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Ausgewählte Ausgabe: 6-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Robuste und wirtschaftliche IP-Vernetzung

NETZLEITTECHNIK | Kommunale Versorger sind auch für die Netzstabilität verantwortlich. Zur Vermeidung von Beeinträchtigungen und Störungen ist eine umfassende Überwachung der Netze notwendig. Deshalb setzen die Stadtwerke Bad Pyrmont Ethernet-Extender von Phoenix Contact ein, die Status-, Warn- und Fehlermeldungen zuverlässig an die Leitwarte kommunizieren.


Eine dezentrale Steuer- und Regeltechnik macht Versorgungsnetze sicher vor Ausfällen.

Eine dezentrale Steuer- und Regeltechnik macht Versorgungsnetze sicher vor Ausfällen.

Laut Frank Jakob, Abteilungsleiter Netzleittechnik und Energiedaten-Management bei den Stadtwerken Bad Pyrmont, müssen in Zukunft die Netze intelligent gestaltet werden, um die konventionell und regenerativ erzeugte Energie besser im Versorgungsgebiet verteilen zu können. Das stellt insbesondere kleinere kommunale Unternehmen vor Herausforderungen. Waren sie in den 1950er- und 1960er-Jahren nur für die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom zuständig, liegt die Netzstabilität jetzt ebenfalls in ihrem Verantwortungsbereich. Ergänzend zu den Ansätzen der Bundesregierung haben der Verband Kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) dabei gemeinsam einen Kommunikations- und Anwendungs-Leitfaden zur Umsetzung der Systemverantwortung gemäß §§ 13 Abs. 2, 14 Abs. 1 und 14 Abs. 1c des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) entwickelt – den „Praxis-Leitfaden für unterstützende Maßnahmen von Stromnetzbetreibern“.

Verpflichtung zur unverzüglichen Lastreduzierung

Mit Blick auf den EU-Binnenmarkt und die Strombörsen ermächtigte die Bundesregierung die Bundesnetzagentur bereits im Jahr 2005 zur Regulierung der Übertragungsnetzbetreiber. Aktuell tragen neben Stromversorgern wie EnBW, E.on, RWE und Vattenfall die Übertragungs- und Transportnetzbetreiber Amprion, TenneT TSO, TransnetBW und 50Hertz Transmission Sorge für die Netzstabilität in Deutschland. Gleiches gilt für die nachgelagerten Verteilnetzbetreiber, also die kommunalen Unternehmen, die die Versorgung der Endkunden übernehmen. Darüber hinaus ist in den letzten Jahren das EnWG immer wieder durch Änderungsgesetze erweitert und angepasst worden. Das Gesetz verpflichtet nicht nur die Verteilnetzbetreiber zur unverzüglichen Lastreduzierung, wenn der Übertragungsnetzbetreiber dies verlangt – die kaskadierte Lastabschaltung –, sondern berücksichtigt seit 2011 ebenfalls Maßnahmen im Rahmen der Energiewende.
Mit der wachsenden Anzahl privater Energieerzeuger, die ihren überschüssigen Strom in das öffentliche Verteilernetz einspeisen, steigt die Verantwortung zur Regulierung dieses Vorgangs. Bei der 2015 durch das EnWG geforderten Installation eines EEG-Managements besteht daher in vielen kommunalen Unternehmen Handlungsbedarf. Dessen Einführung ist verpflichtend und unter Umständen mit hohen Kosten verbunden – Investitionen, die zwingend notwendig sind, damit das Netz stabil gehalten wird.

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Autoren

 Rüdiger Peter

Produktmanager Telecommunication Interfaces, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont

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