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Ausgewählte Ausgabe: 7/8-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Die Kunden mit ins Boot holen

KOMMUNIKATION | Der Smart Meter Rollout beschäftigt die Energiewirtschaft bereits seit mehreren Jahren. Die Anforderungen an Systeme und Prozesse sind den Stadtwerken größtenteils bekannt. Nun gilt es – der Gesetzgeber verlangt dies explizit –, die Kunden mit ins Boot zu holen. Wie soll der Rollout kommuniziert werden, damit die Kunden die digitalen Zähler akzeptieren und bereit sind, gegebenenfalls für Mehrwertdienste auch mehr zu bezahlen? Eine gut durchdachte und nachhaltige Kommunikationsstrategie mit dem Ziel, die Kunden emotional mitzunehmen, ist entscheidend für den Rollout-Erfolg. Die Rahmenbedingungen für den Rollout der modernen Messeinrichtungen (mME) und intelligenten Messsysteme (iMSys) sind mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende und der Festlegung der Interimsprozesse für die Marktkommunikation durch die Bundesnetzagentur festgeschrieben.


Netzgesellschaften und Energievertriebe sollten das Kommunikationskonzept gemeinsam erarbeiten und die Maßnahmen zwischen Technikern, Kundenservice und Öffentlichkeitsarbeit abstimmen.

Netzgesellschaften und Energievertriebe sollten das Kommunikationskonzept gemeinsam erarbeiten und die Maßnahmen zwischen Technikern, Kundenservice und Öffentlichkeitsarbeit abstimmen.

Als grundzuständiger (gMSB) und gegebenenfalls wettbewerblicher Messstellenbetreiber (wMSB) positionieren sich die Stadtwerke neu. Sie entwickeln Rollout-Strategien und entscheiden, welche Aufgaben sie im Zuge des Rollouts selbst übernehmen und welche ausgelagert werden sollen, um die gesetzlichen Vorgaben zu minimalen Kosten umsetzen zu können. Die Aussichten auf einen schnellen und wirtschaftlich erfolgreichen Rollout werden jedoch durch die hohen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit sowie die festgelegten Preisobergrenzen verringert. Der Kunde ist meist noch nicht in der Lage, den Mehrwert der digitalen Zähler zu erkennen – und erfolgsversprechende Mehrwertprodukte sind noch in der Entwicklung.
Mit den Informationspflichten des § 37 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) steht der gMSB, in der Regel gleichbedeutend mit dem Netzbetreiber, nun vor der Aufgabe, die Kunden über den bevorstehenden Zählertausch zu informieren. Spätestens sechs Monate vor Beginn des Rollouts sind die Preise für den Messstellenbetrieb von mME und iMSys zu veröffentlichen (Standardleistungen und mögliche Zusatzleistungen sowie Preisblätter mit jährlichen Preisangaben für mindestens drei Jahre). Drei Monate vor dem Einbau der neuen Zähler müssen die Kunden darüber informiert und dabei auch auf die Möglichkeit zur freien Wahl eines Messstellenbetreibers hingewiesen werden, so der zweite Absatz des § 37 MsbG.

Der Nutzen ist noch schwer vermittelbar

Für den Großteil der Bevölkerung ist die Thematik rund um die elektronischen Stromzähler Neuland und muss daher von Grund auf erklärt werden. Erschwert wird dies dadurch, dass die wenigsten Verbraucher die energiewirtschaftlichen Marktrollen Stromanbieter, Netzbetreiber oder gar Messstellenbetreiber unterscheiden können, geschweige denn eine mME von einem iMSys. Doch die Zeit drängt, da die ersten Geräte und Systeme nach FNN-Standard bereit stehen. Die ersten mME werden schon jetzt nach diesem Standard in Kundenanlagen eingebaut, und somit greift die Informationspflicht.

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