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Ausgewählte Ausgabe: 9-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Abschied vom eigenen Rechenzentrum?

CLOUD | Zu Beginn der Geschichte der Elektrizitätsversorgung in Deutschland Ende der 1870er- und Anfang der 1880er-Jahre haben die meisten deutschen Unternehmen in privaten Kleinkraftwerken selbst Strom für ihre Fabriken oder Zechenanlagen erzeugt. Denn genauso wie sie sich zum Transport von Rohstoffen und ihrer Produkte in der Nähe der Bahntrassen und Wasserwege ansiedeln mussten, waren sie auf ihre eigene Energiequelle angewiesen, weil Strom aus dem Netz zu teuer, instabil oder noch nicht vorhanden war. Erst mit der zunehmenden Elektrifizierung legten die Firmen ihre Kraftwerke still und gingen ans Netz – ein sinnvoller Schritt, durch den Ressourcen frei wurden und die Unternehmen sich stärker auf ihr Kerngeschäft fokussieren konnten. Genauso ist es heute sinnvoll, IT-Infrastrukturen aus dem eigenen Rechenzentrum in die Cloud zu verlagern. Aus technischer Sicht gilt es dabei jedoch einige Punkte zu beachten, um den Umstieg sicher zu meistern, gleichzeitig die Kontinuität des laufenden Geschäftes sicherzustellen und künftiges Wachstum zu ermöglichen.


Mit der Verfügbarkeit zuverlässiger Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz verschwanden viele industrielle Energieerzeugungsanlagen aus Deutschland – so wie die abgebildete Dampfmaschine, die nach mehr als einem halben Jahrhundert in Deutschland nun in einer großen Getreidemühle in Thailand alle Mahlwerke antreibt.

Mit der Verfügbarkeit zuverlässiger Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz verschwanden viele industrielle Energieerzeugungsanlagen aus Deutschland – so wie die abgebildete Dampfmaschine, die nach mehr als einem halben Jahrhundert in Deutschland nun in einer großen Getreidemühle in Thailand alle Mahlwerke antreibt.

Lange Zeit gab es gute Gründe dafür, IT-Landschaften auf eigenen Servern in On-Premise-Rechenzentren aufzubauen: Kosten, Leistung und Verfügbarkeit – und damit ganz ähnliche Argumente, die einst für eigene Stromkraftwerke sprachen. Doch wie die Energieerzeugung binden die Betreuung und Instandhaltung eigener Rechenzentren Ressourcen, ohne zum Kerngeschäft beizutragen.

Smarte Vernetzung ersetzt die IT-Selbstversorgung

Als die ersten Unternehmen vor rund 20 Jahren Rechenzentren bauten, gab es noch keine Cloud-Provider. Doch die Verbreitung der Cloud ist – wie die Elektrifizierung im frühen 20. Jahrhundert – seit zehn bis 15 Jahren unaufhaltsam und verändert IT und Unternehmen massiv. Der damalige Wechsel ans öffentliche Stromnetz ist für Betriebe ebenso wichtig wie der Schritt in die Cloud: Damals wurde das eigene Kraftwerk stillgelegt; heute werden Workloads, Anwendungen und Prozesse ausgelagert. Dies erfordert verlässliche Partner, die über umfangreiches Expertenwissen und Erfahrungen im Management der verschiedenen Cloud-Formen verfügen. Unternehmensinterne Ressourcen, die bislang für das Rechenzentrum gebunden wurden, stehen nun für das Kerngeschäft zur Verfügung. Und die Unternehmen profitieren von einer stabilen, spezialisierten und gewarteten IT-Landschaft.
Sicher gab es vor diesem gewaltigen Schritt Zweifel. Auch wenn der Wettbewerber längst öffentlichen Strom bezog. Bei eigener Stromerzeugung könne man Kosten und Stabilität selbst steuern, dachten die Skeptiker. Warum diese Kontrolle in fremde Hände legen? Viele Unternehmen überzeugten erst die günstigeren Strompreise und die zunehmende Stabilität des öffentlichen Netzes. Die Vorbehalte gegenüber der Cloud lassen sich heute kaum auf diesen einfachen Nenner bringen. Kosten und Verfügbarkeit spielen eine untergeordnete Rolle. Hauptargument gegen die Cloud ist die vermeintlich fehlende Sicherheit – die allerdings beim Wechsel ins Stromnetz keine Hürde war. Dafür wiegen die Vorteile der Cloud-Nutzung heute wesentlich stärker als damals der Nutzen des öffentlichen Stroms.

Strom bleibt Strom, die Cloud hingegen bietet mehr

Der Schritt vor hundert Jahren war ein Eins-zu-Eins-Ersatz: Industriebetriebe erhielten mehr oder weniger denselben Strom aus dem Netz, den sie vorher selbst produziert hatten. Unternehmen, die heute mit Cloud-Providern arbeiten, hingegen erhalten direkt Zugang zu mehr Rechenpower und mehr Ressourcen als in ihrer eigenen Infrastruktur. Zudem profitieren sie davon, dass jemand die Cloud-Rechenzentren managt, Server patcht und Investitionen tätigt, damit genug Rechenpower zur Verfügung steht, wenn sie gebraucht wird.

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Autoren

 Alex Fürst

Vice President DACH, Rackspace Deutschland, München

Spezialist für Managed Clouds

Rackspace, global agierender Anbieter von Managed-Cloud-Lösungen, hat im  Juli 2017 sein erstes Rechenzentrum in Deutschland (Frankfurt am Main)  eröffnet. Es unterstützt Kunden bei der Nutzung von Cloud Computing, ohne dass diese sich um die Komplexität und Kosten für das Management kümmern müssen. Rackspace bietet spezialisiertes Know-how, einfach nutzbare Tools und Fanatical Support für führende Technologien,  darunter AWS, Google, Microsoft, OpenStack und VMware. Das neue Rechenzentrum soll die Multi-Cloud-Fähigkeiten des texanischen Unternehmens auf dem europäischen Kontinent stärken. Rackspace registriert nach eigenen Angaben eine starke Nachfrage von DACH-zentrierten Kunden sowie US-und Europa-basierten multinationalen Unternehmen, die nach Managed Private Clouds und Hosting-Umgebungen suchen. Ziel ist es, der führende Managed-Cloud-Provider in Deutschland, der Schweiz und Österreich zu werden. Mit dem neuen Rechenzentrum in Frankfurt steigt die  Anzahl der von Rackspace betriebenen Datacenter weltweit auf zwölf.
www.rackspace.com/de