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Ausgewählte Ausgabe: 9-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Ende der Subventionen in Sicht

OFFSHORE-WINDPARKS | Weit über 3 000 Windturbinen sind vor Europas Küsten installiert. Die Technik ist ausgereift, und die Subventionen werden immer weiter reduziert. Erstmals werden Windparks geplant, die ganz ohne finanzielle Unterstützung auskommen sollen.


Für den niederländischen Windpark Gemini lieferte Siemens 75 Windturbinen mit jeweils 4 MW Leistung. Bei Inbetriebnahme im April 2017 war dieser Windpark der zweitgrößte weltweit.

Für den niederländischen Windpark Gemini lieferte Siemens 75 Windturbinen mit jeweils 4 MW Leistung. Bei Inbetriebnahme im April 2017 war dieser Windpark der zweitgrößte weltweit.

Im vergangenen Jahr bestätigte sich die Erwartung, dass sich der Ausbau der Offshore-Windenergienutzung in Europa stabilisieren würde. Im Zeitraum von 2012 bis einschließlich 2016 bewegte sich die jährlich installierte Leistung, von einer Ausnahme abgesehen, stets zwischen 1 100 und 1 600 MW [1] (Bild 1).
Bild 1  Ausbau der Offshore-Windenergie in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Dänemark und Großbritannien im Zeitraum 2009 bis 2016 [1].

Bild 1
Ausbau der Offshore-Windenergie in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Dänemark und Großbritannien im Zeitraum 2009 bis 2016 [1].


Die deutschen Offshore-Projekte trugen ihren Teil zur Stabilisierung bei, aber auch zur sprunghaften Verdoppelung der installierten Leistung im Jahre 2015. Nachdem mehrere verspätete Netzanschlüsse in der Deutschen Bucht nahezu gleichzeitig fertiggestellt worden waren, hatte sich in jenem Jahr der Stau aufgelöst, so dass die im Jahresverlauf installierte Leistung auf 2 279 MW anschwoll. Im Jahr 2016 ging der Ausbau der Windparks auf 818 MW zurück. Dies entspricht etwas mehr als der Hälfte der europaweit neu ans Netz angeschlossenen Leistung [2].
Vor den deutschen Küsten waren Ende 2016 insgesamt 947 Windturbinen mit einer summierten Leistung von 4 108 MW installiert [2]. Dadurch wurde eine Stromerzeugung in Höhe von 12,4 TWh möglich. Das ist zwar eine deutliche Steigerung gegenüber 2015 (8,7 TWh), aber noch immer relativ wenig im Vergleich mit der Stromerzeugung aus Wasserkraft (21,0 TWh) und Photovoltaik (38,2 TWh). An der Spitze standen auch im Jahr 2016 die Windenergie an Land (65,0 TWh) und die Biomasse (52,1 TWh) [3].
Offshore-Windenergie

Tabelle
Status der Offshore-Windenergie in Nordeuropa (Stand: 31. Dezember 2016) [1].

Anfang dieses Jahres waren in europäischen Gewässern 3 589 Windturbinen mit insgesamt 12,6 GW installiert. Allerdings setzt sich der Trend fort, der sich schon seit etwa drei Jahren abzeichnet. Rund drei Viertel der Offshore-Windenergie sind auf die politischen und ökonomischen Anstrengungen lediglich zweier Länder zurückzuführen. Großbritannien (5,1 GW) und Deutschland führen mit großem Abstand, vor Dänemark und den Niederlanden mit jeweils etwas mehr als 1 GW, gefolgt von Belgien (0,7 GW) und Schweden (0,2 GW) [1] (Tabelle).

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Autoren

Dr. Dipl.-Phys. Detlef Koenemann

Jahrgang 1955, Studium der Physik an der Universität Hannover. 1987 Promotion an der Technischen Universität Braunschweig. Ab 1988 Tätigkeit als Fachredakteur. Von 1992 bis 2008 Chefredakteur der Zeitschrift „Sonne, Wind, Wärme“. Seitdem als freier Fachautor im Bereich Energietechnik tätig.

info@detlef-koenemann.de

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