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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Steuern mit intelligenten Messsystemen

SMART GRID | Um das schwankende Stromangebot aus erneuerbaren Energien und den Strombedarf auszubalancieren, braucht man intelligente Netze. Sie helfen dabei, die bisher verbrauchsorientierte Stromerzeugung durch einen erzeugungsoptimierten Verbrauch zu kompensieren. Mit der Steuerbox beziehungsweise der Steuerfunktionalität, die in das intelligente Messsystem (iMSys) eingebunden ist, werden künftig Kundenanlagen geschaltet und Stromverbraucher sowie Speicher individuell angesteuert. Das iMSys spielt somit eine Schlüsselrolle im Smart Grid und Smart Market.


Um das schwankende Stromangebot aus erneuerbaren Energien und den Strombedarf auszubalancieren, braucht man intelligente Netze.

Um das schwankende Stromangebot aus erneuerbaren Energien und den Strombedarf auszubalancieren, braucht man intelligente Netze.

Mit der Steuerungsfunktion des iMSys können Marktteilnehmer auf Markt- oder Netzsituationen flexibel reagieren. Für das Stromversorgungssystem schaffen die iMSys eine neue, sichere Kommunikationsinfrastruktur. Wesentlich für die Funktionsweise der iMSys sind die Mindestanforderungen an Datenschutz und Datensicherheit, insbesondere die Schutzprofile und die Technischen Richtlinien (TR) des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Systemsicherheit und Markt in Einklang bringen

Da das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) die Verwendung der iMSys auch für das Steuern festlegt, berücksichtigt der Gesetzgeber möglichst viele energiewirtschaftlich notwendige Anwendungsfälle, insbesondere das sichere Last- und Einspeisemanagement. So sollen zukünftig beispielsweise Kleinerzeugungsanlagen, Elektromobile, Wärmepumpen, Speicherheizungen und Speicher an das iMSys angebunden werden. Ein weiteres Ziel des Gesetzgebers ist eine zusätzliche Marktintegration erneuerbarer Energien, zum Beispiel das Zusammenspiel zwischen Anschlussnetzbetreiber und Direktvermarkter. Der Einsatz der iMSys hat das Ziel, eine einheitliche Infrastruktur zu schaffen, damit die Marktpartner jederzeit die aktuelle Erzeugung der Anlagen ablesen und gleichzeitig auf sie zugreifen können. Dabei soll die Erzeugung so gesteuert werden, dass sie sowohl den Anforderungen an die Systemsicherheit als auch den Anforderungen der effizienten Stromvermarktung entspricht.
Alle Marktteilnehmer sind sich inzwischen einig, dass ein sicheres Steuern für ein dezentrales Energiesystem von entscheidender Bedeutung ist. Bei der Umsetzung geht es nun darum, ein neues Steuerungssystem zu etablieren, das sowohl die Interessen der Netzbetreiber als Verantwortliche für die Netzstabilität als auch die Interessen der Marktpartner und Kunden berücksichtigt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Lieferanten, Direktvermarkter oder Anlagenbetreiber sind. Es gilt, deren Geschäftsmodelle im Rahmen der dezentralen Energiesysteme umzusetzen. Da für eine sichere Energieversorgung die Netzbetreiber verantwortlich sind, müssen insbesondere die netzbetrieblichen Anforderungen der Steuerungsaufgaben berücksichtigt werden. Oberstes Ziel: eine Überlastung des Netzes oder gar Versorgungsausfälle mithilfe von Marktmechanismen zu vermeiden.

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