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Ausgewählte Ausgabe: 9-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Sicherer, weil effizienter

RECHENZENTREN | Energieeffizienz und Sicherheit können im Rechenzentrum (RZ) Hand in Hand gehen. Jener Teil der Sicherheit, der sich auf den Schutz vor Angriffen, Feuer, Wasser oder Explosion bezieht, hat ohnehin kaum Auswirkungen auf die Energieeffizienz. Mehr Energieeffizienz wirkt sich nicht negativ auf die Sicherheit im Sinne von „Schutzbedarf“ aus. Für den Teil der Sicherheit hingegen, der als Verfügbarkeit definiert wird, kann mit intelligenten Maßnahmen zur Energieeffizienz die Zuverlässigkeit sogar erhöht werden. Denn mit zunehmender Energieeffizienz wird die Ausfallwahrscheinlichkeit von vielen RZ-Systemen, wie beispielsweise Gebäudekonstruktion, Stromversorgung oder Kühlung, geringer.


Modellrechenzentrum mit zwei Serverräumen, die separat gekühlt werden können.

Modellrechenzentrum mit zwei Serverräumen, die separat gekühlt werden können.

Auch die neue RZ-Norm EN 50600 unterscheidet deutlich zwischen Verfügbarkeit und Schutzbedarf. Bei der Verfügbarkeit geht es im Wesentlichen um die Redundanz der Anlagen beziehungsweise Systeme im Rechenzentrum. Die Sicherheit bezieht sich hier auf die Wahrscheinlichkeit eines technischen Fehlers, der zum Ausfall des Rechenzentrums führt. Die anderen Sicherheitsaspekte, zum Beispiel Einbruch, Brand, Blitzschlag und dergleichen, sind bauphysikalische und sicherheitstechnische Maßnahmen, die mit der Energieeffizienz wenig zu tun haben. Lässt ein Betreiber zum Beispiel alle Umluftklimageräte – auch die redundanten – laufen, steigt die Energieeffizienz, da die Lüfter der Geräte mit einer geringeren Drehzahl auskommen. Gleichzeitig wird die Verfügbarkeit erhöht, weil längere Standzeiten vermieden werden.

Modularität bietet Chancen zur Energieeffizienzsteigerung

In Zusammenhang mit gesteigerter Energieeffizienz wird auch das Thema Modularität immer wieder genannt. Gemeint ist hier der Einsatz mehrerer, kleinerer Anlagen anstelle einer großen. Gerade Anlagen zur Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) gelten als Paradebeispiel. Deren Auslastung ist dann schlichtweg besser. Zum anderen können tatsächlich nicht benötigte Module abgeschaltet beziehungsweise gar nicht erst in Betrieb genommen werden. Werden diese Systeme dann geschickt konzipiert, können Rechenzentrumsbetreiber die Verfügbarkeit erhöhen. Höhere Investitionskosten werden durch eine gut geplante Energieeffizienz amortisiert. In diesem Fall ist Verfügbarkeit mit Sicherheit sogar gleichzusetzen.
Sinkt der Bedarf an Servern, kann der Serverraum durch eine zusätzliche Wand in zwei Bereiche geteilt werden. Eine Effizienzsteigerung ergibt sich durch die weitere Kühlung und Stromversorgung des einen Abschnittes, während der andere zunächst stillgelegt ist. Dadurch, dass wenigerer Luft gekühlt werden muss, werden Anlagen besser ausgelastet und sind weniger stör- respektive wartungsanfällig. Die Sicherheit steigt zudem, da die abgeschalteten Systeme redundant eingesetzt werden können. Nebenbei werden Kosten eingespart, weshalb sich auch die Aufwendungen für die Trennwand meist in wenigen Jahren amortisieren. Entsteht mit der neuen Wand auch ein zusätzlicher Brandabschnitt, wird die Sicherheit weiter erhöht.

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Autoren

 Marc Wilkens

Senior Consultant, Securisk, ein Unternehmen der DC-Datacenter-Group GmbH, Wallmenroth

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