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Ausgewählte Ausgabe: 9-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Bedarfsgerechte Steuerung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien

EINSPEISEMANAGEMENT | In Zeiten, in denen Strom am selben Tag gehandelt und geliefert wird, muss transparent sein, welche Leistung sogar von kleinen, oft privat betriebenen regenerativen Anlagen zu erwarten ist. Dies, weil jede Abweichung der tatsächlich produzierten von der prognostizierten Einspeisemenge in Rechnung gestellt wird. Die Oekostrom AG setzt daher auf ein proaktives Drosseln oder Zu-/Abschalten der Anlagen, um eine positive Bilanz am Ausgleichsenergiemarkt zu erzielen. Komponenten und Systeme von Phoenix Contact unterstützen das Unternehmen dabei.


Als Österreichs größter unabhängiger Stromversorger verfolgt die in Wien ansässige Oekostrom AG ein ambitioniertes Ziel: Das 1999 gegründete und im Eigentum von rund 1 900 Aktionären befindliche Unternehmen will eine nachhaltige Energiewirtschaft aufbauen und möglichst viele Abnehmer mit „grünem“ Strom beliefern. Etwa 56 000 Kunden nutzen das umweltfreundliche Angebot bereits. „Unser Strom stammt aus einem klar definierten Kraftwerkspark, der sich aus Biomasseanlagen, Windparks sowie Kleinwasser- und Sonnenstromanlagen zusammensetzt“, erklärt Maximilian Kloess, Geschäftsführer der Oekostrom Handels GmbH. „Die Herkunft jeder Kilowattstunde Strom kann somit zweifelsfrei nachvollzogen werden“. Als reiner „Ökostromanbieter“ arbeitet das Unternehmen daran, die österreichischen Verbraucher unabhängig von fossilen und nuklearen Energieträgern zu machen – und das in allen vier Geschäftsbereichen: Stromproduktion, -handel und -vertrieb sowie Energiedienstleistungen.

Eine Lösung für alle Steuerungen und Protokolle

Auch beim Strom bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Je nach Handelszeitpunkt können für eine eingespeiste Megawattstunde bis zu 1 000 € erzielt oder schlimmstenfalls berechnet werden, wenn die vorhergesagten Leistungen oder der Verbrauch einer Bilanzgruppe nicht mit den real erwirtschafteten Zahlen übereinstimmen. Jede Abweichung von den Forecasts – egal ob Überschuss oder Mindermenge – belastet die Gewinn- und Verlustrechnung des Stromanbieters am Ende des Monats. „Das kann speziell in Oberösterreich zum Problem werden, da hier zahlreiche Windkraftanlagen installiert sind“, berichtet Kloess. „Eine falsche Wetterprognose für eine bestimmte Region führte früher zu einem Fehler in unserem Bilanzgruppen-Management“. Heute hat sich die Situation geändert. Einerseits ermöglicht die Teilnahme am Intraday-Handel ein kurzfristiges, viertelstundengenaues Agieren bis zu 30 min vor Lieferbeginn. Auf der anderen Seite kann die Oekostrom AG die angeschlossenen Anlagen durch eine ausgeklügelte Schaltgeräte-Kombination bedarfsgerecht „fernsteuern“.
Im ersten Schritt hatte der Erneuerbare-Energien (EE)-Stromanbieter lediglich ein anpassungsfähiges Energiemonitoring-System bei Phoenix Contact angefragt. Aus diesem Projekt ist letztendlich eine Remote-Monitoring-Box entstanden, die als komplette Lösung bestellt werden kann. „Die Anlagen, die für uns sauberen Strom produzieren, sind teilweise in die Jahre gekommen. Zudem arbeiten sie mit unterschiedlichen Steuerungen und basieren deshalb auf jeweils anderen Standards“, erläutert Kloess. „Trotzdem benötigen wir eine Lösung, die für sämtliche regenerativen Erzeuger passt. Phoenix Contact hat unsere Anforderungen verstanden und schnell reagiert. Dabei ist uns nicht nur entsprechende Hardware zur Verfügung gestellt worden, sondern es fand ein echter Know-how-Transfer statt“. Die Mitarbeiter beider Unternehmen haben gemeinsam diskutiert, geplant, umgesetzt und immer wieder optimiert. So wurde zum Beispiel ein Überspannungsschutz vom Typ 3 erst nach der Prototypen-Fertigung in die Box integriert (Bild 1).

Bild 1  Oekostrom-Geschäftsführer Maximilian Kloess, Phoenix-Contact-Vertriebstechniker Martin Höbarth und IT-Spezialist Sebastian Mangl von Oekostrom (von links nach rechts) haben die Remote-Monitoring-Box gemeinsam geplant, umgesetzt und optimiert.

Bild 1
Oekostrom-Geschäftsführer Maximilian Kloess, Phoenix-Contact-Vertriebstechniker Martin Höbarth und IT-Spezialist Sebastian Mangl von Oekostrom (von links nach rechts) haben die Remote-Monitoring-Box gemeinsam geplant, umgesetzt und optimiert.

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Autoren

 Hans-Peter Pircher

Industrie Management Erneuerbare Energien, Phoenix Contact Deutschland GmbH, Blomberg

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