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Ausgewählte Ausgabe: 6-2017 Ansicht: Modernes Layout
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So stimmt die Wasserchemie im Industriekraftwerk

KORROSIONSSCHUTZ | Korrosionsbedingte Schäden oder Beläge können erhebliche wirtschaftliche Einbußen im Kraftwerksbetrieb verursachen. Häufige Auslöser sind unsachgemäße chemische Verhältnisse in den wasserführenden Systemen der Anlage. Ein regelmäßiges wasser- und korrosionschemisches Monitoring wirkt dem entgegen. Es bildet die Basis für die Optimierung der Systeme und Fahrweisen und vermeidet so Betriebsausfälle.


Für den störungsfreien und wirtschaftlichen Langzeitbetrieb von Industriekraftwerken spielt die einwandfreie Wasser- und Dampfqualität eine entscheidende Rolle. Bei unzureichender Dampfreinheit oder Verunreinigungen im Wasser-/Dampf-Kreislauf kann es zu Ablagerungen und Korrosionsprozessen in den wasserführenden Systemen der Anlage kommen. Diese beeinträchtigen den Wirkungsgrad, die Verfügbarkeit und Sicherheit des Industriekraftwerks. Zudem drohen massive Schäden in der Anlage, wie beispielsweise Materialabtrag aufgrund von Säurekorrosion oder Lochfraß, der durch zu hohe Konzentrationen an gelöstem Sauerstoff verursacht werden kann. Schon beim Ausfall einer Anlagenkomponente muss mit aufwendigen Reparaturmaßnahmen bis hin zum Stillstand der gesamten Produktion gerechnet werden. Dies ist für Anlagenbetreiber ein schwer kalkulierbares Risiko. Denn die entstandenen Schäden können Kosten in unerwarteter Höhe nach sich ziehen.

Wasserführende Systeme bieten viel Angriffsfläche

In einem Industriekraftwerk finden sich die unterschiedlichsten wasserführenden Systeme. Die zentrale Einheit stellt der Wasser-/Dampf-Kreislauf dar. Er besteht aus dem Kesselspeisewasserbehälter, einem oder mehreren Dampferzeugern, den Schnittstellen zu den Dampfverbrauchern, dem Kondensatsystem und der Aufbereitungsanlage für Zusatzwasser. An den Schnittstellen zu den Dampfverbrauchern wird meist nur der Wärmeinhalt des Dampfes genutzt, weshalb hier entsprechende Kondensate anfallen, so im Bereich der Dampfturbine sowie an Wärmeaustauschern, über die Peripher-Systeme wie geschlossene Nah- und Fernwärmesysteme versorgt werden. Zum Betrieb der Dampfturbine sind oft auch offene Kühlwasser- sowie geschlossene Kaltwassersysteme als weitere Peripher-Systeme erforderlich.

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Autoren

Dr.  Thomas Vogt

Leiter Werkstoffuntersuchung, Schadensanalyse, Korrosion, TÜV Süd Industrie Service GmbH, München
thomas.vogt@tuev-sued.de

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