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Ausgewählte Ausgabe: 5-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Energiewirtschaftliche Gesamtsituation

Der Einfluss der klimatischen, ökonomischen und strukturellen Rahmenbedingungen führte 2016 in Deutschland insgesamt zu einem Anstieg der Primärenergienachfrage. Dabei wirkten die einzelnen Rahmenbedingungen gegenläufig. Die konjunkturelle Entwicklung, die niedrigeren Energiepreise und die wachsende Bevölkerung beeinflussten die Energienachfrage bei Industrie, Gewerbe und Haushalte im Verlauf des Jahres verbrauchssteigernd. Effizienzsteigerungen wirkten besonders beim privaten Konsum sowie in Industrie und Gewerbe verbrauchsdämpfend. Die kühlere Witterung im Vergleich zum Vorjahr und der Einfluss des Schaltjahres mit einem zusätzlichen Tag führten wiederum zu einem deutlichen Anstieg der Energienachfrage im Raumwärmesektor. Insgesamt erhöhte sich damit der Primärenergieverbrauch gegenüber dem Vorjahreswert um + 1,1 %.


Auch in 2016 ist Mineralöl mit einem konstanten Anteil von 34,0 % deutlich der wichtigste Primärenergieträger in der deutschen Energieversorgung. An zweiter Stelle stand Erdgas, das 22,6 % der Primärenergienachfrage abdeckt. Der Anteil der Steinkohle ging auf 12,2 % zurück, Braunkohle auf 11,4 % sowie Kernenergie auf 6,9 %. Der Anteil von erneuerbaren Energieträgern in der Primärenergiebilanz ist mit 12,6 % nun der dritthöchste. Abgebildet ist die Erdgasplattform F16A in der niederländischen Nordsee.

Auch in 2016 ist Mineralöl mit einem konstanten Anteil von 34,0 % deutlich der wichtigste Primärenergieträger in der deutschen Energieversorgung. An zweiter Stelle stand Erdgas, das 22,6 % der Primärenergienachfrage abdeckt. Der Anteil der Steinkohle ging auf 12,2 % zurück, Braunkohle auf 11,4 % sowie Kernenergie auf 6,9 %. Der Anteil von erneuerbaren Energieträgern in der Primärenergiebilanz ist mit 12,6 % nun der dritthöchste. Abgebildet ist die Erdgasplattform F16A in der niederländischen Nordsee.

Bild 1  Primärenergieverbrauch nach Energieträgern und Energieintensität in Deutschland.

Bild 1
Primärenergieverbrauch nach Energieträgern und Energieintensität in Deutschland.

Nach den nun endgültig vorliegenden Daten ergab sich beim korrigierten Primärenergieverbrauch für das Jahr 2015, rückwirkend gegenüber 2014 ein Verbrauchszuwachs von + 0,4 % (+ 54 PJ), grafisch dargestellt in Bild 1, das die historische Entwicklung der Primärenergienachfrage seit 1990 aufzeigt. Die Primärenergienachfrage bewegte sich demnach in dem Zeitraum von 1995 bis 2008 in einem Korridor, der nur geringe Schwankungen von maximal +/– 2 % aufweist. Diese Schwankungen lassen sich auf die jeweiligen jahresbezogenen Änderungen der bestimmenden Parameter (konjunkturelle Entwicklung, Außentemperatur und Energieträgerpreise für Endverbraucher) zurückführen. Im Jahr 2009 wurde die Entwicklung der Primärenergienachfrage durch die verhaltene Nachfrage der Industrie in Folge der konjunkturellen Einflüsse und die Zurückhaltung im Privatsektor, ausgelöst durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, stark nachfragedämpfend beeinflusst. In Folge der dann einsetzenden wirtschaftlichen Erholung erreichte die Energienachfrage 2010 wieder das Niveau vor 2009. In den darauffolgenden Jahren ließen Wirtschaftsentwicklung und Effizienzsteigerungen im Rahmen der angestrebten Energiewende den Primärenergieeinsatz erkennbar sinken, und 2014 ergab sich ein bisheriges Minimum von 13 180 PJ.

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Autoren

Dr. rer. pol Ulrich Fahl

Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart

PD Dr.-Ing. Markus Blesl

Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart

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