netz einspeisen

„Mit uns agieren die Anlagenbetreiber als unsere Kunden auf dem Markt wie die großen Anbieter. Wir sorgen nicht nur für den optimalen technischen Betrieb der Anlage, sondern auch für den optimalen Erlös. Dafür entwickeln wir Produkte, die die Synergie aus technischem Nutzen und kommerzieller Optimierung klar im Fokus haben“, sagte Manuel Gernsbeck, Vorstandsmitglied der MEG.
Dr. Hanno Dornseifer, Mitglied des Vorstandes der VSE: „Durch unsere Kooperation gelingt es den Kunden, erzeugten Strom optimal ins Netz einzuspeisen. Zudem können sie Energie dann nutzen, wenn sie am günstigsten ist. Dafür offerieren wir vor allem für die Betreiber kleinerer Anlagen attraktive und effiziente Einsatzkonzepte.“
Ohne virtuelle Kraftwerke lässt sich die steigende Anzahl verteilter und regenerativer Energieressourcen nicht mehr sinnvoll ins Netz integrieren. „Mit unserer Technik geben wir Energieversorgern und Netzbetreibern ein leistungsfähiges und bewährtes Werkzeug dafür in die Hand“, sagte Ute Redecker, Leiterin Business Unit Digital Grid, Deutschland, Siemens-Division Energy Management.
Mit ihrer badisch-saarländischen Energieallianz und ihrer zukunftsträchtigen Lösung eines virtuellen Kraftwerks stellen MEG und VSE eine sichere und zugleich kostengünstige Energieinfrastruktur sicher. Nicht zuletzt tragen beide Partner damit maßgeblich zum Gelingen der Energiewende bei.
www.vse.de, www.meg-mittelbaden.de

Verwandte Artikel

Virtuelle Kraftwerke für flexible Energiemärkte

Gebäudeautomationstechnik steuert virtuellen Stromspeicher

Zuverlässigkeit von erneuerbaren Erzeugern in virtuellen Kraftwerken

Flexibilität ist das A und O

Deutlich geringerer Implementierungsaufwand