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Ausgewählte Ausgabe: 3-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Big Data ermöglicht smarte Mehrwerte

DATENANALYSE | Die Aggregation und Analyse enormer Datenmengen, zusammengefasst unter dem Schlagwort „Big Data Analytics“, hat in den letzten Jahren beinahe jeden Industriesektor erreicht und durchdrungen. Doch wo liegt das Potenzial der Datenanalyse für Energieunternehmen?


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Anschauliche und nachvollziehbare Visualisierung von Datensätzen dank Big Data Analytics.

Die Themen Digitalisierung, Industrie 4.0 und Internet of Things (IoT) sind die beherrschenden Themen in den Wirtschaftsmedien. Die allgegenwärtigen Daten werden als neuer Rohstoff und künftiger Wirtschaftsmotor angepriesen. Und im Gegensatz zu traditionellen Ressourcen nimmt die Menge der Daten nicht ab – ganz im Gegenteil. Egal ob Fahrzeuge, Haushaltsgeräte, Fertigungsanlagen oder der Arbeitsplatz: Alles wird „smarter“, das heißt, es erzeugt, sammelt und analysiert Daten und kommuniziert untereinander. Um diese riesige Menge an Rohdaten nicht brachliegen zu lassen, konzentrieren sich Unternehmen immer mehr auf gezielte Big-Data-Analytics-Maßnahmen. „Gezielt“ ist dabei das Stichwort, denn das bloße Generieren und Sammeln von Daten bringt zunächst nichts. Die Datenflut will mit einer ganzheitlichen Strategie in sinnvolle Bahnen gelenkt und durch eine intelligente Auswertung und Visualisierung gewinnbringend eingesetzt werden.

Datenreichtum durch smarte Zähler

Mit der Einführung intelligenter Messsysteme und Smart-Home-Infrastrukturen wird diese Datenflut zunehmend auch die Energiebranche erreichen. Elektroautos – in Deutschland ein noch vernachlässigbarer Faktor – werden zudem in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen. Außerdem verschiebt sich der Energiehandel zunehmend auf digitale Handelsplattformen, die das komplexe Geschehen in Echtzeit abbilden können.
Doch für den Löwenanteil der Energieverbrauchsdaten zeichnen die Smart Meter verantwortlich. 40 Millionen Haushalte in ganz Deutschland werden 3,8 Milliarden individuelle Datensätze generieren – pro Tag.
Bei der Datenanalyse spielt in Deutschland aber gleichzeitig der Schutz der Daten eine wichtige Rolle. Ist diesem Aspekt ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet, bieten umfassende Data Analytics Tools viele Möglichkeiten: beispielsweise eine personalisierte Kundenansprache in Form von Hinweisen auf Tarifwechsel oder weitere Serviceangebote, die dem aktuellen Kundenverbrauch entsprechen. Auch Nachfrageprognosen lassen sich anhand dieser Analysen genauer treffen, wodurch Energieversorger Zusatznutzen bei der Strombeschaffung haben – ein Vorteil, der auch für Endkunden positiv zu Buche schlägt, vermeiden sie so doch Zusatzkosten.

Schneller, agiler und präziser agieren als Mitbewerber

In anderen Branchen ist bereits jetzt sichtbar, welche Hebel Unternehmen in den Händen halten, wenn sie Entscheidungen dank ganzheitlichen und zielgerichteten Big-Data-Analysen auf Basis einer transparenten und fundierten Datenbasis treffen – und nicht aus dem Bauch heraus. Das lässt sie schneller, agiler und präziser agieren als ihre Mitbewerber. Eine Studie von Bain & Company unter 400 Firmen weltweit mit über 1 Mrd. US-$ Umsatz belegt, dass 41 % der Big-Data-Top-Performer Entscheidungen deutlich schneller treffen als ihre Konkurrenten. 47 % sind durch Analytics in der Lage, diese Entscheidungen planungs- und fristgerecht umzusetzen. Nur 15 % der Big-Data-Nachzügler konnten das gleiche von sich behaupten.
Big Data Analytics bilden zudem auch die Grundlage für „Predictive Modelling“. Hierbei werden historische und aktuelle Daten herangezogen, um Prognosen aufzustellen.

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Autoren

Dr. Dagmar Bleilebens

Vice President Market Energy & Utilities, Atos Deutschland, Düsseldorf

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