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Ausgewählte Ausgabe: 7/8-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Kompaktes Rangierverteilersystem

WASSERKRAFT | Als die Schluchseewerk AG die Rangierebene der Schaltanlagen modernisierte, fiel die Wahl auf das Rangierverteilersystem von Phoenix Contact. Gegenüber der bisherigen Lösung hat sich die Handhabung damit deutlich verbessert. Jetzt soll bei Neuanlagen, Erweiterungen oder Modernisierungen auf das neue Rangierverteilersystem umgerüstet werden.


Pumpspeicher-Kraftwerk Waldshut: Die Maschinenhalle mit den vier horizontal eingebauten Maschinensätzen steht unmittelbar am Rheinufer.

Pumpspeicher-Kraftwerk Waldshut: Die Maschinenhalle mit den vier horizontal eingebauten Maschinensätzen steht unmittelbar am Rheinufer.

Die Schluchseewerk AG ist mit ihren fünf Pumpspeicher-Kraftwerken im Bereich der Hochrhein-Wasserkraftwerke und der Netzverteilung ein wichtiger Akteur, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern. 1928 gegründet und heute mit Sitz in Laufenburg, zählt das Unternehmen zu den größten Betreibern von Pumpspeicher-Kraftwerken in Europa. Es gliedert sich in zwei Kraftwerksgruppen auf: die Schluchseegruppe mit den Kraftwerken Häusern, Witznau und Waldshut sowie die Hotzenwaldgruppe mit der Lastverteilung und Schaltanlage Kühmoos. Hinzu kommen noch die Kavernenkraftwerke Säckingen und Wehr. Zusammen erbringen die fünf Pumpspeicher-Kraftwerke eine Leistung von 1 862 MW. Der regenerative Anteil aus natürlichen Zuflüssen beträgt jährlich bis zu 400 Mio. kWh. Dies bewirkt eine Einsparung von bis zu 263 000 t CO2 gegenüber der Stromproduktion in einem Kohlekraftwerk. Die Schluchseegruppe und die Hotzenwaldgruppe arbeiten unabhängig voneinander, werden jedoch zentral von der Lastverteilung und Schaltanlage in Kühmoos gesteuert.

Leittechnik braucht Verjüngung

Von Kühmoos, auf einer Höhe des Hotzenwalds gelegen, werden die Maschinensätze der fünf Pumpspeicher-Kraftwerke gesteuert sowie alle Becken und Rheinstauräume bewirtschaftet. Hier steht auch die 220-/380-kV-Schaltanlage, die 1966/67 errichtet wurde. Sie ist eine Gemeinschaftsanlage der RWE AG, der Energie Baden-Württemberg AG und der Schluchseewerk AG. Über diese Schaltanlage wird der Strom aus den Kraftwerken Säckingen und Wehr in das europäische Verbundnetz eingespeist. Entsprechend den Anforderungen in der jeweiligen Betriebsart – Generator- oder Pumpbetrieb – werden in der Lastverteilung rund 50 000 Betriebsartenwechsel pro Jahr durchgeführt. Die meisten Einsätze dauern nicht länger als eine Stunde.
Nachdem die Leittechnik in Kühmoos etwa 20 Jahre in Betrieb war, stieg die Fehlerrate an. Zudem wurde es immer schwieriger, Ersatz für ausgefallene Komponenten zu bekommen. Deshalb entschloss man sich, eine neue Leittechnik einzubauen. Verantwortlich für die Elektrotechnik bei dieser Maßnahme ist Dietmar Kastner, Teilbereichsleiter Elektrotechnik im Bereich Asset. Von seinem Dienstsitz in der Hauptverwaltung in Laufenburg aus werden die Um- oder Neubaumaßnahmen geplant und koordiniert. „Ziel der Modernisierungsmaßnahme war, dem Ersatzteildilemma zu entgehen und die Anlagen wieder auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen“, erinnert sich Kastner.
Dabei wurden auch die bisherigen Verteiler in der Rangierebene ausgetauscht. Hier werden sämtliche Signale aus dem Feld zusammengefasst und gebündelt an die Leitwarte weitergegeben – bis zu 300 Signale pro Einheit. „Der Anschluss beziehungsweise die Konfektionierung der Rangierverteiler, die wir bisher einsetzten, war einfach nicht mehr zeitgemäß“, erläutert Kastner, „und hat des öfteren auch zu Fehlern geführt – wie Kurzschlüssen zwischen zwei Kontakten.“

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Autoren

 Jürgen Knetschke

Industrie-Management, Phoenix Contact Deutschland GmbH, Blomberg

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