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Ausgewählte Ausgabe: 6-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Der Teufel steckt im Detail

SMART METERING | „Gut, aber noch nicht gut genug“ – das Fazit zu den ersten Ergebnissen des VDE/FNN-Tests intelligenter Messsysteme gilt in gewisser Weise für die Gesamtsituation der Rollout-Vorbereitung. „Angesichts der Komplexität der Aufgabenstellung stimmen die gewonnenen Erkenntnisse und das erzielte Ergebnis positiv“, so Peter Zayer, Vorsitzender des Lenkungskreises Zähl- und Messwesen im VDE/FNN, um dann aber einzuschränken: Eine Interoperabilität im Sinne einer Plug-and-Play-Lösung sei noch nicht erreicht.


Was ist da, was fehlt noch für den Rollout intelligenter Messsysteme? Das diskutierten auf dem FNN- Fachkongress ZMP (von links) Jens Lück (Bundesnetzagentur), Bernd Kowalski (BSI), Moderator Franz Lamprecht, Alexander Kleemann (Bundeswirtschaftsministerium) und Dr. Stefan Küppers (VDE FNN).

Was ist da, was fehlt noch für den Rollout intelligenter Messsysteme? Das diskutierten auf dem FNN- Fachkongress ZMP (von links) Jens Lück (Bundesnetzagentur), Bernd Kowalski (BSI), Moderator Franz Lamprecht, Alexander Kleemann (Bundeswirtschaftsministerium) und Dr. Stefan Küppers (VDE FNN).

Die 800 Teilnehmer des Fachkongresses Zählen-Messen-Prüfen (ZMP) in Leipzig gingen mit der Erkenntnis nach Hause, dass der Teufel im Detail steckt. Je tiefer man sich bestimmten Aspekten widmet, desto mehr neue Fragen tauchen auf. Die Komplexität und die Marktentwicklung führen dazu, dass die Regeln kontinuierlich fortgeschrieben, ausgebaut und verändert werden müssen. Für die Smart-Meter-Gateway-Administration sind Interimsmarktprozesse und Zielprozesse zu entwickeln. Für die Steuerbox zum Schalten von Stromerzeugern-, speichern und -verbrauchern sowie für die Gateway-Nutzung durch dritte externe Marktteilnehmer gilt es, Sicherheitsanforderungen und Prozesse zu definieren. In diesem Kontext kündigt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für den Sommer 2017 die Veröffentlichung einer Roadmap mit dem Titel „Strategie für eine sektorübergreifende Standardisierung“ an – ein weiteres neues Regelwerk.

Interoperabilität bei Technik (und Behörden?)

Bei vielen Zuhörern in Leipzig stellte sich zudem das Gefühl ein, dass die Mühlen der Regelhüter (BMWi, BNetzA, BSI, PTB) nicht nur langsam, sondern bisweilen auch asynchron mahlen. „Wir bräuchten nicht nur die Interoperabilität der Technik, sondern auch der Behörden“, brachte ein Tagungsteilnehmer seinen Unmut auf den Punkt. Insbesondere Gerätehersteller, GWA-Dienstleister und Anbieter von Mehrwertdienstleistungen sind des Wartens müde. Netz- und Messstellenbetreiber andererseits signalisieren Verunsicherung. Auf einem veränderlichen Rechts- und Regelfundament fällt es prinzipiell schwer, in neue Technik zu investieren – und sei es auch nur testweise. Viele Unternehmen haben Angst vor Stranded Investments. Fazit: Aufbruchstimmung sieht anders aus.

***

O-Töne aus Vorträgen und Diskussionen

Dr. Stefan Küppers, FNN-Vorstand, Geschäftsführer Technik, Westnetz GmbH:
„Wir werden mit der Dekarbonisierung und der Dezentralisierung nur zurechtkommen, wenn es uns gelingt, mehr Flexibilität in den Markt zu bekommen. Und dafür brauchen wir auch Messsysteme, Steuereinrichtungen und Kommunikationsplattformen.“
„Was machen wir so lange, wie wir im Interimsmodell sind, wirtschaftlich? Wir haben noch nicht die Sicherheit, die wir uns wünschen, um das wirtschaftliche Risiko tragen zu können.“ „Es wäre hilfreich, wenn Behörden, die Energiewirtschaft mit ihren Verbänden und die Unternehmen an einem Strang ziehen und eine Kommunikationskampagne fahren.“

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Autoren

 Gerhard Großjohann

EtaMedia Energiekommunikation, Steinhagen
info@etamedia.de

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