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Ausgewählte Ausgabe: 5-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Wie viele dezentrale Energieerzeugungsanlagen verträgt mein Netz?

VERTEILNETZE | Durch den globalen Trend nach sauberer Energie ist in den letzten Jahren die Anzahl der dezentralen Energieerzeugungsanlagen wie Solar- oder auch Windfarmen stetig angestiegen. Die bis noch vor kurzem gut dimensionierten Verteilungsnetze kommen inzwischen an ihre Grenzen. Die Leistungsabnahme wird volatiler und der Leistungsfluss bidirektional. Die Netze verändern sich zu aktiven Netzen mit „Prosumern“ – also Abnehmern, die auch Leistung einspeisen. Damit gleichen sie den Übertragungsnetzen, aber mit weitaus kritischerem Verhalten, da sich Störungen viel stärker auswirken und die Netze auch noch unsymmetrisch sind. Daher ist von großem Interesse, wie viel regenerative Leistung in einem Netz noch angeschlossen werden kann, ohne dass ein Netzaus- oder -umbau stattfinden muss.


Dabei ist es nicht egal, an welchem Anschlusspunkt ein Erzeuger mit dem Netz verbunden wird. Die Anträge zur Überprüfung von Anschlussbedingungen sind zahlenmäßig auf einem Niveau, das eine bessere, Programm unterstütze Bearbeitung zur Zeit- und Kostenersparnis wünschenswert macht. Manuelle und manchmal auch fehlerbehaftete Berechnungen sollten vermieden werden.
Das neue Verfahren innerhalb des Netzplanungsprogrammes „PSS Sincal“ von Siemens ermittelt für diese Anschluss-Entscheidungen automatisch den größten Leistungswert einer dezentralen Einspeisung oder Last, der an jedem Knotenpunkt eines zu untersuchenden Netzgebietes angeschlossen werden kann.
EF-TT9209 Siemens_B1

Bild 1
Verteilnetz mit der farbigen Visualisierung der maximalen Anschlussleistungen an Netzknoten: blau = hohe Leistung, rot = niedrige Leistung.

Dabei gilt es, die verschiedenen technischen Begrenzungen nicht zu verletzen, das heißt, die Versorgungsqualität und Zuverlässigkeit der Stromversorgung nicht zu gefährden. Dies erfolgt unter Berücksichtigung der bereits im Netz vorhandenen Lasten und Erzeugungsanlagen und für jeden Knoten separat (Bild 1). Damit wird eine schnelle und kosteneffektive Überprüfung für Anschluss-Zusagen ermöglicht, und bei Bedarf kann eine detaillierte Betrachtung der Anschlussbedingungen, zum Beispiel nach BDEW, ebenfalls automatisiert nachgeschaltet werden [1 bis 3].

Seite des Artikels
Autoren

 Ulrike Sachs

Product Manager PSS Sincal, Siemens AG, Erlangen
ulrike.sachs@siemens.com

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